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Anton "Toni" Sailer wurde am 17. November 1935 im
österreichischen Kitzbühel geboren und machte später eine Ausbildung als
Glaser bzw. Spengler. Sailer wurde zunächst nicht wie viele andere Leinwandstars durch
seine Rollen in Kinofilmen bekannt und populär, sondern kam durch seine
Berühmtheit als alpiner Skiläufer zum Film. Die Tiroler Wintersportlegende,
der seit seinem zweiten Lebensjahr auf den Brettern gestanden hatte, war der erste Skifahrer in der Geschichte, der in allen drei Disziplinen,
dem Abfahrtslauf, Riesenslalom und dem Spezialslalom, triumphierte
und 1956 in Cortina d'Ampezzo drei olympische Goldmedaillen errang sowie die Goldmedaille in der nichtolympischen Kombination; im gleichen Jahr wurde ihm das
"Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich"
verliehen. Neben den olympischen Erfolgen wurde der "Schwarze Blitz aus
Kitz", so sein Spitzname, sieben Mal Weltmeister, 1956 im Abfahrtslauf, Riesenslalom, Slalom und sowie
in der Kombination und 1958 erneut im Abfahrtslauf, Riesenslalom und in der
Kombination in Bad Gastein, wo er auch Silber im Slalom holte; darüber hinaus
konnte er 170 Rennsiege erringen. Nach seinem Sieg bei den Olympischen Spielen begann auch die
Karriere als Filmschauspieler für den blendend aussehenden Österreicher, der
sich 1959 mit 23 Jahren aus dem aktiven Sport zurückzog, dem Skisport jedoch
durch verschiedenste Tätigkeiten immer verbunden blieb.
Foto: © K.H. Vogelmann (1927 2011)
Mit freundlicher Genehmigung der Familie Vogelmann
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1957 erhielt er von der Bavaria-Filmkunst in München einen Vertrag,
besuchte eine Schauspielschule und wurde zum Star aufgebaut. Bis Ende der 1960er Jahre
wirkte er in rund 30 Kinoproduktionen mit, außerdem versuchte er sich als Schlagersänger
und brachte es auf 18 Schallplatten. Die
Rollen waren auf den Spitzensportler abgestellt und auch auf der Leinwand
konnte er sein Talent als Skifahrer beweisen. 1957 gab er sein
Leinwanddebüt als schüchterner Naturbursche und Forststudent Peter, der sich
in "Ein Stück vom Himmel"1) in die reiche Tochter eines Gutbesitzers
alias Ingrid Andree verliebt. In seinem zweiten Film, "Der schwarze Blitz"1)
spielte er sich 1958 mehr oder weniger selbst. Die Geschichte handelte von
einem jungen Herzensbrecher, der den Skisport fast professionell ausübt
und von der Verdächtigung einer Unehrenhaftigkeit schließlich reingewaschen, das große Abfahrtsrennen gewinnt.
1959 drehte er den Schlagerfilm "Tausend Sterne leuchten"1)
und 1961 die musikalische Verwechslungskomödie "Kauf dir einen bunten Luftballon"1), wohl um das Image
des skifahrenden Helden zu durchbrechen, doch auch in " Zwölf Mädchen und ein Mann"
konnte man ihn 1959 als Revierinspektor der Gendarmerie über die
schneebedeckten Hänge sausen sehen. 1961 stand Toni Sailer für "Ein
Stern fällt vom Himmel" vor der Kinokamera, bis Ende der 1960er folgten Streifen
wie beispielsweise das von Luis Trenker inszenierte Berg-Melodram "Sein
bester Freund"1) (1962), Curt Siodmaks Komödie "Liebesspiel im Schnee" (1966, Ski Feve)
oder Franz Antels Eisrevue-Film "Das Große Glück" (1967).
Danach wurde es ruhiger um den Star und er war nur noch selten auf der
Leinwand zu sehen. 1971 hatte er einen kurzen Gastauftritt in dem "turbulent-albernen
Lustspiel" so das "Lexikon des internationalen Films" "Tante Trude aus Buxtehude"
und agierte als Skilehrer, ebenso wie 1982 in "Traumbus", wo er einen
Cheftrainer mimte. In der Serie "Die Leute von St. Benedikt"
zeigte er sich 1992 neben Barbara Wussow und Albert Fortell, 1993 übernahm er die Rolle des
Florian Grabner in der
TV-Serie "Almenrausch
und Pulverschnee"1). In jüngerer Zeit tauchte er 2000 als Gottfried Sandgruber
in dem TV-Heimatfilm "Da wo die Berge sind" auf, sowie 2002 in
der Fortsetzung "Da wo die Liebe wohnt".
Seine Popularität vermarktete der "Blitz von Kitz" auch mit einigen
Büchern; 1956 erschien "Mein Weg zum dreifachen Olympiasieg", 1966 veröffentlichte
er "Neue Skischule" und 1968 zusammen mit Harry Valérien
das Buch "Wir laufen Ski mit Toni Sailer".
Der begeisterte Golfspieler war von 1978 bis 1993 Präsident des Kitzbüheler Golfclubs. 1985 erhielt
er anlässlich seines 50. Geburtstages den Olympischen Orden des Internationalen Olympischen Komitees.
Von 1986 bis 2006 war Sailer Rennleiter bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel, aber auch Technischer
Direktor der FIS bei diversen internationalen Alpin-Skirennen und zudem Ehrenmitglied verschiedener
Sportorganisationen. Er leitete über 30 Jahre die Kinderskischule der
"Roten Teufel" in Kitzbühel. Im Jänner 2004 kündigte er an, für das Amt
des Bürgermeisters von Kitzbühel kandidieren zu wollen. Einige Wochen später zog er sein
Ansinnen zurück. Über seinen Tod hinaus fungiert Toni Sailer, respektive
seine Hinterbliebenen, auch als Lizenzgeber für die Skimodenlinie "ToniSailerSports".
Lizenznehmer ist die Firma "Fashionpool" mit Sitz in Grasbrunn.2)
Am 24. August 2009 erlag Toni Sailer im Alter von 73 Jahren in einen
Innsbrucker Krankenhaus seinem schweren Krebsleiden Er hinterließ seine zweite
Ehefrau Hedwig Fischer, mit der er seit 2006 verheiratet war. Seine erste
Ehefrau Gaby Rummeny, die er 1976 geehelicht hatte, war im November 2000
verstorben; aus der Verbindung stammt Sohn Florian.
Die Trauerfeier bzw. die Beisetzung der
Ski-Legende fand am 29. August 2009 in Sailers Heimatstadt Kitzbühel
statt; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Stadtfriedhof.
Die Öffentlichkeit reagierte bestürzt über den Tod der "vielleicht
bedeutendste Figur des alpinen Skisports", wie ihn der frühere
Skirennfahrer Christian Neureuther nannte, "Lichtgestalt",
"Götterliebling", "früher Pop-Star des Sports" oder
"Nationalheld" sind weitere Titel, mit denen Toni Sailers Leistungen in Nachrufen
gewürdigt wurden
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