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Diether Krebs wurde am 11. August 1947 in Essen geboren, seine Eltern besaßen in
seiner Geburtsstadt ein Schreibwarengeschäft. Schon während
der Schulzeit am Essener "Humboldt-Gymnasium" interessierte sich Krebs für alles, was mit dem Theater
zusammenhing und wirkte bereits bei Laienspielgruppen mit. Nach dem
Abitur besuchte er in seiner Geburtsstadt die renommierte "Folkwangschule"1) und erhielt anschließend
ein erstes Engagement am Stadttheater in Oberhausen. Auftritte an
kleineren Bühnen sowie Nebenrollen bei Film- und Fernsehen schlossen
sich an und Krebs spielte sowohl in Klassikern als auch in Komödien.
1973 wurde er über Nacht einem Millionenpublikum als herumlungernder, rebellierender
und "prolliger" Michael Graf, "Sozi"-Schwiegersohn von "Ekel Alfred"
alias Heinz Schubert, in der Kult-Serie "Ein Herz und eine
Seele"2) bekannt; wegen Unstimmigkeiten mit dem
produzierenden Sender (WDR) verließ Krebs 1974 die Serie. Schnell avancierte der Vollblut-Komödiant Krebs auf dem Bildschirm nicht nur als Verwandlungskünstler in zahlreichen Comedy-Serien zum Publikumsliebling, wusste aber auch mit anspruchsvollen Rollen zu überzeugen: 1975 holte ihn Peter Zadek neben Heinz Bennent, Hannelore Hoger und Hermann Lause für "Eiszeit" vor die Fernsehkamera; 1980 spielte er neben Eberhard Feik eine Hauptrolle in "Die Judenbuche" nach der Erzählung von Annette von Droste-Hülshoff.3) Ab 1978 zeigte sich Krebs mit der Figur des zerzausten und ewig nörgelnden Kommissar Diether Herle in der beliebten ZDF-Serie "SOKO 5113"1) und mimte diesen Typus über 100 Folgen lang bis 1986 bzw. zur 6. Staffel. 1979 tauchte er leider nur ein Mal als jüngster Tatort-Kommissar Nagel in der Folge "Alles umsonst" auf, "Bösewicht"-Rollen in verschiedensten Fernsehproduktionen gehörten ebenfalls zu seinem Repertoire wie Auftritte in den beliebten Krimi-Reihen "Derrick, "Der Alte", "Ein Fall für zwei", "Polizeiruf 110" und "Der Fahnder" oder in den Unterhaltungs-Serien "Hotel Paradies", "Geschichten aus der Heimat" und "Traumschiff". Anfang der 1980er Jahre wandte sich Krebs endgültig dem "komischen Fach" zu, 1981 gehörte er neben Beatrice Richter und Klaus Havenstein zur Stammbesetzung von "Rudis Tagesshow"2) von und mit Rudi Carrell. Die Persiflage auf die "Tagesschau" mit vielen politischen Anspielungen wirbelte einigen Staub auf. Auch diese Serie verließ Krebs wegen Unstimmigkeiten mit dem produzierenden Sender.3) 1984 startete die Comedy-Reihe "Sketchup"2), in der Krebs zusammen mit Beatrice Richter, später Iris Berben als kongeniale Partnerinnen bis 1986 das Publikum begeisterte und seine enorme Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellte. Krebs agierte in diesen Sketchen hinreißend, war Garant für gute Laune und allein seine Maskierung wie fingerdicke Brillengläser, diverse Perücken oder Hasenzähne ließen das Publikum in Lachen ausbrechen, ohne dass er ein Wort sagte. Die Nachfolgereihen "Voll daneben"4) (1990), "Lauter nette Nachbarn" (1990) und "Knastmusik"4) (1991/92) waren ebenso erfolgreich und zählen auch heute noch zu den humoristischen Sternstunden der Fernsehgeschichte. Als Krebs dann zum Privatsender SAT1 wechselte, konnte er gemeinsam mit dem belgischen Komiker Carry Goossens2) bzw. der Comedy-Sendung "Der Dicke und der Belgier"2), die 1998 wegen mangelnder Zuschauer-Resonanz eingestellt wurde, auf dem Bildschirm nicht mehr an seine einstigen Erfolge anknüpfen; schon einmal hatte er 1993 mit der RTL-Show "R.O.S.T."4) Schiffbruch erlitten. Dass Krebs nicht nur der Spaßmacher der Nation war, bewies er in verschiedensten Fernsehspielen, in nachhaltiger Erinnerung ist der Vollblutmime sicherlich mit der Figur des ukrainischen Schmugglers Igor in der "Polizeiruf 110"-Folge "Roter Kaviar"5) (1995) geblieben, der sich in einem Panzer verschanzt und die Bewohner des beschaulichen Ortes Volpe in Angst und Schrecken versetzt bzw. die ermittelnden Polizisten Sigi Möller (Martin Lindow) und Kalle Küppers (Oliver Stritzel) in Atem hält. Für Kino-Produktionen stand Krebs eher selten vor der Kamera: 1971 beispielsweise sah man ihn mit einer kleinen Rolle in "Zoff" neben Jürgen Prochnow und Claus Theo Gärtner, in Peter Timms "Wende"-Komödie "Go Trabi Go"2) (1991) mimte er zwanzig Jahre später einen Fernfahrer. 1993 wirkte er in Matti Geschonnecks Katastrophenfilm-Satire "Moebius" mit, 1997 war er der Willi Wiesenkamp in der legendären Kurzfilmversion von Peter Thorwarths "Was nicht passt, wird passend gemacht". Zuletzt sahen die Kinozuschauer Diether Krebs 1999 als fiesen Werner Kampmann in der Ruhrpott-Gangsterkomödie "Bang Boom Bang Ein todsicheres Ding"2), ebenfalls von Regisseur Peter Thorwarth, auf der Leinwand. Krebs feierte auch als Bühnenkomiker Triumphe, erfand den pseudo-alternativen "Martin" und stürmte 1991 zusammen mit "Gundula" als langhaarig-zotteliger Öko-Freak im selbstgestrickten Norwegerpullover und Nickelbrille mit dem Song "Ich bin der Martin, ne " (Martin, my love) Platz 3 der Hitparade, wochenlang war Krebs mit diesem Lied vertreten und erhielt eine "Goldene Schallplatte". Mit dem Blödellied "Santamarghuaritanobiledimontepulciano Du kleines Fischerdorf" konnte das Duo "Diether Krebs & Gundula" ebenfalls eine Notierung wenn auch nur Platz 23 in der deutschen Hitparade erreichen. Übrigens stammt der Text zu Herbert Grönemeyers "Ruhrpott"-Klassiker "Currywurst"2) aus der Feder von Diether Krebs (gemeinsam mit Horst-Herbert Krause). Das Lied wurde 1998 von Diether Krebs auf dessen Album "Gestatten, mein Name ist Krups" interpretiert und als Single ausgekoppelt.3)
Der beliebte Schauspieler und Komödiant Diether Krebs, der noch zuletzt 1998 mit der
neu geschaffenen Comedy-Figur des "Herrn Krups", einem
belustigend wirkender Spießer mit Pepita-Hut, Hornbrille und schiefen Zähnen,
auf eine Deutschland-Tournee gegangen
war, erlag am 4. Januar 2000 in Hamburg mit nur 52 Jahren seinem
Krebsleiden. Er hinterließ seine Frau Bettina Freifrau von Leoprechting-Krebs, mit der er
seit 1979 verheiratet war, sowie seine beiden Söhne Moritz (geb. 28.09.1979) und
Till (geb. 01.10.1985); Freifrau von
Leoprechting-Krebs starb am 6. April 2006. |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 4) www.fernsehserien.de,
5) prisma.de Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 06.10.2011), 6) www.derwesten.de |
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Siehe auch Wikipedia,
www.prisma-online.de,
www.ndr.de Filmografie bei www.imdb.de |
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