Übersicht (Auswahl) Theater / Film / Hörspiel
Volkmar Kleinert erblickte am 20. September 1938 als Sohn des Dirigenten Rolf Kleinert1) (1911 – 1975) und der Opernsängerin Eleonore Schramm in Dresden das Licht der Welt. Nach dem Gymnasium bzw. dem Abitur entschied er sich für die Schauspielerei und ließ sich ab 1957 an der "Theaterhochschule Leipzig"1) entsprechend ausbilden. Ein erstes Engagement erhielt er anschließend 1960 an der "Eisenacher Landesbühne", wo er unter anderem als Dromeo in Shakespeares "Die Komödie der Irrungen"1), als Sekretär Wurm in Schillers "Kabale und Liebe"1), als Bruno Mechelke in Gerhart Hauptmann "Die Ratten"1), als Pylades1) in "Iphigenie in Aulis"1) von Euripides oder als Marquis von Posa in "Don Karlos"1) von Friedrich Schiller erste Erfolge feierte. Zwei Jahre später wechselte Kleinert an das "Städtische Theater Chemnitz"1) (damals Karl-Marx-Stadt) und arbeitete dort vor allem mit Generalintendant und Chefregisseur Hans Dieter Mäde1) zusammen, der den jungen Schauspieler mit großen klassischen Rollen betraute. So glänzte Kleinert als Schiller-Interpret beispielsweise mit dem Part des Franz Moor in "Die Räuber"1) und als Robert Dudley1), Graf von Leicester, in "Maria Stuart"1), aber auch als St. Just1) in "Dantons Tod"1) von Georg Büchner.
Volkmar Kleinert am "Deutschen Theater" als Murzio in "Der Nachbar des Herrn Pansa" (UA: 11.10.1969) von Günther Rücker (Regie: Friedo Solter); Quelle: Deutsche Fotothek, (Ausschnitt des Fotos df_pk_0006125_a1_020); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 11.10.1969; Quelle: www.deutschefotothek.de In Karl-Marx-Stadt kam es zu einer Begegnung mit Schauspieler und Regisseur Wolfgang Heinz1), der ihn 1964 nach Ost-Berlin an das "Deutsche Theater"1) holte, dessen Intendant Heinz seit 1963 war. Hier bereicherte Kleinert für mehr als vier Jahrzehnte bis 2006 als festes Mitglied das Ensemble des renommierten Hauses, arbeitete neben Wolfgang Heinz mit so berühmten Regisseuren wie Benno Besson1), Friedo Solter1), Alexander Lang1) oder Thomas Langhoff1) zusammen. Am Berliner "Theater im Palast" (TiP) brillierte er 1980 als Dr. Joachim Kippenberg 2 in der Uraufführung des Stücks "Kippenberg" von Gabriele Bigott1) nach dem Roman von Dieter Noll1) und wurde beim "II. Leistungsvergleich der Schauspiel- und Musikensembles der DDR" für die Interpretation dieser Titelrolle mit dem Sonderpreis für "hervorragende Einzelleistung" ausgezeichnet. Viel Lob erhielt der Charaktermime 1997 für seine Gestaltung des Robespierre1) in Büchners "Dantons Tod" in der Bearbeitung bzw. Inszenierung von Helmut Stauss1) bei den "Bad Hersfelder Festspielen"1). "Herausragend in der Darstellerriege ist Volkmar Kleinert, der den strengen Robespierre mit großer Eindringlichkeit verkörpert. Szenenapplaus bekam er nach dem Monolog, in dem er sich zu Dantons Todesurteil durchringt." schrieb unter anderem die "Oberhessische Presse" (01.06.1997).

Volkmar Kleinert am "Deutschen Theater" als Murzio
in "Der Nachbar des Herrn Pansa" (Uraufführung: 10.1969)
von Günther Rücker
1) (Regie: Friedo Solter)
Quelle: Deutsche Fotothek, (Ausschnitt des Fotos df_pk_0006125_a1_020)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 11.10.1969
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Unter der Regie von Helmut Stauss gab er zur Spielzeit 2000/2001 den Arzt Monsieur Diafoirus in der Komödie "Der eingebildet Kranke"1) von Molière am Berliner "Schlosspark Theater"1). In jüngerer Zeit erlebte man Kleinert am "Berliner Kriminal Theater"1) als alten Pater Eberhard in dem Missbrauchs-Drama "Die Beichte" von Felix Mitterer1), die Inszenierung von Wolfgang Rumpf1) feierte am 3. März 2006 Premiere → berliner-zeitung.de; Auswahl zum Theater-Wirken siehe hier.  
Seit Mitte der 1960er Jahre stand Kleinert regelmäßig vor der Kamera und reüssierte rasch zu einem vielgefragten Darsteller, wurde zu Beginn seiner Filmkarriere oft als Schurke, kleiner Ganoven oder zynischer Alleskönner besetzt. "Ein Schädel, so recht geeignet für die Klischee-Bösewichter vom laufenden Filmband, ein bißchen Mephisto um Augenbrauen und Lippen rum, hohe Stirn mit gewölbten Linien."*) schrieb die Filmkritikerin Marlis Linke 1979 über den Schauspieler. Auch wenn es in Kinoproduktionen nicht die großen Hauptrollen waren, prägte sich sein markantes Gesicht ein, etwa als Ober-Vormann Schulze in "Die Abenteuer des Werner Holt"1) (1964), als Ex-Häftling Hugo Borke in "Entlassen auf Bewährung"1) (1965), als Leutnant Galdy in "Das Licht auf dem Galgen"1) (1976) oder als polnischer General Abrahamowicz in "Johann Strauß – Der König ohne Krone"1) (1987). Beachtung fand sein Stasi-Major Harald Wunderlich in "Helden wie wir"1) (1999), gedreht nach dem Bestseller von Thomas Brussig1), ebenso wie der vom Theater verbannte, tragisch endende DDR-Regisseur Albert Jerska, der in dem nicht nur mit dem "Oscar" prämierten Drama "Das Leben der Anderen"1) (2006) aus Verzweiflung über das Berufsverbot den Freitod wählt. In dem deutsch-argentinischen Streifen "Die Tränen meiner Mutter"1) (2008) war er der halbgelähmte, ehemalige Trickbetrüger Günther, in Matti Geschonnecks Literaturadaption "Boxhagener Platz"1) (2010) der alkoholkranke Arzt Dr. Klemm.
 

Volkmar Kleinert, fotografiert von Günter Linke,
mit freundlicher Genehmigung des Fotografen
© Günter Linke; Quelle: Agentur Nicolai

Volkmar Kleinert, fotografiert von Günter Linke, mit freundlicher Genehmigung des Fotografen; Copyright Günter Linke; Quelle: Agentur Nicolai
Vor allem das Fernsehen bot dem vielseitigen Mimen ein breites Betätigungsfeld, er überzeugte in Literaturverfilmungen, Abenteuern, Krimis und mitunter auch in Komödien wie in "Aber Vati!"1) (1974/1979). Des öfteren wurde Kleinert in die Uniform gesteckt, so beispielsweise als SS-Oberscharführer Stammacher in dem abenteuerlichen Dreiteiler "Geheimkommando Bummerang"2) (1966), als SS-Obersturmführer Schneider in dem Fünfteiler "Wege übers Land"1) (1968), als Feldwebel Hintze in dem gleichnamigen Dreiteiler2) (1971) über den Politiker Artur Becker1) oder als Hauptmann Emmerich in "Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck"1) (1981), einem Dreiteiler nach dem Roman von Alex Wedding = Grete Weiskopf1). Als mysteriöser Roboter tauchte er in der von Stanislaw Lem1) geschriebenen utopischen Kriminal-Geschichte "Der getreue Roboter"2) (1977) auf, als Ganove Ginfizz, Anführer einer gerissenen Schieberbande, in dem eher heiteren Krimi " Die ehrbaren Fünf"2) (1989). Zahlreich waren seine Auftritte bei "Der Staatsanwalt hat das Wort" sowie dem Dauerbrenner "Polizeiruf 110"1), wo er erstmals 1974 in der Folge "Der Tod des Professors"1) in Erscheinung trat. Erinnerungswürdig war seine Darstellung des Ex-Häftlings Wilhelm Gurak, der in Story "Alptraum"1) (1981) seinen ehemaligen Zellengenosse Bernd Broske (Dieter Mann) bei dessen Verzweiflungstat unterstützt, ebenso wie der Friseur Ulli Streese in "Eine nette Person"1) (1983) oder der Post-Oberrat Wolfgang Seidel bzw. Vater des Tatverdächtigen Sven in "Verlockung"1) (1985).
Dass Kleinert nicht nur auf das "Bösewicht"-Image abboniert war, bewies er beispielsweise als politischer Berater Pater Ignaz Guarini1) in dem Mehrteiler "Sachsens Glanz und Preußens Gloria"1) (1985), als französischer Bürgermeister Paul Joly in der Verfilmung von Christoph Heins Bühnenstück "Passage"2) (1988), als Künstler Karl Friedrich Schinkel1) in dem Berliner-Bilderbogen "Der Freischütz in Berlin"2) (1987) oder als Major Graf von Moltke1) in dem bundesdeutschen Dreiteiler "Bismarck"1) (1990) mit Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Otto von Bismarck1). Vor allem die jungen Zuschauer erfreute Kleinert in verschiedenen Kinder- bzw. Märchenfilmen, so als Musiklehrer Breitkreuz in dem DEFA-Streifen "Philipp, der Kleine"1) (1976) und als Regisseur Berger in "Hasenherz"1) (1987). Für den "Deutschen Fernsehfunk" (DFF) entstanden nach den Märchen der Gebrüder Grimm "Gevatter Tod"1) (1980; als Prediger) und "Jorinde und Joringel"1) (1986; als der Marodeur), in "Die Drachenprinzessin"2) (1980) hatte er den bösen Zauberer Zabaraba gespielt.
Volkmar Kleinert, fotografiert von Günter Linke, mit freundlicher Genehmigung des Fotografen; Copyright Günter Linke; Quelle: Agentur Nicolai Auch nach der so genannten "Wende" blieb Kleinert ein vielbeschäftigter Schauspieler in der Film- und Fernsehlandschaft, war beim "Tatort"1) ebenso präsent wie in diversen Krimiserien. Zwischen 1996 und 1999 zeigte er sich in "Der Clown"1) als Anwalt Joseph Ludowski, Auftraggeber und Partner des von Sven Martinek gespielten Titelhelden. In dem Fluchthelfer-Drama "Der Stich des Skorpion"1) (2004), angelehnt an die Autobiografie des Fluchthelfers Wolfgang Welsch1), agierte der wandlungsfähige Mime als Stasi-Major Fink, in dem vielbeachteten Dreiteiler "Krupp – Eine deutsche Familie"1) (2009) über die Industriellen-Dynastie Krupp1) als Tilo von Wilmowsky1), Ehemann von Friedrich Alfred Krupps1) zweiter Tochter Barbara1), in dem semi-dokumentarischen Biopic über Franz Kardinal König1) mit dem Titel "Der Kardinal"1) (2011) als Papst Johannes Paul II.1). Zu Kleinerts weiteren TV-Auftritten der letzten Jahre Jahren zählen der Kostja Lukin, Großvater des Mordopfers Lulu Schuster, in dem Krimi "Mord in Ludwigslust"1) (2012), der ehemalige Gärtner bzw. Zeuge Erwin Geiger in dem Krimi "Das dritte Mädchen"1) (2014) aus der Reihe "Helen Dorn"1) und der pensionierte Kommissar Helmut Sonnenthal in dem "Spreewaldkrimi"1)-Krimi "Die Sturmnacht"1) (2015) → mehr Filmografie siehe hier.
  
  
Volkmar Kleinert, fotografiert von Günter Linke,
mit freundlicher Genehmigung des Fotografen
© Günter Linke; Quelle: Agentur Nicolai
Darüber hinaus machte sich Volkmar Kleinert mit seiner markanten Stimme einen Namen als Sprecher in zahllosen Hörspielen, wobei Stücke für Kinder einen breiten Raum einnehmen. Unter anderem gehörte er zwischen 1984 und 1989 als Dr. Bergfeld zur Besetzung der beliebten Hörspielreihe "Waldstraße Nummer 7", 1985 sprach er den Antonio Salieri1) in "Amadeus" nach dem Schauspiel von Peter Shaffer1). Eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Hörspielproduktionen, in denen Kleinert seit Ende der 1960er Jahre mitwirkte, ist hier aufgeführt.
 
Volkmar Kleinert lebt mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Regina Beyer1), in Berlin.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia, www.prisma.de, www.film-zeit.de
Kontakt: Agentur Nicolai
Siehe auch den Artikel von Gerald Praschl1) bei geraldpraschl.de
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 168)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de
   
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle (unter anderem): Wikipedia,
Agentur Nicolai
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie, UA = Uraufführung, EA = Erstaufführung, P = Premiere)
  
Filme
Kino / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  Wikipedia, filmportal.de, fernsehenderddr.de, fernsehserien.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug; )
Hörspielproduktionen (Auszug)
1970er / 1980er / 1990er / seit 2000
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch)) 
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