Goldie Hawn wurde am 21. November 1945 als Goldie Jeanne Studlendgehawn
und Tochter eines Musikers in Washington D.C. geboren. Sie wuchs in Takoma Park im Bundesstaat Maryland
auf, bereits ab drei Jahren erhielt sie von ihrer Mutter, einer
Ballettlehrerin, Unterricht in Tanz und Ballett, später besuchte sie die
"Montgomery Blair High School" in Silver Springs (Maryland), um
anschließend ein zweijähriges Filmstudium an der "American University" in
Washington zu absolvieren; mit 17 Jahren eröffnete sie ihre eigene
Tanzschule, die "Goldie's Dancing School".
Bereits während ihrer Zeit auf der High School wirkte der Teenager bei
Schüleraufführungen mit, nach ihrer Ausbildung gab sie 1965 bei der New Yorker Weltmesse im Texas Pavillon ihr
professionelles Bühnendebüt als Tänzerin. Wenig später wurde
sie in New York für das Musical "Kiss Me Kate" als Tänzerin und Darstellerin engagiert, ging mit der Truppe auf
Tournee, weitere Musicals wie "Guys And Dolls", "Pal Joey",
"How To Succeed In Business Without Really Trying" und "The Boyfriend" schlossen sich an,
Auftritte in TV-Shows wie "Rowan" oder der Unterhaltungsserie
"Martin's Laugh-In" (1968 1970) sowie Engagements in Las Vegas
machten sie populär. Auch mit eigenen TV-Shows war sie erfolgreich, so
beispielsweise mit "Pure Goldie", "Goldie And The Kids Listen To Us",
"Goldie And Liza Together" oder "The Goldie Hawn Special".
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Rasch war Goldie Hawn vor allem durch das Fernsehen einem breiten Publikum
bekannt geworden, nicht nur als Tänzerin, sondern auch bald als Komikerin.
So war es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Film auf das junge
Talent aufmerksam geworden war. Ihr Leinwanddebüt gab sie mit einer kleinen
Nebenrolle in "The One and Only, Genuine, Original Family Band" (1968), ein Jahr
später wurde sie mit dem Part der naiven, aufgedrehten Toni Simmons neben den Altstars Walter Matthau und Ingrid Bergman
in Gene Saks' Komödie
"Cactus Flower"1) (1969, Die Kaktusblüte) selbst zum zum Star und
erhielt für ihre Leistung einen Nebenrollen-Oscar. Zunächst bediente sie weiter das Klischee der
manchmal etwas dümmlichen, unbekümmert-männerverführenden Blondine, es
folgten weitere Komödie wie Roy Boultins "There's a Girl in My Soup"
(1970, Ein Mädchen in der Suppe), Richard Brooks
"Dollars"1) (1971, Der witzige Millionenraub), Milton Katselas
"Butterflies Are Free" (1972, Schmetterlinge sind frei) und Robert Ellis Millers belanglose Love-Story
"The Girl from Petrovka" (1974, Das Mädchen von Petrovka).
In Steven Spielbergs "Sugarland Express"1) (1974)
durchbrach sie das bisherige Rollenklischee und bewies als junge Ehefrau und Mutter
Lou Jean Poplin, die verzweifelt versucht ihre Familie wieder zusammenzufügen,
dass sie nicht nur in Komödien sondern auch mit ernsten Rollen überzeugend
sein konnte. 1975 verkörpert sie die Jill und Freundin von Warren Beatty in Hai Ashbys Hollywood-Satire
"Shampoo"1), ein Jahr später tauchte sie als raffiniertes
Luder in Melvin Franks Westernkomödie "The Duchess And The Dirtwater
Fox" (1976, Wer schluckt schon gerne blaue Bohnen Ein ausgebluffter Fuchs"
auf. Nach Collin Higgins Krimikomödie "Foul Play"2)
(1978, Eine ganz krumme Tour) und ihrer Rolle der ahnungslosen
Bibliothekarin Gloria Mundy, die Gangstern in die Quere kommt, drehte sie
noch "Viaggio Con Anita" (1979, Reise mit Anita).
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1980 gründete Goldie Hawn gemeinsam mit Anthea Sylbert ihre eigene
Filmgesellschaft, die "Hawn/Sylbert Movie Company", und
produzierte die Komödie "Private Benjamin"1) (1980, Schütze
Benjamin2)), in der sie herrlich eine junge Frau mimte, die in die Armee eintritt und dort für allerhand
Turbulenzen sorgt; der Streifen wurde ein Kassenschlager und Goldie Hawn
erhielt eine Oscarnominierung als Beste Darstellerin.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Anschließend folgten Filme mit ihr in der Hauptrolle wie "Seems Like Old
Times", (1980, Fast wie in alten Zeiten), "Best Friends"
(1982, Zwei dicke Freunde), "Swing Shift" (1984, Swing Shift Liebe auf Zeit),
"Protocol"1) (1984, Alles tanzt nach meiner
Pfeife2)) und "Widcats"1)
(1986, American Wildcats). In Garry Marshalls
Komödie "Overboard"1) (1987,
Overboard Ein Goldfisch fällt ins
Wasser2)) mimte sie hinreißend die anfangs steinreiche, versnobte Zicke Joanna Stayton,
die sich erst durch den verwitweten Schreiner Dean Proffit alias Kurt Russell
zur normalen Frau mauset: Als sie eines Nachts durch einen Sturz über Bord ihrer Jacht das Gedächtnis verliert, macht
er ihr weis, sie sei mit ihm verheiratet und zähmt das hochnäsige Luxusweibchen.
In John Badhams turbulenten Action-Komödie "Bird on a Wire"1)
(1990, Ein Vogel auf dem
Drahtseil2)) war sie die Partnerin von Mel Gibson, in
dem packenden Thriller "Deceived"1) (1991, Getäuscht) die Adrienne Saunders
und Filmehefrau von John Heard, die herausfindet, dass ihr Mann ein Schwindler
ist und seit Jahren unter falschem Namen lebt. 1992 kamen gleich drei Filme
mit Goldie Hawn in die Kinos, das anspruchsvolle Drama "CrissCross"2)
(Crisscross Überleben in Key West), "Housesitter"1)
(Housesitter Lügen haben schöne Beine),
wo sie als hartnäckiger Co-Star von Steve Martin agierte, sowie neben Meryl Streep und Bruce Willis
Robert Zemeckis' Krimikomödie "Death Becomes Her"1)
(Der Tod steht ihr
gut2) ),
der zynischen Satire auf das Geschäft mit der Schönheit.
Danach machte Goldie Hawn aus privaten Gründen eine mehrjährige Pause und
zog sich von der Filmerei zurück, um ihre krebskranke Mutter zu
betreuen.
1996 feierte sie dann als exzentrische Schauspielerin und verlassene Ehefrau an der Seite
von Diane Keaton und Bette Midler in "The First Wives Club"1)
(Der Club der
Teufelinnen2)) ein
fulminantes Comeback und auch in Woody Allens erfolgreicher
musikalischen Komödie "Everyone Says I Love You"1) (1997, Alle sagen: I Love
You2))
bewies sie, dass sie weiterhin zu den Megastars der Filmszene gehörte. Zwei
Jahre später folgte mit "The Out-of-Towners"1) (1999, Schlaflos in New York2))
ein groteskes Lustspiel von Regisseur Sam Weisman, wo Goldie Hawn erneut an
der Seite von Steve Martin alle Register ihres komödiantischen Talents zog.
Zu den jüngeren Arbeiten für das Kino zählen die hochkarätig besetzte
Beziehungskomödie "Town & Country"1) (2001, Stadt, Land, Kuss)
mit Warren Beatty und Nastassja Kinski sowie Bob Dolmans Tragikkomödie
"The Banger Sisters"1) (2002, auch "Groupies
Forever"2)) und
der Rolle der pöbelnden, lebenslustigen Barkeeperin Suzette, die nach mehr
als zwanzig Jahren ihre ehemalige Partnerin Vinnie (Susan Sarandon) trifft und
der inzwischen stocksteifen Anwaltsgattin Lavinia Spaß und Spontaneität zurückgibt:
die Beiden waren mal die schärfsten Rockgroupies der Westküste, als sich die
"Banger Sisters" wiedertreffen, prallen zwei Welten aufeinander
und der Spaß ist vorprogrammiert.
Nach längerer Pause soll Goldie Hawn mit der Kinokomödie "Ashes
to Ashes" gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Kurt Russell, der
die männliche Hauptrolle spiele, ein neues Projekt planen. Zugleich sei
dieser Film Goldie Hawns Kino-Regiedebüt nach einem eigenen
Drehbuch, heißt es in entsprechenden Filmnachrichten.
Heute, nach mehr als vier Jahrzehnten Leinwandpräsenz und knapp 50 Jahren im Showbusiness,
begeistert Goldie Hawn immer noch als begnadete Komödiantin, aber auch in
ernsthaften Rollen bleibt sie überzeugend und zählt zu den Topstars von
Hollywood, die neben dem Oscar bzw. der Oscar-Nominierung auf weitere acht
"Golden Globe"-Nominierungen zurückblicken kann; Anfang
Februar 2005 wurde sie in Deutschland mit der "Goldenen Kamera" der Zeitschrift
"HÖRZU" geehrt. In einem Interview sagte Goldie Hawn einmal
"Ich glaube, dass das Publikum mich nur in lustigen Rollen sehen will,
und dass ist nicht immer ganz einfach für mich, weil es mich daran hindert,
mich weiter zu entwickeln. Immer wieder überlege ich, wann kommt der
Zeitpunkt in meiner Karriere, dass ich das absolut richtige Drehbuch finde,
in dem ich eine interessante Frau verkörpern kann, die es nicht nötig hat,
auch nur ein einziges Mal zu lachen."
Sie beweist, dass eine Frau auch jenseits der 50 attraktiv sein kann, nach
wie vor die Männerwelt anzieht und noch lange nicht zum alten Eisen gehört.
Stets schaffte sie es, als Darstellerin, dass Gleichgewicht zwischen
unterhaltsamen Komödien und anspruchsvollen, dramatischen Filmen zu wahren;
auch hinter der Kamera machte sich Goldie Hawn einen Namen: 1997 gab sie ihr Regie-Debüt mit dem
Südstaatendrama "Hope", das im Fernsehen mit Christine Lahti, J. T. Walsh und Catherine O'Hara
in den Hauptrollen gezeigt wurde.
Foto: Goldie Hawn bei der Verleihung der "Goldenen Kamera 2005"
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
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Die erfolgreiche Schauspielerin und Geschäftsfrau Goldie Hawn war von 1969 bis 1976 mit Schauspielerkollegen Gus Trikonis
verheiratet; nach ihrer Scheidung ehelichte sie 1976 den Schauspieler
und Sänger Bill Hudson3), doch
diese Verbindung ging 1980 trotz zweier gemeinsamer Kinder in
die Brüche, weil Bill Hudson angeblich nicht mit der Berühmtheit seiner
Frau zurecht kam. Sohn Oliver Hudson1) (geb. 1976) ist ebenfalls
Schauspieler sowie ein anerkannter Drehbuchautor, auch Tochter Kate Hudson1)
(geb. 1979) ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und nach einer
Model-Karriere inzwischen ebenfalls eine renommierte Schauspielerin; sie war
zwischen 2000 und 2006 mit dem Musiker Chris Robinson1)
verheiratet und machte den Hollywood-Star im
Jahre 2004 zur Großmutter.
Bei den Dreharbeiten zu dem Film "Swing Shift" lernte Goldie Hawn ihren jetzigen Lebenspartner
Kurt Russell1)
(geb. 1951) kennen und lieben; seit 1983 sind beide auch ohne Trauschein ein
Paar und haben den 1986 geborenen gemeinsamen Sohn Wyatt Russell, der auch
schon mal vor der Kamera stand; das Paar lebt in der Nähe von Santa Monica.
Im Mai 2005 veröffentlichte Goldie Hawn ihre Erinnerungen unter dem Titel
"A Lotus Grows in the Mud" und erzählt darin vor allem von ihrer
Jugend sowie den Anfängen ihrer Karriere.
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