Frankie Vaughan wurde am 3. Februar 1928 als Frank Fruim Abelson und Sohn russisch-jüdischer Emigranten im britischen Liverpool1) geboren, wuchs mit drei Geschwistern in einfachen, bürgerlichen Verhältnissen auf; der Vater Isaac Abelson war Tapezierer, Mutter Leah arbeitete als Näherin und sang im Chor der "Princes Road Synagoge" → Wikipedia (englisch). Frank verbrachte viel Zeit mit seiner russisch-stämmigen Großmutter mütterlicherseits, da seine Eltern für den Lebensunterhalt der Familie sorgen mussten. 
Frankie Vaughan am 7. März 1962 bei Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 913-6110); Urheber/Fotograf: Harry Pot / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Während des 2. Weltkriegs wurde die Familie nach Lancaster1) evakuiert, wo er als Mitglied dem "Lancaster Lads Club" beitrat, einem dem "National Association of Boys’ Clubs" ("Nationaler Verband der Jungenklubs") angegliederten Verein. Hier trainierte er, um Boxer zu werden, doch dann erhielt der 14-Jährige ein Stipendium am "Lancaster College of Art", einer weiterführenden Schule für die "schönen Künste", wo er auch schon als Sänger bei einem Tanzorchester auftrat. Das Studium wurde kurzzeitig durch die Einberufung zum "Royal Army Medical Corps" unterbrochen, nach der Entlassung, seine Familie war inzwischen nach Leeds1) umgezogen, besuchte er das "Leeds College of Art" und machte dort seinen Abschluss. Während dieser Zeit stand er erstmals im Juni 1949 in der Studenten-Revue "It's Rag Time" am "Empire Theatre" in Leeds auf der Bühne und wurde in der Show als Sänger angekündigt. .
Seine eigentliche Gesangskarriere begann, nachdem er in London an einem Talentwettbewerb teilgenommen hatte und Engagements in Varieté-Shows erhielt. Er nannte sich nun "Frankie Vaughan", ein Tribut an seine Großmutter, die ihn mit ihrem russisch-jüdischen Akzent immer als Enkel "number vawn" (= Nummer "One" = 1) bezeichnet hatte. Seine routinierten Bühnenauftritte, sein Gesang und Tanz sowie sein elegantes Aussehen mit Frack, Zylinder und Stock à la Fred Astaire, machten den Künstler besonders beim weiblichen Publikum rasch populär.
     
Frankie Vaughan am 7. März 1962 bei seiner
Ankunft auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol1)
Rechteinhaber: Nationaal Archief1) (Den Haag, Rijksfotoarchief;
Bestandsnummer: 913-6110); Urheber/Fotograf: Harry Pot / Anefo;
Quelle: Wikimedia Commons (Ausschnitt des Originalfotos)
Lizenz: CC0 1.0 (Verzicht auf das Copyright)
Nachdem er seit August 1952 rund ein Jahr lang bei dem Orchester von Nat Temple (1913 – 2008) aufgetreten war, begann er ab 1953, eigene Schallplatten zu veröffentlichen. Der Erfolg stellte sich zwar noch nicht sofort ein, doch bald konnte er eine Reihe seiner Singles in den britischen Hit-Listen platzieren. Erstmals tauchte er dort im Januar 1954 mit der vom Label "His Master's Voice"1) produzierten Coverversion  "Istanbul" (→ Wikipedia (englisch)) auf und erreichte in den Charts immerhin Platz 11. 1955 brachte er mit seiner Version des Titels "Give Me The Moonlight, Give Me the Girl" ( → Wikipedia (englisch)), einen Song heraus, mit dem ihm zwar keine Hit-Notierung gelang, der aber zu seiner Erkennungsmelodie wurde und mit dem er sich regelmäßig am Ende einer Show von seinem Publikum verabschiedete. Zwischen 1954 und 1968 war Vaughan – ausgenommen 1966 – jedes Jahr mit mindestens einem Titel (insgesamt 31) in den britischen Singles-Charts vertreten. Mit dem Lied "Green Door" ( → Wikipedia (englisch)) kam "Mr. Moonlight", wie er von vielen liebevoll genannt wurde, dann im Dezember 1956 auf Platz 2 in den britischen Charts, Anfang 1957 verbuchte er mit "Garden Of Eden" seinen ersten Spitzenreiter  → Wikipedia (englisch).  
Frankie Vaughan gehörte zu einem der vielen Briten jener Ära, die sich auf das Covern US-amerikanischer Hits für den britischen Markt spezialisierte. So geriet seine Version des Gene McDaniels1)-Songs "Tower Of Strength" (→ Wikipedia (englisch)) in seiner Heimat 1961 zu einem neuerlichen "Nummer 1"-Hit. Zum letzten Mal tauchte er 1967 mit "There Must Be A Way" (→ Wikipedia (englisch)) unter den ersten 10 (Platz 7) in der britischen "UK Single Charts" auf. Dazwischen lagen so populäre Titel wie beispielsweise "Kisses Sweeter Than Wine" (1957;→ Wikipedia (englisch)), "Kewpie Doll" (1958;→ Wikipedia (englisch)), "Hello Dolly"1) (1958; aus dem gleichnamigen Musical1)), "Come Softly To Me" (1959; zusammen mit den "Kaye Sisters"; → Wikipedia (englisch)), oder "Loop-De-Loop" (1963;→ Wikipedia (englisch).
 
Sein Leinwanddebüt gab der blendend aussehende Frankie Vaughan in der von John Baxter1) mit Arthur Askey1) in der Titelrolle des Bill Ramsbottom gedrehten Western-Komödie "Ramsbottom Rides Again"1) (1956), mimte den Elmer und sang die Lieder "This is the Night" und "Ride, Ride, Ride Again" → Wikipedia (englisch). Im Folgejahr fand er  mit der Rolle des Gang-Anführers und Möchte-Gern Rock’n’Roll-Stars Dave Wyman, der seinen Wehrdienst ableisten muss, in dem von Herbert Wilcox1) in Szene gesetzten, musikalischen Streifen "These Dangerous Years" (1957; → Wikipedia (englisch)) viel Beachtung, konnte einmal mehr sein Gesangs-Talent unter Beweis stellen. filmdienst.de urteilt jedoch "Ein nur leidlich unterhaltsamer Militärfilm". Als Fischer Carmello, Bruder von Mario (Jeremy Spenser1)), präsentierte er sich erneut unter der Regie von Herbert Wilcox in der amüsanten Romanze "Wonderful Things!" (1958; → Wikipedia (englisch)), an der Seite von Anna Neagle1) und Janette Scott1) gab den angehenden Sänger Johnny Burns in der wieder von Wilcox gedrehten, musikalischen Komödie "The Lady Is A Square" (1959; → Wikipedia (englisch)) und konnte auch mit dem Song "Love Is the Sweetest Thing" (→ Wikipedia (englisch)) punkten. Nach dem Melodram "The Heart of a Man" (1959;→ Wikipedia (englisch)) und seinem Part des ehemaliger Seemanns Frankie Martin ging er wenig später nach Hollywood1) und erhielt dort seine wohl bekannteste Rolle – neben den Protagonisten Marilyn Monroe und Yves Montand spielte er in der heiteren Geschichte "Machen wir's in Liebe"1) (1960, "Let's Make Love") unter der Regie von George Cukor1) den Star der Musical-Truppe Tony Danton, mit dem die attraktive Tänzerin Ramona (Monroe) anscheinend eine Romanze hat.
Er entschied sich jedoch wegen seiner Familie gegen eine mögliche Filmkarriere in Hollywood und kehrte nach Großbritannien zurück. Danach übernahm er noch zwei Mal Aufgaben vor der Kamera, war als der skrupellose  Schauspieler Leo Mack in dem Drama "The Right Approach"1) (1961) und zuletzt als er selbst in dem eher zu vernachlässigenden, britischen Musical "It's All Over Town" (1964;→ Wikipedia (englisch)) auf der Leinwand zu sehen.
  
In den 1960er Jahren trat Vaughan auch in US-amerikanischen Nightclubs auf, präsentierte sich unter anderem in Las Vegas1) auf der Show-Bühne. Im Fernsehen hatte Vaughan 1966 seine "Frankie Vaughan Show". Unter anderem glänzte er seit 1985 als Nachfolger von James Laurenson1) am Londoner "Theatre Royal, Drury Lane"1) mit der männlichen Hauptrolle des cholerischen Broadway-Regisseurs Julian Marsh in dem Erfolgs-Musical "42nd Street"1), basierend auf dem von Lloyd Bacon1) gedrehten, gleichnamigen Musicalfilm1) (1933), der wiederum nach dem Roman von Bradford Ropes (1905 – 1966) entstanden war. "Nach einem Jahr jedoch erlitt Vaughan eine fast tödlich verlaufende Bauchfellentzündung und musste die Rolle wieder abgeben." vermerkt Wikipedia. Trotz seiner des öfteren angeschlagenen Gesundheit blieb Vaughan bis kurz vor seinem Tod künstlerisch aktiv bzw. trat weiterhin auf.

Frankie Vaughan, der zu den großen und erfolgreichsten britischen Entertainern der 1950er und 1960er Jahre zählte, erlag am 18. September 1999 im Alter von 71 Jahren in High Wycombe1) (Buckinghamshire1)) seinem Herzleiden. Die letzte Ruhe fand er auf dem Jüdischen Friedhof in Bushey1) (Hertfordshire1)) → www.findagrave.com. Er hinterließ Ehefrau Stella (1924 – 2022), die er 1951 geheiratet hatte, sowie die drei gemeinsamen Kinder, Tochter Susan (* 1963) und die beiden Sühne David Sye (* 1961) und Andrew (* 1968).
Der Künstler wurde zwei Mal mit dem britischen Verdienstorden "Order of the British Empire"1) ausgezeichnet, 1965 enannte ihn Königin Elizabeth II.1) zum "Officer"1) (OBE) und 1997 zum "Commander"1) (CBE). Als langjährigem Einwohner von High Wycombe verlieh man ihm 1993 den Titel "Deputy Lord Lieutenant1) des County Buckinghamshire". Zudem war er Ehrenmitglied der "Liverpool John Moores University"1), der seine Witwe Stella im Jahre 2000 Archivmaterial, darunter Partituren und Notenblätter, stiftete.
 
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch: mit Diskografie)
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fotos bei Wikimedia Commons, filmstarpostcards.blogspot.com
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