Mit 17 Jahren wurde sie dort am 21. November 1934
bei einem Talentwettbewerb im "Apollo Theatre"1) entdeckt
bzw. gewann mit den Songs "Judy" und "The Object of My
Affection" den 1. Preis. Als ihr dann im Folgejahr Chick Webb1) (1905 1939)
in seiner Big Band "Chick Web & And His Orchestra"
ein Engagement anbot, der sie anfangs leichte, Kinderliedartige Stücke
vortragen ließ, begann die phänomenale Gesangs-Karriere von Ella Fitzgerald. Ihr erster Titel, der auf Schallplatte erschien, war 1936
"All My Life", nach etlichen weiteren Singles verzeichnete
sie 1938 mit dem von ihr (Text) gemeinsam mit Al Feldman alias Van Alexander1)
(Musik) geschaffenen Titel "A Tisket, A Tasket"
ihren ersten Spitzenreiter in der US-amerikanischen Pop-Hitparade, der sich
dort zehn Wochen lang hielt, millionenfach verkauft wurde und zu ihrem
Erkennungs-Song wurde → Wikipedia (englisch).
Nachdem Chick Webb Mitte Juni 1939 verstarb, übernahm sie dessen Formation, die sie bis 1942 unter dem Namen "Ella Fitzgerald and Her Famous Orchestra" weiter führte bzw. mit dieser auftrat.
Ella Fitzgerald im November 1946
Urheber/Rechteinhaber: William P. Gottlieb1) (19172006)
Quelle: Wikimedia
Commons → Originalfoto bei
"The Library of Congress"1);
Lizenz: Public Domain;
→ weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
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Neben ihrer Arbeit mit Chick Webb erschienen ab 1936 auch Solo-Platten von der Sängerin, außerdem
brachte sie erfolgreich
Platten mit den "Mills Brothers", den "Ink Spots"1),
Louis Armstrong und Benny Goodman
heraus. Bereits 1937
gehörte Ella Fitzgerald einer Umfrage zufolge zu den populärsten
Interpretinnen der Jazz-/Swing-Szene und wurde
auch rasch international bekannt. "Ihr Markenzeichen war eine Gesangsart, die sie mitentwickelte und der sie zu
Weltruhm verhalf der Scat1)-Gesang.
Charakteristisch
war der jugendliche Charme ihrer Stimme und eine Leichtigkeit in ihrer Phrasierung, welche es ihr
erlaubte, mit einem beachtlichen Stimmumfang von drei Oktaven wie ein Jazz-Instrumentalist zu improvisieren.
Ihr Repertoire reichte von Swing1)
über Bebop1),
Blues1),
Bossa Nova1),
Samba1),
Gospel1)
bis hin zu verjazzten Weihnachtsliedern,"
vermerkt Wikipedia.
Die bald als "First Lady of Song" oder "Queen of Jazz"
bezeichnete Künstlerin, veröffentlichte vor allem in den 1940er Jahren so
unvergessene Hits wie "Five O'Clock Whistle" (1940),
"Cow-Cow-Boogie" (1944),
"Its Only A Paper Moon" (1945),
"For Sentimental
Reasons" (1946), "Oh, Lady Be Good"1) (1947),
"My Happiness" (1948; → Wikipedia (englisch)) oder "Baby It's Cold Outside"1) (1949).
Zu den Parade-Nummern jener Zeit gerieten auch ihre Armstrong-Version
"I Can’t Give You
Anything But Love Baby"1) und ihre
Interpretation des Jazz-Standards "How High The Moon"1)
→ Auswahl Diskografie bei Wikipedia.
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Ab 1949 war ihr Erfolg für die nächsten vier Jahrzehnte untrennbar mit dem Plattenproduzenten bzw. ihrem Manager Norman Granz1)
(1918 2001) verbunden, der
Ella Fitzgerald auf weltweite Tourneen schickte, zum Liebling eines
internationalen Publikums und einer der bedeutendsten Sängerinnen nicht
nur des
Swing1) machte. Auf ihren zahlreichen
Konzertreisen wurde sie
von den bekanntesten Musikern des Jazz begleitet, unter anderem auch
vom Trio des Jazz-Pianisten Oskar Peterson1)
(1925 2007), dem Bassisten Ray Brown1)
(1926 2002), mit dem
sie eine Zeit lang auch verheiratet war,
oder Dizzy Gillespie1)
(1917 1993). 1958 trat die Fitzgerald auch mit dem US-amerikanischen
Jazz-Komponisten/Bandleader
Duke Ellington (1899 1974) in der New Yorker
"Carnegie Hall"1) auf und feierte triumphale
Erfolge. In den 1960er Jahren war sie des Öfteren mit dem Orchester von
Count Basie (1904 1984)
zu hören und tendierte wieder verstärkt zum Blues1).
Zwischen 1956 und 1964 veröffentlichte sie die Reihe "Great American Song Book"1),
diese Alben, die sie den großen US-amerikanischen Komponisten Cole Porter1),
Rodgers und Hart1), Duke Ellington,
Irving Berlin1),
George Gershwin1),
Harold Arlen1),
Jerome Kern1) und
Johnny Mercer1)
widmete,
sind wohl als Höhepunkte ihres Schaffens zu bezeichnen. Die Serie war nicht
nur beim Publikum äußerst populär, sondern auch bei den
Liedtextern. Ira Gershwin1)
soll einmal bemerkt haben "Ich wusste gar nicht, wie gut unsere Songs
sind, bis ich Ella Fitzgerald gehört habe".
Ella Fitzgerald während eines Konzertes 1967 in Berlin,
fotografiert von Evelyn
Richter1)
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_hauptkatalog_0201022)
Eigentümer/© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Urheberin: Evelyn Richter;
Datierung 1967;
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
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Sie setzte den wichtigsten US-amerikanischen Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
damit Denkmäler und gab nachfolgenden Künstlern "Lehrbücher" für die Interpretation der jeweiligen
Songs.2)
Ihre klassischen Songbooks für das Label "Verve
Records"1) und die dazugehörigen
Arrangeure werden bei Wikipedia gelistet
(Fremde Links: Wikipedia):
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Und Wikipedia vermerkt weiter: "Für andere Plattenfirmen nahm sie
später ebenfalls Songbooks auf, unter anderem erneut mit Liedern der Gebrüder
Gershwin sowie Cole Porter und Antônio Carlos Jobim1).
Kolleginnen wie Sarah Vaughan1)
oder Dinah Washington1)
folgten
ihrem Beispiel und brachten ebenfalls Songbooks heraus. Eine
weitere bedeutende Einspielung Fitzgeralds gibt es von
Gershwins Oper "Porgy and Bess"1), die
sie gemeinsam mit Louis Armstrong aufnahm.
Im Scatting (genannt auch Scat1)-Gesang),
bei dem unsinnige Wörter mit pränanten Rhythmen gesungen werden, übertraf
sie Louis Armstrong und Fats Waller1).
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Live-Einspielungen der Konzerte von
Fitzgerald, die zeigen, dass es keinen Unterschied zwischen einem Studio- oder
Live-Gig bei ihr gab. Die einzigen qualitativen Unterschiede bestehen bei der
Aufnahmetechnik."
Ella Fitzgerald am 2. April 1965 bei Ankunft
auf dem
Flughafen Amsterdam Schiphol1)
Rechteinhaber: Nationaal
Archief1) (Den Haag,
Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-6033);
Urheber/Fotograf: Joost Evers / Anefo; Quelle: Wikimedia
Commons;
Lizenz: CC0
1.0 (Verzicht auf das Copyright) |
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Sporadisch wirkte sie in Kinoproduktionen wie in dem Krimi "Pete Kelly's Blues"1) (1955,
"Es geschah in
einer Nacht"), dem mit Nat "King" Cole
als Blues-Musiker
W. C. Handy1) gedrehten Biopic "St. Louis Blues" (1958)
oder in dem Melodram "Let No Man Write My Epitaph"3) (1960,
"Die Saat bricht auf") mit. Im Fernsehen
war sie ein beliebter und häufiger Gast in zahlreichen Shows so berühmter
Kollegen/Kolleginnen wie Bing Crosby,
Dinah Shore1),
Frank Sinatra, Nat King Cole,
Andy Willams1)
oder Dean Martin;
mitunter zeigte sie sich zudem in Episoden einiger TV-Serien → Übersicht
Filmografie (Auszug).
Bis weit in die 1970er Jahre gab Ella Fitzgerald trotz eines durch Diabetes1)
bedingten Augenleidens unermüdlich Konzerte und nahm Platten auf. Eine ihrer
besten Aufnahmen aus den 1970ern machte sie mit dem Jazz-Gitarristen
Joe Pass1) (1929 1994) hierzu
gehören der Jazz-Standard "You're Blase" (1973) und das Remake von "Solitude"1) (1976)
mit der Musik von Duke Ellington.
Sie tourte rund um den Globus, gab manchmal zwei Konzerte am Tag in
Städten, die viele Kilometer voneinander entfernt lagen. Zwischen 1969 und 1981 nahm Ella Fitzgerald auch mehrere Male
am "Montreux Jazz Festival"1)
teil. In den Gärten des "Hôtel Montreux-Palace"1)
im Schweizerischen Montreux1)
wurde sie 2007 mit einer von der Künstlerin Danièle Lauffer geschaffenen
Bronze-Skulptur "verewigt" eine Huldigung ihrer
wiederholten Auftritte bei diesem weltberühmten Musikfestival → Foto bei
Wikimedia Commons.
Ella Fitzgerald 1975 während eines Konzerts in Köln
Urheber: Paul Spürk; Lizenz: CC-by-SA 3.0
Quelle: Wikipedia bzw.
Wikimedia Commons
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In den 1980er Jahren
verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand, aufgrund ihrer Herzprobleme
musste sich Ella Fitzgerald 1986 einer Bypass-Operation unterziehen und sie
reduzierte ihre Auftritte. Anfang der 1990er Jahre verschlimmerte sich ihre
Alters-Diabetes und 1991 gab sie ihr letztes Konzert in der New Yorker
"Carnegie Hall"1), wo sie seit Beginn ihrer Karriere
rund 25 Mal aufgetreten war.
1993 mussten der Sängerin beide Unterschenkel amputiert werden, sie erholte sich nicht
mehr so recht von der Operation und lebte die nächsten Jahre zurückgezogen in ihrem
Domizil im kalifornischen Beverly Hills1), wo sie am 15. Juni 1996,
nahezu erblindet, im Alter von 79 Jahren
starb die Welt trauerte um eine der besten Jazz-Sängerinnen aller Zeiten.
Die letzte Ruhe fand sie auf dem "Inglewood Park Cemetery"1)
(Urnenabteilung 4 C, 1 P, 28 F) in
Inglewood1) bei
Los Angeles1).
Die Grabplatte trägt die Inschrift: BELOVED MOTHER & GRANDMOTHER / MISS ELLA JANE FITZGERALD
/ 1917 1996 / THE FIRST LADY OF SONG → findagrave.com.
Ella Fitzgerald war mindestens zwei Mal verheiratet: Ihre erste Ehe ging sie in jungen
Jahren 1939 (oder 1941) mit dem Hafenarbeiter Benjamin Kornegay ein. Als sich herausstellte, dass
ihr Mann in kriminelle Machenschaften verwickelt war, ließ sie die Ehe annullieren.
Ihr zweiter Ehemann war von 1946 bis 1952 andere Quellen nennen abweichende Daten, wie z. B. 19471953
oder 10. Dezember 1947 bis1952 der Bassist
Ray Brown1). Beide blieben jedoch nach der Scheidung für den Rest ihres Lebens gute
Freunde, nicht nur wegen des gemeinsam adoptierten Sohnes Ray, leiblicher Sohn von Ella Fitzgeralds geliebter Halbschwester Frances
(† 1966) → Wikipedia (englisch). 1957 kursierten
Berichte in der skandinavischen Presse, sie habe den jungen Norweger Thor Einar Larsen heimlich geheiratet.2)
Eine weitere
hohe Anerkennung war 1990 der französische "Ordre
des Arts et des Lettres"1)
("Orden der Künste und der Literatur") sowie die "Presidential
Medal of Freedom", die ihr US-Präsident George H. W. Bush1)
1992 überreichte. Zudem verliehen ihr etliche renommierte Universitäten wie die
"Yale University"1) (1986),
die "Harvard University"1) (1990)
oder die "Princeton University"1) (1992)
die Ehrendoktorwürde. Darüber hinaus ist sie in verschiedenen
"Ruhmeshallen" vertreten, so beispielsweise seit 1978 in der
"Big Band and Jazz Hall of Fame"1),
seit 1992 in der "International
Academy of Jazz Hall of Fame"1),
seit 1995 in der "National Women's Hall of Fame"1) sowie
seit Ende der 1980er mit vielen ihrer Alben/Singles in der
"Grammy Hall of Fame"1). Bereits
am 8. Februar 1960 widmete man ihr einen "Stern" auf dem
"Hollywood Walk of Fame"1)
(Adr.: 6738 Hollywood Blvd.) in der Kategorie "Musikaufnahmen"
("Recording") → Übersicht Auszeichnungen (Auszug) siehe
hier.
Wie keine andere Sängerin schrieb Ella Fitzgerald
Jazz-Geschichte, mit ihrer makellosen Intonation, ihrem perfekten
Scat-Gesang, ihrer enormen Ausdruckskraft, dem hundertprozentigen Timing und
dem unverwechselbaren Stil, der sich zwischen Bebop und Swing bewegte, setzte sie Maßstäbe, die
nicht wieder erreicht wurden.
Zeit ihres Lebens engagierte sich Ella Fitzgerald für diskriminierte Kinder,
nicht zuletzt wegen ihrer eigenen Kindheitserfahrungen und unterstützte
zahlreiche Organisationen für benachteiligte Jugendliche.
Über die legendäre Sängerin ist viel geschrieben worden: Unter
anderem erschien von
dem britischen Jazz-Historiker/Journalisten Stuart Nicholson1) die Lebensgeschichte von Ella Fitzgerald unter dem Titel
"Ella Fitzgerald. A Biography of the First Lady of Jazz" (1993). Das Buch
erzählt von dem armen Mädchen, für das der "amerikanische Traum"
in Erfüllung gegangen ist; es beschreibt, welche Einflüsse der Bandleader
Chick Webb1)
und Manager Norman Granz1) auf die Karriere des Jazz-Stars gehabt haben.
Interviews mit Ella Fitzgerald selbst sowie zahlreichen Musikern, die mit ihr
zusammen gearbeitet haben, runden das Bild der Künstlerin ab.
Ella Fitzgerald am 5. Mai 1957 bei Ankunft
auf dem
Flughafen Amsterdam Schiphol1)
Rechteinhaber: Nationaal
Archief1) (Den Haag,
Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 908-5518)
Urheber/Fotograf: Harry Pot / Anefo;
Quelle (Originalfoto): Wikimedia
Commons;
Lizenz: CC0
1.0 (Verzicht auf das Copyright)
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Im August 2000 veröffentlichte Geoffrey Mark Fidelman ein weiteres Buch mit
dem Titel "First Lady of Song: Ella Fitzgerald for the Record"; er
beschreibt die Kindheit der Jazz-Legende und den nicht immer einfachen
Aufstieg zum Star und diskutiert ihren Einfluss auf die zeitgenössische
Musik. Im Januar 2001 publizierte J. Wilfred Johnson eine chronologische
Liste aller von Ella Fitzgerald seit 1935 veröffentlichten Lieder, "Ella Fitzgerald: A Complete Annotated Discography" enthält
alle LPs und CDs und einen kommentierten Index.
"Warner Brothers Publications" brachte im September 2000 Musiknoten von
Fitzgerald-Songs mit dem Titel "Forever Ella 19 Ella Fitzgerald Classics"
auf den Markt. Im April 2002 erschien von Andrea Davis Pinkney (→ Wikipedia (englisch))
das Buch "Ella Fitzgerald: The Tale of a Vocal Virtuosa"
mit Illustrationen von Brian Pinkney. Hierin wird das Leben Ella Fitzgerald
von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod nachgezeichnet. Der österreichische Journalist/Publizist
Johannes Kunz1) verfasste das Werk "Ella Fitzgerald und ihre Zeit" (2016)
→ mehr Literatur bei Wikipedia.
Unter der Regie der britischen Dokumentarfilmerin Leslie Woodhead (→ Wikipedia (englisch))
entstand das rund 90-minütige TV-Portrait "Ella Fitzgerald: Just one of those Things"4) (2019).
"Familienangehörige, Weggefährten und Zeitzeugen wie die "Königin des Swing" Norma Miller
(1919 2019; → Wikipedia (englisch)) in
einem ihrer letzten Fernsehauftritte, Schlagzeuger Gregg Field1), Pianist
Kenny Barron1), Impresario
George Wein1),
Manager Jim Blackman, Tony Bennett1),
Jamie Cullum1),
Johnny Mathis1),
Smokey Robinson1),
Patti Austin1) und
Ella Fitzgeralds Sohn Ray Brown jr. (→ Wikipedia (englisch))
zeichnen ein umfassendes Porträt der Sängerin.
Anhand vieler Fotos und Archivbilder sowie durch Ella Fitzgeralds Sprechstimme bringt es den
ZuschauerInnen das bewegte Leben der Jazzdiva nahe." (Quelle:
ARTE1)).
"In der Machart anderen Musikdokumentationen sehr
ähnlich, stechen die Musikszenen durch ihre zeitlose Qualität hervor; zudem macht der Film
Ella Fitzgeralds Leiden an den Diskriminierungen afroamerikanischer Künstler eindrücklich erfahrbar."
urteilt filmdienst.de.
→ alle Mitwirkenden bei IMDb
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