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Nach einem Gesangsstudium am "Prager Konservatorium"1) sowie
Privatunterricht bei dem Gesangspädagogen Oscar Daniel in Berlin konnte Erna Sack erstmals 1928 mit
kleinen Mezzosopran- und Soubrettenpartien an der "Städtischen Oper" (heute: "Deutsche Oper Berlin"1))
ihr
stimmliches Talent vor größerem Publikum unter Beweis stellen, zwei Jahre später ging
sie an das "Stadttheater" von Bielefeld1) (heute
"Theater Bielefeld"1)). Hatte Erna Sack zuvor
als Mezzosopranistin1) gesungen, so wechselte sie nun die Stimmlage und
trat im Fach der lyrischen Koloratursopranistin1)
auf. In Bielefeld glänzte sie beispielsweise als
Sophie in der Oper "Der Rosenkavalier"1)
von Richard Strauss1) oder als
Kammerzofe Susanna in dem Mozart1)-Werk "Figaros Hochzeit"1) sowie 1931
mit sensationellem Erfolg als junge Witwe Norina in der Opera buffa1)
"Don Pasquale"1) von
Gaetano Donizetti1), wobei sie erstmals durch ihre ungewöhnliche Tonhöhe
Aufsehen erregte. Rasch avancierte Erna Sack zu einer der
bedeutendsten Sängerinnen ihres Fachs, erreichte wie nur wenige die extreme Tonhöhe des
"viergestrichenen C", wobei ihre Stimme vier Oktaven umfasste, und
wurde als die "deutsche Nachtigall" gefeiert.
Erna Sack Anfang Dezember 1939
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen
Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Franz Blaha (19041996); Datierung: 05.12.1939
Rechteinhaber/© ÖNB
Wien/Franz Blaha; → Info
Bildarchiv Austria (Inventarnummer OEGZ/B6/12631)
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Weiter Station ihrer Laufbahn wurden 1932 das heutige "Hessische
Staatstheater Wiesbaden"1), 1934 ging sie nach
Breslau1)
an das ehemalige "Stadttheater" (heute "Oper Breslau"1)) und ein Jahr später nach
Dresden1)
an die "Staatsoper" (heute "Semperoper"1)), wo sie die Aufmerksamkeit des Dirigenten Karl Böhm1)
(1894 1981), vor allem aber des Komponisten Richard Strauss1) (1864 1949) erregte.
Bis 1941 wirkte Erna Sack als regelmäßiges Mitglied an der "Dresdner Staatsoper", glänzte dort beispielsweise
am 24. Juni 1935 in der von Josef Gielen1)
unter anderem mit Friedrich Plaschke1) (Sir Morosus), Helene Jung
(18871975; dessen geschwätzige Haushälterin) und Maria Cebotari
(Aminta, Frau des Neffen Henry Morosus (Martin Kremer1)))
inszenierten sowie Karl Böhm dirigierten
Uraufführung der Richard-Strauss-Oper "Die schweigsame Frau"1) in der
Partie der Isotta, Mitglied der Theatertruppe um Direktor Vanuzzi (Kurt Böhme). 1936 gestaltete sie die "Vogellieder"
in dem gleichnamigen, erstmals dargebotenen Werk für Koloratursopran, Flöte und Orchester der Komponistin
Grete von Zieritz1)
(1899 2001), in der am 2. März 1937 unter
der musikalischen Leitung von Karl Böhm uraufgeführten Oper "Massimilla Doni"2) von
Othmar Schoeck1)
(Musik) mit dem Libretto von Armin Rüeger3) (1886 1957) nach
der gleichnamigen Novelle von
Honoré de Balzac1)
(→ Wikipedia (englisch)) gab sie
in der Inszenierung von Max Hofmüller1) die
gefeierte Primadonna Clarina Tinti, Heinrich Tessmer1) deren Mäzen, den alten Sonderling Herzog
Cattane und Felice Hüni-Mihacsek1)
die titelgebende Herzogin Massimilla Doni, Verlobte des Herzogs, aber dem Edelmann Emilio Memmi
(Rudolf Dittrich1)) in Liebe verbunden
→ Besetzungszettel
bei "Deutsche Fotothek".
Neben ihren Engagements gab Erna Sack ab 1933 regelmäßig triumphale
Gastspiele an der "Deutschen Oper Berlin"1), man feierte sie in Hamburg
ebenso wie in München, umjubelte Auslands-Tourneen
führten sie unter anderem nach Mailand, Rom, Paris, Wien, München, London,
sowie 1936 in die USA. Anfang November 1936 beispielsweise begeisterte sie am Londoner
"Royal Opera House"1) in
Covent Garden1)
anlässlich eines Gastspiels der "Dresdner Staatsoper" als Zerbinetta,
Gefährtin des Harlekin1)
(Arno Schellenberg1)),
Brighella1)
(Martin Kremer1)),
Scaramuccio1)
(Heinrich Tessmer1)) und
Truffaldin1)
(Ludwig Ermold1)),
in
"Ariadne auf Naxos"1) an der Seite von
Marta Fuchs1)
(Primadonna/Ariadne1)) Komponist
Riichard Strauss1) selbst dirigierte. Im Folgejahr
glänzte sie in Chicago mit der Partie der Rosina in
"Der
Barbier von Sevilla"1) von
Gioachino Rossini1)
sowie
als Protagonistin in "Lucia di Lammermoor"1)
von Gaetano Donizetti1). Ebenfalls 1937 brillierte sie in Rom
am "Teatro dell’Opera di Roma"1) als
"Königin der Nacht" in dem Mozart-Werk "Die
Zauberflöte"1) mit Tullio Serafin1)
(1878 1968) am Dirigentenpult, italienische
Opernstars wie Tancredi Pasero1) (Fürst Sarastro),
Tito Schipa1)
(Tamino), Emilio Ghirardini (18871965; Papagheno) oder Licia Albanese1)
(Pamina) waren ihre Partner/-innen → Besetzung.
Zu ihrem Repertoire zählte unter anderem die Olympia in "Les
contes d'Hoffmann"1) ("Hoffmnns Erzählungen")
von Jacques Offenbach1),
basierend auf verschiedenen Erzählungen von
E. T. A. Hoffmann1)
oder die Gilda in "Rigoletto"1) von
Giuseppe Verdi1)
alles Partien, die neben den genannten, zu ihrem internationalen Ruf
beitrugen und mit denen sie stets Aufsehen erregte, sie zu einer der herausragenden Interpretinnen des vergangenen Jahrhunderts
machten. Im
Bereich der "leichten Muse" erfreute sie mit der Titelrolle in der Operette "Die schöne Galathée"1)
von Franz von Suppè1)
(Musik). Erwähnenswert ist auch ihre Rolle der Kammerzofe Adele in "Die Fledermaus"1) von
Johann Strauss1),
die sie am 25. Februar 1936 an der "Wiener Staatsoper"1) unter der Regie von
Hans Duhan1) und musikalischen Leitung von
Josef Krips1)
gestaltete zur Besetzung gehörten
Richard Schubert (18851959; Gabriel von Eisenstein), Margit Bokor1) (dessen Ehefrau Rosalinde),
Rosette Anday1) (Prinz Orlofsky), Richard Tauber
(Notar Dr. Falke) und Ernst Tautenhayn1) (Gerichtsdiener Frosch) → Besetzung.
Während des 2. Weltkrieges wirkte die Sängerin bevorzugt in der
Schweiz, Schweden und in der Türkei , entgegen verschiedener anders
lautender Quellen trat sie
wohl nie bei den "Salzburger Festspielen"1) auf.
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Erna Sack präsentierte sich zudem in zwei Kinofilmen: Die
Rolle der Sängerin Maria Castoldi übernahm sie in der von Augusto Genina1) in
Szene gesetzten, österreichischen musikalischen Streifen "Blumen aus Nizza" (1936), spielte/sang
(das Walzerlied "Frühlingsstimmen"1) von
Johann Strauss/Richard Genée1)) unter anderem neben Karl Schönböck
(Graf Ulrich von Traunstein) und
Paul Kemp
(Rudi Hofer) → filmdienst.de,
Wikipedia
(englisch). Zwei Jahre später erlebte man
sie mit der Titelrolle der Nanon Patin, attraktive Wirtin des "Goldenen
Lamms" und Verlobte des Tambours Grignon, in der Verwechslungskomödie
"Nanon" (1938)
zusammen mit
Johannes Heesters
(Marquis Charles d'Aubigné alias Grignon), gedreht von Herbert Maisch1) nach der
gleichnamigen Operette1)
von Richard Genée1)
→ filmportal.de.
"Auf die bedeutende Koloratursopranistin Erna Sack und auf Johannes Heesters als
ihren Tenorpartner zugeschnittener Operettenfilm, heiter-romantisch, kostümfreudig, nicht sonderlich originell."
urteilt filmdienst.de.
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen zeugen noch heute von der
extremen Sopranstimme Erna Sacks, besonders beliebt war beim Publikum das als
"Lied der Jenny Lind1)"
bekannt gewordene schwedische Volkslied "Fjorton or tror visst att jag va", aber auch
das berühmte "Glühwürmchen-Idyll" von Paul
Lincke1) aus dessen Burlesk-Operette "Lysistrata",
einer freien Adaption des gleichnamigen Komödie1) des
Aristophanes1) mit dem Libretto von
Heinrich Bolten-Baeckers1).
Erna Sack als Nanon Patin und Otto Gebühr als Jean Baptiste Moliére1)
während der Dreharbeiten zu der Verwechslungskomödie "Nanon"1)
fotografiert 1938 von Gerd Mingram1) (19102001), genannt Germin
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_ger-pos_0001220)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Germin; Datierung: 1938;
Quelle: www.deutschefotothek.de;
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
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Nach Ende des 2. Weltkriegs nahmen Erna Sack und ihr Ehemann Hermann Sack die brasilianische
Staatsangehörigkeit an, 1947 unternahm die Sängerin eine fünfjährige
Welttournee, die sie in Brasilien1) startete und
sie vor allem durch Südamerika, Australien, Südafrika und Kanada führte. In Kanada feierte sie ihre größten
Nachkriegserfolge, lebte mit ihrem Gatten auch einige Zeit in Montreal1).
1954/55 folgten zwei große Konzertreisen durch die USA,
begeisterte auch am 31. Oktober 1954 in der New Yorker
"Carnegie Hall"1) hier war sie zuletzt Anfang
Oktober 1937 zusammen mit unter anderem Richard Tauber,
Jussi Björling,
Maria Jeritza und Josef Schmidt aufgetreten
faszinierte das Publikum mit ihrer schönen Stimme, die nichts an Glanz verloren
hatte. So bezauberte sie beispielsweise mit den Opern-Arien "O del mio dolce ardor" aus
"Paride ed Elena"1) ("Paris und Helena") von
Christoph Willibald Gluck1),
"O luce di quest' anima" aus "Linda di Chamounix"1) von
Gaetano Donizetti1)
oder "Ombra leggiera" aus "Dinorah ou Le pardon de Ploërmel"1)
von Giacomo Meyerbeer1),
aber auch mit dem Wiegenlied "Schlafe,
mein Prinzchen, schlaf ein"1),
dessen Vertonung lange Wolfgang Amadeus Mozart1) zugesprochen
wurde 1953 unternahm sie zudem eine ausgedehnte
Konzerttournee durch die Bundesrepublik und West-Berlin, nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten
beendete sie ihre
Gesangskarriere 1957 mit neuerlichen Konzertreisen durch
Westdeutschland, trat auch kurz in Ost-Berlin auf. Danach zog sich die knapp
60-Jährige ins Privatleben zurück.
1956 ließ
sie sich im oberbayerischen Murnau am Staffelsee1) nieder,
lebte dann ab 1966 in einer Villa in Wiesbaden1).
Die legendäre Konzert- und Opernsängerin Erna Sack starb am 2. März 1972
im Alter von 74 Jahren während einer Krebs-Operation in einer Klinik in Mainz1);
die letzte Ruhe fand sie auf dem "Südfriedhof"1) in
Wiesbaden1)
→ Foto der Grabstätte bei
knerger.de,
findagrave.com, in der später auch Hermann Sack (1895 1989)
beigesetzt wurde; die Ehe blieb kinderlos..
"In Staaken1)
(Ortsteil von Berlin-Spandau1))
erinnert seit Februar 1997 die "Erna-Sack-Straße" an die
"deutsche Nachtigall",
ebenso seit April 2000 im Dresdener Ortssteil Nickern1)
sowie seit August 2011 in
Heuchelheim1) (Hessen),
dem Geburtsort ihres Ehemannes." notiert Wikipedia.
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