Der italienische Tenor Franco Corelli wurde am 8. April 1921
als jüngstes von drei Kindern in
der Hafenstadt Ancona1)
geboren. Der mit Ehefrau Natalina verheiratete Vater Remo Corelli arbeitete als
Leiter einer Logistikabteilung an der dortigen Werft. Die Familie war sehr
musikalisch, Corellis Großvater väterlicherseits Augusto, ursprünglich Werftarbeiter und später im Management tätig,
gab seinen Beruf auf machte im Alter von 38 Jahren Karriere als Operntenor, Corellis älterer Bruder
Aldo wurde ebenfalls Sänger (Bassbariton), Schwester Liliana durfte den Beruf einer Sängerin jedoch nicht ergreifen.
Franco Corelli liebte zwar ebenfalls die Musik, entschied sich jedoch nach Beendigung der Oberschule
"Scuola Media Statale "Francesco Podesti"" füt eine
andere berufliche Laufbahn, machte ab 1936 eine Ausbildung am "Francesco-Podesti-Institut" in Ancona
und erwarb ein Patent
als Geometer sowie Schiffsmaschinenmeister. Nach einer kurzzeitigen
Anstellung als Schiffszeichner ging er 1940 auf Wunsch des Vaters an die
"Universität Bologna"1),
mit dem Ziel, Schiffsbauingenieur zu werden. Während des 2. Weltkriegs ab 1941 bei der
italienischen Armee (Luftwaffe) eingesetzt, entließ man ihn ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen.
Bereits als Student hatte er an einem Musikwettbewerb teilgenommen und,
obwohl er diesen nicht gewann, ermutigten ihn die Juroren, eine Gesangskarriere anzustreben.
Corelli beschloss, diesem Rat zu folgen, nach ersten autodidaktischen
Studien mittels Schallplattenaufnahmen und Gesangsversuchen gemeinsam mit
seinem Jugendfreund Carlo Scaravelli, Schüler des Baritons und
Musikpädagogen Arturo Melocchi (1879 1960),
begann er 1946 eine Ausbildung am "Rossini-Konservatorium" ("Conservatorio Statale di Musica
"Gioachino Rossini"1)" → Wikipedia (englisch))
in Pesaro1)
bei Maria Pavoni. Mit den gesanglichen Ergebnissen/Fortschritten
unzufrieden, brach er den Unterricht dort nach kurzer Zeit wieder ab, "Corelli
orientierte sich fortan an den stimmlichen Eigenschaften
seiner Vorbilder Enrico Caruso,
Aureliano Pertile1),
Beniamino Gigli,
Giacomo Lauri-Volpi1)
und Miguel Fleta1), die er ausgiebig
studierte." notiert Wikipedia.
Weiterhin kan man bei Wikipedia lesen: "1950 erfolgte ein Vorsingen für
den Intensivierungskurs des
"Maggio Musicale Fiorentino"1)
am "Teatro Comunale di Firenze"1), bei
dem der Jury-Vorsitzende bzw. Komponist Ildebrando Pizzetti1)
(1880 1968) auf Corellis außergewöhnlich eindrucksvolle,
jedoch noch wenig ausgebildete
Stimme aufmerksam wurde. Corelli erhielt ein Stipendium für ein 3-monatiges Gesangsstudium
in Florenz1).
Dort ergaben sich für ihn wichtige, nachhaltige Erstkontakte zu Sängern
und Theaterleitern, darunter auch ein erstes Vorsingen für den Dirigenten Tullio Serafin1)
(1878 1968), welches er er
jedoch vor Lampenfieber,
das sich hier erstmals dokumentierte und mit dem er während seiner gesamten
Karriere stark zu kämpfen hatte, nicht absolvieren konnte. Ab den 1950er Jahren wurde er stimmlich
von seiner späteren Ehefrau Loretta di Lelio1)
(1918 2013) betreut, die ihn mit der traditionellen "Belcanto"1)-Schule
des italienischen Opernsängers (Bariton) und Gesangspädagogen Antonio Cotogni1)
(1831 1918) vertraut machte,
was zu einer Systematisierung von Corellis
Gesangstechnik führte. In der Zeit von 1958 bis 1962 erfolgte eine intensive
Zusammenarbeit mit dem Belcanto-Tenor Giacomo Lauri-Volpi1)
(1892 1979), bei
dem Corelli letzten "Feinschliff" seiner
Belcanto-Technik und Interpretationskunst erhielt. Außerdem zählte der
Bariton Luigi Borgonovo (1899 1975) zu seinen Lehrern, der ihn an der Opernschule der
"Mailänder Scala"1) unterrichtete."
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Der Weg zum gefeierten Tenor gestaltete sich schwierig, seine Karriere
wollte nicht so recht in Gang kommen. Corelli wirkte im italienischen Rundfunk
sowie an Provinzbühnen. 1951 nahm er an einem Gesangswettbewerb des
"Centro Sperimentale di Spoleto"1) teil und gewann als ersten Preis eine
drei-monatige Einstudierung der Tenor-Hauptpartie des Don José in
der Oper "Carmen"1)
von Georges Bizet1)
mit Aufführung am dortigen "Teatro Lirico Sperimentale"1); diese Partie,
mit der er später auch beim "Festival dei Due Mondi"1)
in Spoleto auftrat, sollte zu einer der meist gesungenen seiner Laufbahn werden.
Anfang der 1950er folgte ein Engagement als festes
Ensemblemitglied am "Teatro dell'Opera di Roma"1), wo
er am 31. Januar 1952 in der Oper
"Giulietta e Romeo"1)
von Riccardo Zandonai1)
mit dem Part des Romeo Montecchio an der Seite von Maria Caniglia1)
(Giulietta Capuleto) debütierte, gefolgt im Mai mit der Figur des Grafen Maurizio in
"Adriana Lecouvreur"1)
von Francesco Cilea1),
erneut neben Maria Caniglia in der Titelrolle. Mit diesen Auftritten
soll er jedoch zu dieser Zeit noch stimmlich überfordert gewesen sein, was
seine erwähnten, weiteren Studien erklärt.
Franco Corelli am 26.06.1960 in der "Wiener Staatsoper"1)
als Poet Andrea Chénier1) in
der Oper "Andrea Chénier"1)
von Umberto Giordano1) (Musik);
Inszenierung: Paul Hager1),
Dirigent: Lovro von Matačić1)
→ Besetzung
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen
Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber: Trude Dietrich (19071981) bzw. "Fotoagentur
"Dietrich & Co"
Datierung: 26.06.1960; Rechteinhaber/© Trude Dietrich/ÖNB/Wien;
Bildarchiv Austria
(Inventarnummer/Signatur 550.898-B) → Info
|
Erst mit seinem Debüt (1954) an der "Mailänder Scala"1)
in der Oper "La vestale"1) ("Die Vestalin")
von Gaspare Spontini1)
mit der Rolle des römischen Feldherrn Licinius als Partner der Primadonna
Maria Callas (1923 1977), welche
Licinius' Geliebte Julia bzw. die Priesterin der Vesta1)
gab, gelang ihm endgültig der Durchbruch zum international umjubelten Tenor. Mit
seiner Stimme, aber auch seiner blendenden Erscheinung begeisterte er das Publikum in aller Welt.
Der außergewöhnlich große, schlanke Mann mit dem Aussehen und der Ausstrahlung eines
Hollywood-Stars wie Gary Cooper
oder Robert Taylor avancierte zu einem der
führenden dramatischen Tenöre des italienischen Repertoires. Mit der
legendären Maria Callas trat er noch wiederholt auf, so an der
"Mailänder Scala" als Graf
Loris Ipanoff in "Fedora"1) (1956) von
Umberto Giordano1),
als Piraten-Anführer Gualtiero in
"Il pirata"1) (1958)
von Vincenzo Bellini1),
als Titelheld in "Poliuto"1) (1960)
von Gaetano Donizetti1)
mit Callas als dessen Gattin Paolina, und später (1964/65) an der "Opéra de Paris"1)
als der römische Prokonsul Pollione in der Bellini-Oper "Norma"1) sowie
mit seiner Glanzrolle des Malers Cavaradossi in der berühmten Neuinszenierung von Franco Zeffirelli1) der
Puccini1)-Oper"Tosca"1),
den er auch an der
"Metropolitan Opera"1) in einer der letzten Bühnenauftritte der
Callas gab.
Ab Mitte der 1950er Jahre sang der "Apollo des Bel Canto",
wie er von manchen bezeichnet wurde, regelmäßig an den großen
italienischen Opernbühnen, zudem bis 1961 jährlich bei den
Opernfestspielen in der "Arena di Verona"1) sowie
beim "Maggio Musicale
Fiorentino"1). Er brillierte an der
"Wiener Staatsoper"1) Debüt am
15. Mai 1957
als Feldherr Radames in der Verdi1)-Oper "Aida",
weitere Auftritte siehe hier ebenso wie am Londoner "Royal Opera House"1)
in Covent Garden1),
gab Gastspiele an bedeutenden Opernhäusern rund um den Globus, unter anderem
an der "Lyric Opera of Chicago"1) oder
an der "San Francisco Opera"1);
mehrfach trat er am
"Teatro Nacional de São Carlos"1)
in Lissabon1) auf.
Beispielsweise sorgte er im Juni 1957 bei seinem Debüt am "Royal Opera House" als Maler Cavaradossi in Puccinis "Tosca"1)
unter der musikalischen Leitung von Alexander Gibson (1926 1995) an der Seite
der Sopranistin Zinka Milanov1)
für Furore, am 27. Januar 1961 wurde er bei seinem ersten Auftreten an der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
in dem Verdi-Werk "Der Troubadour"1)
("Il trovatore") als Titelheld Manrico sowie Partner von Leontyne Price1)
(Leonora) frenetisch gefeiert. Bis Ende Juni 1975 trat er an der "Met"
regelmäßig auf, wo er fünfzehn Spielzeiten lang seine
Kunst in rund 370 Vorstellungen präsentierte. Darunter waren die Titelpartien in
"Andrea Chénier"1)
von Umberto Giordano1)
und in "Werher"1)
von Jules Massenet1),
der
Fürst Enzo Grimaldo in "La gioconda"1)
von Amilcare Ponchielli1), der
Graf Maurizio in
"Adriana Lecouvreur"1) von
Francesco Cilea1), der Canio/Bajazzo in "Pagliacci"1)
(dt. "Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo1)
oder der Romeo in
"Roméo et Juliette"1) von
Charles Gounod1).
Seinen letzten Auftritt an der "Met" hatte er am 28. Juni 1975 als Poet Rodolfo
in der Oper "La Bohème"1)
von Giacomo Puccini1) unter der musikalischen Leitung von Leif Segerstam1)
an der Seitze von Renata Scotto1) als Midinette
Mimi → Übersicht Wirken an der "Metropolitan Opera".
Auch bei den "Salzburger
Festspielen"1) trat er 1962 in
einer vielbeachteten Inszenierung bzw. unter der musikalischen Leitung
von Herbert von Karajan1)
mit seiner "Paraderolle" des Offiziers Manrico in "Il trovatore"1) ("Der Troubadour") auf, einmal mehr mit Leontyne Price1) als
Leonora sowie Ettore :Bastianini1) als
Graf Luna.
Während seiner Karriere als international umjubelter Tenor glänzte
Corelli in den großen Rollen seines Fachs. Außer den erwähnten Rollen
gestaltete er als Verdi-Interpret
die Titelrollen in "Ernani"1) und "Don Carlos"1), den
Krieger Arrigo
in "Die Schlacht bei Legnano"1),
den Feldherrn Radames in "Aida"1)
und den
Mestizen Alvaro in "Die Macht des Schicksals"1).
In Puccini-Opern
begeisterte er als Poet Rudolfo in "La bohème"1)
und als Bandit Dick Johnson in "Das Mädchen aus
dem Goldenen Westen"1).
Corelli gestaltete Gounods "Faust"1) ebenso brillant
wie den jungen Bauern Turiddu
in "Cavalleria Rusticana"1)
von Pietro Mascagni1) um nur
einige weitere groß:e Rollen zu nennen. Zahlreiche Tonträger zeugen von Corellis enormer
sängerischer Dominanz, auch im Duett mit so berühmten Kolleginnen wie
Renata Tebaldi
(1922 2004), Birgit Nilsson1)
(1918 2005), Joan Sutherland1)
(1926 2010) oder Monserrat Caballé1)
(1933 2018); seine
neapolitanischen Canzone beispielsweise machten ihn auch bei Nicht-Opernfans
ungemein populär → Repertoire bei Wikipedia.
Seine Sangeskollegen hatten es nicht
immer leicht mit ihm, zum einen wegen seines fast krankhaftem Lampenfiebers,
zum anderen aufgrund seines cholerisches Temperaments. Joan Downs (19212003)
berichtet in dem von Herbert A. Breslin editierten Buch "The
Tenors" über teils kindliche, teils kindische Ausbrüche von
Eitelkeit, verletztem Stolz, Wut und Neid, von Kämpfen mit dem
Bassisten Boris Christoff und Fermaten-Duellen mit Diven, von
Prügeleien gar mit den Fans anderer Sänger: "Ich lebe auf meinen
Nerven" war die Erklärung des jähzornigen Sanguinikers
2)
Bei den "Salzburger Festspielen"1) konnte man
Corellis Kunst ebenfalls bewundern, unter der musikalischen Leitung von Herbert von Karajan1)
brillierte er im Sommer 1962 als Manrico in "Der Troubadour"
an der Seite von Ettore Bastianini1) (Graf Luna) und
Leontyne Price1) (Leonore), "elektrisierte
das Publikum derartr, dass niemand sich die Frage stellte, ob das "hohe C" am Ende der
Stretta1) Manricos vom Komponisten überhaupt vorgesehen war."
vermerkt br-klassik.de.
In Deutschland gastierte er im Juni/Juli 1958 als Cavaradossi in "Tosca"1)
mit Vorstellungen an der "Staatsoper Stuttgart"1),
am "Hessischen Staatstheater Wiesbaden"1) und
am "Prinzregententheater"1)
in München1).
Zum besonderen Ereignis geriet auch am 20. April 1958 sein Auftritt bei
einem Konzert anlässlich der Eröffnung der "Weltausstellung 1958"1) in
Brüssel1),
wo er mit Arien wie "E lucevan le stelle"1) (aus "Tosca") oder dem
berühmten "Nessun dorma"1) (aus "Turandot") die
Zuhörer/-innen begeisterte. Das Konzert wurde live im Radio übertragen und auf Schallplatten
aufgenommen, die, restauriert und digitalisiert, im Archiv der Rundfunkanstalt
"Vlaamse
Radio- en Televisieomroeporganisatie"1)
(VRT) aufbewahrt werden → www.vrt.be.
Seine Stimme war von höchstem Karat, mit seinem "squillo", der
Stahltüren zu durchschneiden schien. Corellis Tenor war nicht nur laut,
sondern auch enorm tragfähig. Der überreiche metallische Beiklang machte
sich erstaunlicherweise nicht spröde oder trocken, sondern hatte, wenn er in
Form war, immer etwas vom Schrei eines wilden Tieres, ein animalisches Moment,
das auch durch seine reiche baritonale Mittellage bekräftigt wurde
Corelli
war, nehmt alles nur in allem, einer der fünf, sechs Tenöre mit den
reichsten stimmlichen Mitteln, die es in unserem Jahrhundert gegeben hat, ein
Phänomen ganz ohne Zweifel, als Künstler erreichte er diese Höhe
nicht.3)
Verschiedentlich präsentierte Corelli seine Kunst einem breiten Publikum in
Film- und Fernsehproduktionen. Unter der Regie von Franco Enriquez (1927 1980))
entstand die für die
"RAI"1) produzierte
TV-Version der Leoncavallo-Oper "Pagliacci"1) (1954) mit dem von Alfredo Simonetto
(1905 1963) geleiteten
"Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI di Milano" und Corelli ala
Canio; als DVD gelangte dieser Film 2004 in den Handel. Weitere mit
Corelli in seinen Glanzrollen gezeigte Opern-Produktionen der "RAI"
waren
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie)
Alle genannten TV-Filme wurden vom Label "Hardy Classics" auf DVD
herausgebracht. Unter der Regie von Carmine Gallone1)
entstand zudem der Kinofilm "Tosca"4) (1956), in dem
die Sopranistin Franca Duval (1926 2020) zwar die Floria Tosca
spielte, aber von Maria Caniglia1)
synchronisiert wurde, angeblich weil Duval die Partie der "Toca"
bisher nicht einstudiert hatte; das Orchester leitete Oliviero De Fabritiis (1902 1982) → Wikipedia (englisch).
Darüber hinaus gehörte er als Tenor zur Besetzung des von Sergio Corbucci1) mit
Massimo Serato1) und
Sonja Ziemann gedrehten
Melodrams "Suprema confessione"5) (1956, "Die große Sünde")
→ Filmografie bei der "Internet Movie Datzabase"
(IMDb).
Als Corelli den Höhepunkt seiner stimmlichen Möglichkeiten überschritten
hatte, nahm er allmählich Abschied von der Opernbühne, seine letzten Vorstellungen an der
"Wiener Staatsoper"1) erfolgten seit der Premiere am 25. Oktober 1970
mit der Titelpartie des Don Carlos1) in der Verdi-Oper "Don Carlos"1) in
einer Inszenierung von Otto Schenk mit
Horst Stein1) am Dirigentenpult → archiv.wiener-staatsoper.at. Er gab nun vermehrt Konzerte und
Liederabende, unter anderem gastierte er mit Arien Mitte Dezember 1970 im Kongresssaal des
"Deutschen Museums"1) in
München1), begleitet von dem "Münchner Philharmonikern"1) unter der musikalischen Leitung von
Nello Santi1)
(1931 2020). Wenig später übernahm er an der "Deutschen Oper Berlin"1)
an der
Seite von Anna Moffo1)
noch einmal den Part des Don José in der Bizet-Oper "Carmen"1),
dirigiert von Lorin Maazel1). 1971 verpflichtete ihn die
"Hamburgische Staatsoper"1) für zwei
Gala-Konzerte mit Werken von Puccini1) gemeinsam mit
Mirella Freni1),
Fiorenza Cossotto1) und
Ilva Ligabue1),
einmal mehr mit Dirigent Nello Santi. In Hamburg trat Corelli dann noch in zwei
Verdi-Werken auf, als Radames in "Aida"1) sowie
mit der Tenor-Partie in "Messa di Requiem"1).
Mitte der 1970er ging er auf Konzert-Tourneen, gab Gastspiele in den USA und in
Japan, doch das Nachlassen seiner stimmlichen Qualitä:t zeichnete sich immer
mehr ab. Letztmalig trat der damals 55-Jährige im Sommer 1976 beim "Festival Puccini"1) im italienischen Torre del Lago, einem
Ortsteil von Viareggio1),
als Rodolfo in "La bohème" auf,
danach zog er fast vollständig ins
Privatleben zurück; lediglich 1981 gab er in Stockholm1) noch einmal ein Konzert zu Ehren
der schwedischen Opernsängerin Birgit Nilsson1) (1918 2005).
Nach Beendigung seiner herausragenden Karriere betätigte sich der
gefeierte Tenor als Gesangspädagoge in Meisterklassen, unter seinen Schülern
befand sich beispielsweise Yusif Eyvazov1).
Zudem fungierte er drei Jahre lang als Präsident/Juror bei den in seiner
Geburtsstadt Ancona veranstalteten Gesangs-Wettbewerben, wo unter anderem
einmal Andrea Bocelli1)
teilnahm, der die Endrunde erreichte und später ebenfalls von Corelli
Unterricht erhielt.
Franco Corelli, dessen außergewöhnliche, lyrische Stimme als eine der
kraftvollsten und voluminösesten des vergangenen Jahrhunderts gilt, starb am
29. Oktober 2003 im Alter von 82 Jahren in einer Klinik in Mailand1)
an den Folgen eines Schlaganfalls. Er hinterließ seine Ehefrau, die
Sopranistin Loretta di Lelio1)
(1918 – 2013), mit der er seit 1958 verheiratet war.
Loretta Di Lelio gab ihrem Mann zuliebe ihre eigene Gesangskarriere
als Sopranistin auf, begleitete ihren Ehemann als Managerin sowie
Stimmtrainerin und war dessen wichtigste Beraterin.
Die letzte Ruhe fand Corelli auf dem Mailänder "Cimitero Monumentale"1)
→ findagrave.com. An
der Grabstelle befindet sich eine auf einem Stein-Sockel angebrachte
Büste des legendären Künstlers.
Corelli-Büste am Grab im "Cimitero Monumentale"
Urheber des Fotos: Georg Longino; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia
Commons
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Vornehmlicj in italienischer Sprache wurden Biografien
über den Tenor veröffentlicht, so unter anderem von der Musikwissenschaftlerin
Marina Boagno die Werke "Franco Corelli. Un uomo, una voce" (1990) und
"Franco Corelli. I suoi personaggi" (2002).
René Seghers verfasste das Buch "Franco Corelli. Prince of tenors" (2008) → Literatur bei Wikipedia.
Am 21. Oktober 1964 würdigte man Franco Corellis beachtliches,
künstlerisches Schaffen mit dem "Verdienstorden
der Italienischen Republik"1) ("Ordine al Merito della Repubblica Italiana OMRI")
im Range eines "Großoffiziers" ("Grande Ufficiale").
Er ist Namensgeber des in seiner Geburtsstadt Ancona durch die "Fondazione Teatro delle Muse"
verliehenen "Franco Corelli Award"
("Premio Corelli"), der an herausragende Tenöre
vergeben wird,
wie beispielsweise 2026 an Gregory Kunde1). Anlässlich des 100. Geburtstages
von Corellis ging dieser Preis 2021/22 an Jonas Kaufmann1).
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Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia, bmlo.lmu.de; R = Inszenierung/Regie)
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"Metropolitan Opera",
New York
Die "Met" weist 369 Vorstellungen/Auftritte mit Franco Corelli
aus → archives.metopera.org.
- 27.01.196105.05.1964 (11 Vorstellungen): Titelpartie
des Offiziers Manrico in "Il
trovatore" ("Der Troubadour")
von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Salvadore
Cammarano, Leone Emanuele Bardare, basierend
auf dem Schauspiel "El trovador" von Antonio
García Gutiérrez
- 24.02.196128.12.1974 (55 Vorstellungen): Prinz Calàf, Sohn des entthronten Tatarenkönigs Timur,
in "Turandot"
von Giacomo
Puccini (Musik), mit dem Libretto von Giuseppe
Adami und Renato
Simoni, basierend auf dem
gleichnamigen
Theaterstück von Carlo
Gozzi
- 03.04.196121.06.1972 (11 Vorstellungen): Don
Carlo, Sohn des Königs von Spanien Philippe
II., in "Don
Carlo"
von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Joseph
Méry und Camille
du Locle,
basierend auf dem Drama
"Don
Karlos, Infant von Spanien" von Friedrich
Schiller
- 1. Vorstellung 03.04.1961: Dirigent: Nino Verchi (mit u. a. Giorgio Tozzi (Philippe II.),
Mario Sereni (Rodrigue
Marquis von Posa, Freund des Don Carlos), Mary Curtis-Verna (19212009 → Wikipedia (engl.)
Élisabeth de
Valois,
Tochter des Königs von Frankreich, später Königin von Spanien),
Nell Rankin (Prinzessin Eboli
(d. i.
Ana de Mendoza y de la
Cerda),
Hofdame Elisabeths)
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 21.06.1972: Dirigent: Francesco Molinari-Pradelli
(mit u. a. Giorgio Tozzi (Philippe II.),
Robert Merrill (Rodrigue Marquis von Posa), Elinor Ross
(19262020 → Wikipedia (engl.)
Élisabeth de Valois),
1. u.2. Akt: Grace
Bumbry/3. u. 4. Akt: Nell Rankin (Prinzessin Eboli)) → Besetzung
- 10.05.196123.06.1973 (41 Vorstellungen): Feldherr
Radamès in "Aida"
von Giuseppe Verdi
(Musik), mit dem Libretto
von Antonio
Ghislanzoni, verfasst nach einem Szenarium des Ägyptologen Auguste
Mariette
- 27.01.196212.06.1973 (44 Vorstellungen): Maler
Mario Cavaradossi in "Tosca"
von Giacomo
Puccini (Musik),
mit dem Libretto von Giuseppe
Giacosa und Luigi
Illica, basierend auf dem Drama "La Tosca" von Victorien
Sardou
- 09.03.196212.03.1968 (24 Vorstellungen): Fürst Enzo Grimaldo, Begleiterin der Straßensängerin La Gioconda,
in "La
Gioconda" von Amilcare
Ponchielli. (Musik), mit dem Libretto von Arrigo
Boito alias "Tobia Gorrio",
basierend auf dem Schauspiel "Angelo, tyran de Padoue" von
Victor
Hugo
- 15.10.196214.01.1971 (9 Vorstellungen):
Titelpartie des Poeten Andrea Chénier in "Andrea
Chénier" von
Umberto
Giordano (Musik), mit dem Libretto von Luigi Illica
- 10.11.196216.01.1971 (11 Vorstellungen): Bandit Ernani
in "Ernani"
von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto
von Francesco
Maria Piave, basierend auf dem Drama "Hernani,
ou l’Honneur castillan" von Victor
Hugo
- 21.01.196327.05.1969 (18 Vorstellungen): Maurizio,
Graf von Sachsen, in "Adriana
Lecouvreur" von Francesco
Cilea (Musik),
mit dem Libretto von Arturo
Colautti, basierend auf dem Schauspiel von Eugène
Scribe und Ernest Legouvé,
verfasst für die Tragööin Elisabeth
Felix alias "Rachel"
- 1. Vorstellung 21.01.1963: Dirigent: Silvio Varviso (mit Renata Tebaldi als Adriana
Lecouvreur) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 27.05.1969: Dirigent: Jan Behr
(mit Renata Tebaldi als Adriana Lecouvreur) → Besetzung
- 18.04.196305.05.1964 (7 Vorstellungen):
Canio/Pagliaccio in "Pagliacci"
("Der Bajazzo")
von Ruggero
Leoncavallo (Musik/Libretto)
- 17.05.196323.12.1974 (12 Vorstellungen): Der junge
Bauer Turiddu, Geliebter der jungen Bäuerin Santuzza,
in "Cavalleria
rusticana" von Pietro
Mascagni (Musik), mit dem Libretto von Giovanni
Verga, Giovanni
Targioni-Tozzetti
und Guido
Menasci, basierend auf der gleichnamige Erzählung von Giovanni
Verga aus der Novellensammlung
"Vita dei campi" ("Landleben")
- 29.02.196428.06.1975 (34 Vorstellungen): Poet Rodolfo
in "La
Bohème" von Giacomo Puccini
(Musik),
mit dem Libretto von Luigi
Illica und Giuseppe
Giacosa nach dem Roman "Scènes de la vie de bohème"
von Henri
Murger
- 29.01.196509.06.1972 (14 Vorstellungen): Don
Alvaro, Geliebter der Donna Leonora de Vargas, in "La
forza del destino"
("Die Macht des Schicksals") von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Francesco Maria
Piave (1. Fassung),
Antonio Ghislanzoni
(Neufassung), basierend auf dem Drama "Don Álvaro o la fuerza del sino" von
Ángel de Saavedra
- 31.03.1965: Gala-Vorstellung/Konzert, unter anderem → Programm
- 01.12.196518.03.1966 (7 Vorstellungen):
Dick Johnson alias Bandit Ramerrez in "La
fanciulla del West"
("Das Mädchen aus dem goldenen Westen") von Giacomo
Puccini (Musik), mit dem Libretto von Guelfo
Civinini
und Carlo Zangarini (18731943; → Wikipedia (englisch)),
basierend auf dem Schauspiel "The Girl of the Golden West"
von David
Belasco
- 1. Vorstellung 01.12.1965: Dirigent: Fausto Cleva
(mit u. a. Dorothy Kirsten (190101982 → Wikipedia (englisch))
als Schankwirtin Minnie,
Anselmo Colzani als Sheriff Jack Rance) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 18.03.1966: Dirigent: Jan Behr
(mit u. a. Dorothy Kirsten als Schankwirtin Minnie,
Anselmo Colzani als Sheriff Jack Rance) → Besetzung
- 16.04.1966: Gala Farewell (Mitwirkung: im Duett mit Renata Tebaldi
Arie "Vieni Colle tue braccia" aus
der
Oper "Manon
Lescaut" von Giacomo
Puccini (Musik); Dirigent: Fausto Cleva) → Programm
- 19.08.196724.05.1975 (37 Vorstellungen): Roméo
Montaigu in "Roméo
et Juliette" von Charles
Gounod (Musik),
mit dem Libretto von Jules
Barbier und Michel
Carré, basierend auf der Tragödie "Romeo
and Juliet" von William
Shakespeare
- 16.08.1968:Gala-Vorstellung/Benefiz-Konzert (Vortrag der Lieder
"Core 'ngrato" (Komponist: Salvatore Cardillo
(18741947 → Wikipedia (engl.))
/ "I' te vurria vasà" (→ Wikipedia (englisch)) → Programm
- 11./14.06.1968: Don José in "Carmen"
von Georges
Bizet (Musik), mit dem Libretto von Henri
Meilhac und
Ludovic
Halévy, basierend auf der gleichnamigen
Novelle von Prosper
Mérimée; Dirigent: Alain Lombard
(mit Rosalind Elias als Carmen; u. a.
Robert Merrill als Torero Escamillo)
- 11,/21.01.1971: Sir Edgardo di Ravenswood, Geliebter von Lucia,
in "Lucia
di Lammermoor" von Gaetano
Donizetti (Musik),
mit dem Libretto von Salvadore
Cammarano, basierend auf dem Roman "The Bride of
Lammermoor" von Sir Walter
Scott:
Dirigent: Carlo Franci (19272019)
- 27.02.197113.03.1972 (23 Vorstellungen):
Titelpartie des Werther in "Werher"
von Jules Massenet (Musik),
mit dem Libretto von Édouard
Blau, Paul
Milliet, Georges Hartmann (18431900 → Wikipedia
(engl.)), basierend
auf dem Briefroman
"Die Leiden des jungen
Werther" von Johann Wolfgang von Goethe
- 22.04.1972: Gala-Vorstellung zu Ehren von Sir Rudolf Bing
(Mitwirkung: Eröffnungs-Arie des 4. Akts
aus "Carmen"
von Georges
Bizet (Musik); Dirigent: Kurt Adler) → Programm
- 15.05.197321.05.1973: Macduff, schottischer Adliger, Lord of
Fife;
in "Macbeth"
von Giuseppe
Verdi (Musik),
mit dem Libretto von Francesco
Maria Piave und Andrea
Maffei, basierend auf der Tragödie "Macbeth"
von William
Shakespeare; Dirigent: Francesco Molinari-Pradelli (mit Sherrill Milnes
als
Feldherr Macbeth
Gemahl von Lady Macbeth (Grace
Bumbry))
"Wiener
Staatsoper" → archiv.wiener-staatsoper.at
- 15.05.195724.05.1957 (4 Vorstellungen): Feldherr
Radamès in "Aida"
von Giuseppe Verdi
(Musik), mit dem Libretto
von Antonio
Ghislanzoni, verfasst nach einem Szenarium des Ägyptologen Auguste
Mariette:
in der Inszenierung von Adolf
Rott, Dirigent: Antonino Votto
(mit Antonietta Stella als
Aida)
- 26./29.06.1960:
Titelpartie des Poeten Andrea Chénier in "Andrea
Chénier" von
Umberto
Giordano (Musik),
mit dem Libretto von Luigi Illica;
in der Inszenierung von Paul
Hager, Dirigent: Lovro von Matačić;
mit u. a. Renata
Tebaldi als die junge Grafentochter
Maddalena de Coigny
- 19.10.196015.11.1969 (6 Vorstellungen): Maler
Mario Cavaradossi in "Tosca"
von Giacomo
Puccini (Musik),
mit dem Libretto von Giuseppe
Giacosa und Luigi
Illica, basierend auf dem Drama "La Tosca" von Victorien
Sardou;
in der Inszenierung von Margarethe Wallmann
- 23.26.10.1960: Don Alvaro, Geliebter der Donna Leonora de Vargas
(Gerda
Scheyrer), in "La
forza del destino"
("Die Macht des Schicksals") von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Francesco Maria
Piave (1. Fassung),
Antonio Ghislanzoni
(Neufassung), basierend auf dem Drama "Don Álvaro o la fuerza del sino" von
Ángel de Saavedra;
in der Inszenierung von Margarethe Wallmann, Dirigent:
Berislav Klobučar
- 14.09.196202.11.1963: Prinz Calàf, Sohn des entthronten Tatarenkönigs Timur,
in "Turandot"
von Giacomo
Puccini (Musik), mit dem Libretto von Giuseppe
Adami und Renato
Simoni, basierend auf dem
gleichnamigen
Theaterstück von Carlo
Gozzi; in der Inszenierung von Margarethe Wallmann
(mit Amy Shuard (19241975 → Wikipedia (englisch)) als Turandot, Tochter des chinesischen Kaisers Altoum
- 26.09.1963: Der junge Bauer Turiddu, Sohn von Lucia (Georgine von Milinković) und Geliebter der jungen Bäuerin
Santuzza (Giulietta
Simionato),
in "Cavalleria
rusticana" von Pietro
Mascagni (Musik), mit dem Libretto von Giovanni
Verga,
Giovanni
Targioni-Tozzetti
und Guido
Menasci, basierend auf der gleichnamige Erzählung von Giovanni
Verga aus der
Novellensammlung
"Vita dei campi" ("Landleben");
Inszenierung: Wolf-Dieter Ludwig (19282007),
Dirigent: Oliviero de Fabritiis (19021982 → Wikipedia (englisch))
- 08.10.196326.11.1970 (11 Vorstellungen): Don
Carlo, Sohn des Königs von Spanien Philippe
II., in "Don
Carlo"/"Don Carlos"
von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Joseph
Méry und Camille
du Locle,
basierend auf dem Drama
"Don
Karlos, Infant von Spanien" von Friedrich
Schiller
- 1. Vorstellung 08.10.1963: R: Margarethe Wallmann, Dirigent:
Berislav Klobučar
(mit u. a. Nicola Zaccaria (19232007 → Wikipedia (engl.)
Philippe II.),
Ettore Bastianini (Rodrigue Marquis von Posa,
Freund des Don Carlos), Hilde Zadek
(Élisabeth de
Valois,
Tochter des Königs von Frankreich, später Königin
von Spanien), Fiorenza
Cossotto (Prinzessin Eboli
(d. i. Ana de Mendoza y de la
Cerda), Hofdame Elisabeths) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 26.11.1970: R: Otto
Schenk, Dirigent: Horst Stein
(mit u. a. Nicolai Ghiaurov (Philippe II.),
Eberhard Waechter (Rodrigue Marquis von Posa), Gundula Janowitz
(Élisabeth de Valois),
Shirley Verrett (Prinzessin Eboli) → Besetzung
- 24.10.196315.11.1963 (6 Vorstellungen): Titelpartie
des Offiziers Manrico in "Il
trovatore" ("Der Troubadour")
von Giuseppe
Verdi (Musik), mit dem Libretto von Salvadore
Cammarano, Leone Emanuele Bardare, basierend
auf dem Schauspiel "El trovador" von Antonio
García Gutiérrez; in der Inszenierung sowie unter der
musikalischen
Leitung (außer 30.10./10.11.1963: Alberto
Erede) von Herbert
von Karajan (mit u. a. Ilva Ligabue als
Leonora)
"Salzburger
Festspiele"
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