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Zum Film kam die Schauspielerin parallel zu ihrer Theatertätigkeit, einen ersten Leinwandauftritt hatte sie 1967 unter der Regie von Karl-Heinz Carpentier als Studentin in dem DEFA-Episodenstreifen "Geschichten jener Nacht", weitere Kino- und Fernsehproduktionen, vornehmlich in gesellschaftskritischen Gegenwartsstücken, schlossen sich bei der DEFA an. Mit dem Typus der selbständigen jungen Frau besetzt, erlebte man die auch mit fortschreitendem Alter stets mädchenhafte wirkende Gröllmann beispielsweise neben Karin Gregorek als engagierte Journalistin in Hans-Georg Simmgens "Regina B." (1969), oder als selbstbewusste Elektrikerin in dem nach Rainer Kerndls, von Jochen Thomas für das Fernsehen inszenierte Zwei-Personenstück "Ich bin einem Mädchen begegnet" (1970). Eine herausragende Interpretation war 1971 die Figur des Mädchens Gila in Ingrid Reschkes Kinofilm "Kennen Sie Urban?", ein Kritiker (H. Knietzsch) der Zeitung "Neues Deutschland" schrieb unter anderem "Da ist Jenny Gröllmann als Mädchen Gila, eine sehr selbstbewusste Studentin, der kleinbürgerliches Getue fremd ist, die es sich leistet und leisten kann, einen Jungen zu lieben, dessen Schattenseiten ihren Eltern erst einmal die Sprache verschlägt." In weiteren ambitionierten Kinofilmen wie Roland Gräfs Thriller "Die Flucht" (1977) oder Ulrich Weiß' antifaschistisches Drama "Dein unbekannter Bruder"1) (1982, mit Uwe Kockisch und Michael Gwisdek), einer Verfilmung des Buchs von Willi Bredel, in dem der deutsche Widerstand während des Nazi-Regimes thematisiert wird, zeigte Jenny Gröllmann ihre darstellerische Kraft. In nachhaltiger Erinnerung bleibt sie auch als verheiratete Geliebte Susette Gontard des Dichters Hölderlin, gespielt von Ulrich Mühe, in Herrmann Zschoches preisgekröntem Biopic "Hälfte des Lebens"2) (1985); siehe auch Wikipedia. Die "Berliner Zeitung" schrieb damals unter anderem "Vielleicht war es überhaupt die schönste Rolle für Jenny Gröllmann, die sich durch diesen Film liebte, bis Hölderlin unter einer Ledermaske für immer in einer Irrenanstalt verwahrt wurde." Brillant war auch ihre Verkörperung der alkoholkranken Mutter Henrich in Helmut Krätzigs TV-Krimi "Unheil aus der Flasche" (1987) aus der Reihe "Polizeiruf 110", insgesamt wirkte die Schauspielerin im Verlaufe der Jahre in rund 10 Episoden dieser populären Serie mit; zuletzt sah man sie 2004 unter der Regie von Bodo Fürneisen in der spannenden Story "Das Zeichen", neben Imogen Kogge als Ermittlerin Johanna Herz. Zu Jenny Grölllmanns Arbeiten für das Kino zählten nach der so genannten "Wende" unter anderem Peter Fratzschers Thriller "Blutspur in den Osten" (1995) und Marcus Lauterbachs Drama "Verzweiflung" (2000). Hauptsächlich konzentrierte die Schauspielerin ihr filmisches Wirken auf das Fernsehen, neben zahlreichen Rollen in beliebten Krimi-Serien wie "Ein Fall für zwei", "Hinter Gittern", "Die Straßen von Berlin", "Großstadtrevier", "SOKO 5113", "Der Bulle von Tölz" und natürlich "Tatort", war Jenny Gröllmann bereits Anfang der 1990er in den Geschichten um den "Liebling – Kreuzberg"1) alias Manfred Krug mit der Figur der Anwältin Isenthal zum gesamtdeutschen Serien-Star avanciert. Andere interessante Serienfiguren wie das Fräulein Conradi in "Unser Lehrer Doktor Specht"1) (1995), aber vor allem Rollen in spannenden TV-Krimis ließen die Schauspielerin zur unverzichtbaren Größe auf dem Bildschirm werden. Aus der Fülle ihrer Fernsehrollen für dieses Genre sind etwa zuletzt der Thriller "Jagd auf den Plastiktüten-Mörder" (2001) und der Tatort" "Leiden wie ein Tier" (2005) zu nennen. 1999 hatten die Ärzte bei Jenny Gröllmann Brustkrebs diagnostiziert, zunächst schien es, als habe sie die Krankheit besiegen können. Der Rückschlag erfolgte 2002 bzw. 2005, am 9. August 2006 erlag die Schauspielerin in Berlin mit nur 59 Jahren ihrer schweren Krankheit; ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Berliner "Französischen Friedhof". Von 1984 bis 1990 war Jenny Gröllmann mit Schauspielerkollegen Ulrich Mühe3) (1953 2007) verheiratet, aus der Verbindung stammt die 1985 geborene Tochter Anna Maria Mühe1), die in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten ist und sich inzwischen zu einer renommierten Darstellerin gemausert hat. Eine weitere Tochter, die 1969 geborene Jeanne, stammt aus Gröllmanns Beziehung zu ihrer Jugendliebe Thomas Goguel, dessen Vater Rudi Goguel1) (1908 1976) unter anderem 1933 die Melodie zu "Die Moorsoldaten"1) komponierte, eines der bekanntesten Lieder aus dem sozialistischen und kommunistischen Widerstand. Jenny Gröllmanns erste, 1973 geschlossene Ehe mit dem Regisseur Michael Kann war Anfang der 1980er Jahre geschieden worden, 2004 ging sie mit dem Filmarchitekten Claus-Jürgen Pfeiffer ein drittes Mal zum Standesamt. In ihren letzten Lebensmonaten sah sich Jenny Gröllmann einer Medienkampagne ausgesetzt, zwischen 1979 und 1989 soll sie Kontakte zum Ministerium für Staatssicherheit unterhalten haben und als IM "Jeanne" bei der "Stasi" geführt worden sein. Nach Interview-Äußerungen Ulrich Mühes über die Vorwürfe im 2006 erschienenen Buch zum Film "Das Leben der Anderen" erwirkte Gröllmann mit einem Anwalt vor dem Landgericht Berlin einstweilige Verfügungen gegen den Verlag des Buches sowie gegen ihren Ex-Ehemann. Sie erklärte eidesstattlich, sie habe nie wissentlich mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet. Gestützt wurde ihre Darstellung durch die Aussage des mit dem Vorgang befassten ehemaligen Stasi-Majors, er habe sich ihr gegenüber stets als Kriminalpolizist ausgegeben und Teile der Akte gefälscht. ( ) Das Gericht gab dem Antrag Gröllmanns statt und untersagte die weitere Verbreitung des Buches.4) Am 19. Juni 2008 startet Petra Weisenburgers Dokumentarfilm "Ich will da sein Jenny Gröllmann"2) in den Kinos. Neben Jenny Gröllmann sind unter anderem ihre Tochter Anna Maria Mühe sowie die Schauspieler Henry Hübchen, Jaecki Schwarz und Michael Gwisdek zu sehen. Die Filmemacherin begleitete die Künstlerin während ihrer letzten drei Lebensjahre. Mittels Filmausschnitten und parallel montierten Bildern und Gesprächen mit Kollegen und Wegbegleitern, wie Michael Gwisdek und Henry Hübchen, wird die Karriere einer besonderen Schauspielerin und das bewegende persönliche Portrait einer starken Frau gezeichnet. Die Parallelerzählung von Fiktion und Realität verdichtet sich zu einem faszinierenden Dokument der Schauspielkunst, DDR-Filmgeschichte und schließlich gesamtdeutschen Geschichte. Ein Film über eine außerordentliche Frau zwischen Anerkennung und Vergessenheit, zwischen Selbstverwirklichung und Schmerz, zwischen Diffamierung und Rehabilitierung. (Quelle: verleih.defa-spektrum.de; siehe auch Wikipedia) |
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Link: 1) Wikipedia, 2) prisma-online.de,
3) Kurzportrait innerhalb dieser HP Quelle: 4) Wikipedia |
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Siehe auch Wikipedia,
www.defa-sternstunden.de,
www.prisma-online.de Filmografie bei www.imdb.de |
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