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Werner Bruhns wurde am 10. Oktober 1928 in Hamburg geboren. Nach
dem Besuch des "Christianeum" in Hamburg-Altona ließ er sich
von Helmuth Gmelin1) (1891 1959) zum Schauspieler ausbilden.
1946 gab er am "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg sein Bühnendebüt
mit einer winzigen Rolle in "Die Dreigroschenoper" und
sammelte bis 1947 weitere Erfahrungen an dem renommierten Theater. Bruhns
Auftritt am Schlosstheater von Eutin blieb nur ein kurzes
Intermezzo, zur Spielzeit 1948/49 wechselte er an Helmuth Gmelins "Theater im Zimmer"
und 1950 an das Hamburger "Thalia-Theater", wo er auch nur
kurze Zeit blieb, um anschließend nach Bremen zu gehen. 1954 gehörte er
zum Ensemble des Staatstheaters in Oldenburg, in späteren Jahren trat er
unter anderem am Berliner "Renaissance-Theater" und dem "Staatstheater"
in Stuttgart auf. In seiner Geburtsstadt Hamburg spielte er an den
"Kammerspielen" und am "Jungen Theater".
Zu Beginn seiner Theaterkarriere gab Bruhns meist den jugendlichen Helden und
Liebhaber. So war er beispielsweise eine Idealbesetzung für die Rolle des schwärmerischen Kurt von Zedlitz in dem Stück
"Traumulus" aus der Feder von Arno Holz und Oskar Jerschke und des Victor in einer Inszenierung von John Steinbecks
"Die wilde Flamme" (Burning Bright). Weitere frühe Paraderollen waren der Don Carlos, der Leander und der Romeo.2)
Foto: Werner Bruhns als Riabowski und Renate Danz als Olga Federowna
in "Ein Sommer ein Herbst", Schauspiel
von Arthur Adamov
nach der Erzählung "Die Grille" von Anton
Tschechow.
Regie: Tom
Toelle
Erstausstrahlung: 17. Dezember 1964
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR
Media Services
mit weiteren Infos
zu dem Fernsehspiel; © SWR
Links: Wikipedia |
Zum Film
kam der Schauspieler Mitte der 1950er Jahre und war erstmals 1957 als Werner Haydenreich
in Alfred Weidenmanns Kriegsfilm "Der Stern von Afrika"1)
auf der Leinwand zu sehen. 1963 agierte er als Dieter Vorbauer in "Das Glück läuft hinterher",
seine bekannteste Leinwandrolle dürfte sicherlich die des "Jocelyn"
in dem 1969 von Kurt Hoffmann gedrehten Unterhaltungsfilm "Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft"
sein, nach dem Roman von Eric Malpass. 1970 sah man Bruhns neben Curd Jürgens
als Hauptkommissar Bossum in "Der Pfarrer von St. Pauli",
in "Die Akte Odessa"1)
(The Odessa File) agierte er 1974 als Hoffmann, in dem Horrorstreifen
"Magdalena vom Teufel besessen"1) (1974) als Prof. Dr. Falk
sowie 1976 als Ottavio Berlinghieri in Bertoluccis preisgekröntem,
opulenten Familienepos "1900"1).
Vor allem im Fernsehen fand Bruhns ein breites Betätigungsfeld und
spielte die unterschiedlichsten Figuren. Die Zuschauer sahen den Schauspieler unter
anderem 1958 als Cliff in der John Osborne-Verfilmung "Blick zurück im Zorn"
und als Frank Bonaparte in John Oldens Fernsehadaption des Theaterstücks
"Golden
Boy" (1962) von Clifford Odets. Rollen in so beliebten Krimi-Serien wie
"Hafenpolizei", "Stahlnetz", "Kriminalmuseum",
"Die fünfte Kolonne" "Der Kommissar"
"Derrick" oder "Tatort" folgten in den kommenden Jahren.
Oft verkörperte er hier den zwielichtigen Typus wie beispielsweise als
Finanzier Edoardo Minottii in dem mehrteiligen ZDF-Straßenfeger "11 Uhr 20"3) (1970).
Neben seiner Arbeit
als Schauspieler war Werner Bruhns auch ein gefragter Synchronsprecher und
lieh so berühmten Kollegen wie Marlon Brando, Randolph Scott, George Peppard oder Daniel Gélin seine Stimme. Bereits Anfang
der 1950er Jahre hatte Bruhns als freier Mitarbeiter beim NWDR
Aufgaben als Sprecher übernommen und blieb diesem Genre stets treu.
Werner Bruhns, der von 1952 bis 1957 in erster Ehe mit Christiane
Harlan1), der Nichte von des Regisseurs Veit Harlan2)
(1899 1964) und späteren Ehefrau
von US-Regisseur Stanley Kubrick1)
(1928 1999) verheiratet war, schied am 16. Oktober 1977
kurz nach seinem 49. Geburtstag durch Freitod aus dem Leben.
Mit seiner zweiten Ehefrau, der Autorin und Journalistin Wibke Bruhns1) war er seit 1965 verheiratet, aus der Verbindung
stammen die beiden Töchter Annika (geb. 1966) und Meike (geb. 1968).
Tochter Katharina aus Bruhns ersten Ehe war 1953 geboren worden.
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