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Al Pacino (Alfredo Jacob Pacino) wurde am 25. April 1940 als Sohn
italienischer Einwanderer in Manhattan (New York) geboren; Vater
Salvatore Pacino, ein Versicherungsagent, stammte aus der sizilianischen Stadt
Corleone, die Mutter
Rose war die Tochter ebenfalls italienischer Einwanderer. Sohn Alfredo war
noch sehr klein, als sich die Eltern
scheiden ließen, die Mutter zog mit ihm in die New Yorker South Bronx,
wo er bei seinen sizilianischen Großeltern aufwuchs.
Schon in frühen Jahren
interessierte Alfredo sich für die Schauspielerei, spielte Filmszenen nach, die er
im Kino gesehen hatte. So war sein weiterer Lebensweg nur konsequent. Nachdem
er die Schule vorzeitig abgebrochen hatte, besuchte er mit 17 Jahren die "High School of Performing Arts" in New York, wo
er seine zeitweilige Lebensgefährtin Jill Clayburgh
kennen lernte, und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Bürobote und
Platzanweiserin einem Theater. Anschließend nahm er Schauspielunterricht
an dem berühmten "Actors Studio" bzw. in dem Studio des
renommierten Schauspiellehrers Herbert Berghoff.
1966 gab er sein Bühnendebüt in dem Stück "The Peace Creeps"
und etablierte sich mit der Zeit als begehrtes Nachwuchstalent. Drei
Jahre später konnte er einen viel beachteten Erfolg am Broadway in dem Stück
"Does the Tiger Wear a Necktie" verzeichnen; im gleichen Jahr, 1969,
gab er auch sein Leinwanddebüt in "Me, Nathalie" (Ich, Natalie) und
erhielt einen "Tony Award".
Foto: Al Pacino bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1996
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
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Wirklich beeindrucken konnte er jedoch erst 1971 in seinem
zweiten Film "The Panic
in Needle Park" (Panik im Needle-Park) als New Yorker
Drogenabhängiger und Kleindealer Bobby, unter der Regie von Jerry Schatzberg.
Doch was dann kam veränderte sein Leben grundlegend, weltweiten
Erfolg brachte ihm 1972 seine Rolle des skrupellosen Mafia-Bosses
Michael Corleone, dem Sohn von Don Vito alias Marlon Brando in Francis Ford Coppolas
mehrteiligem Familien-Epos "The Godfather"1) (Der
Pate); auch in
den beiden Fortsetzungen des legendären Mafia-Thrillers "The
Godfather, Part II"1) (1974) und "The
Godfather, Part III"1) (1990) war er zu sehen. Hierfür erhielt Pacino 1972 und 1974 jeweils eine
Oscar-Nominierung und allein durch diese Rollen wird er unvergesslich bleiben.
Der dunkelhaarige, zierliche Schauspieler wurde nun bevorzugt in Rollen des
Italo-Amerikaners besetzt, vom Gangster bis zum Latin Lover. 1973 erhielt er
den Darstellerpreis in Cannes für seine Rolle des lässigen Tramps an der Seite von Gene Hackman
in Schatzbergs "Scarecrow" (Asphaltblüten). Obwohl er zwar 1973 mit der Titelrolle
in Sidney Lumets "Serpico"1) die Seiten gewechselt hatte und einen
unkonventionellen Streifen-Polizisten spielte, schien der Star dennoch nach
wie vor auf eigenwillige und schweigsame Typ festgelegt zu sein. So auch 1975 als
kleiner Bankräuber Sonny Wortzig, der es schafft, in Sidney Lumets
nach einem authentischen Fall gedrehten Krimi "Dog Day Afternoon"1)
(Hundstage2)) die ganze Sympathie seiner Geiseln zu
gewinnen, oder 1979 in Norman Jewisons Justizdrama "
And Justice for All"1) (
und Gerechtigkeit für alle), wo er
als idealistischer Strafverteidiger Arthur Kirkland ohne jede Chance gegen einen korrupten
Richter kämpfte; zwei weitere Oscar-Nominierungen waren ihm für diese
Glanzleistungen sicher.
Obwohl Al Pacino mittlerweile längst zum Superstar aufgestiegen war,
drohte er Anfang der 80er Jahre in Vergessenheit zu geraten.
Von "Scarface"1), dem 1983 viel kritisierten Remake eines Howard Hawks-Films abgesehen,
konnte Al Pacino als Kleinkrimineller Tony Montana keine nennenswerten Kinoerfolge
verbuchen. Das aufwendige Historienepos "Revolution"1) aus dem Jahre 1985 wurde
ein Flop an den Kinokassen und Pacino zog sich für vier Jahre vom Film
zurück, widmete sich verstärkt der Theaterarbeit. In diese Zeit fiel 1986
seine Arbeit als Filmregisseur und Produzent mit der Verfilmung des Theaterstücks
"The Local Stigmatic", die 1990 im "New Yorker Museum of Modern
Art" und im "Public Theatre" gezeigt wurde.
Sein Leinwand-Comeback Ende der 80er Jahre war dann triumphal: Der erotische Thriller
"Sea of Love"1)
(Sea of Love Melodie des Todes), in dem er an der
Seite von Ellen Barkin den verdrießlichen Cop Frank Keller spielte, wurde 1989 ein
Kassenhit. Nach seinen Liebesszenen mit seiner Partnerin entdeckte
ihn die Presse wieder als männliches Sexsymbol.
Doch Pacino dachte mit seinem nächsten Film nicht daran, dieses Image zu unterstützen.
In Warren Beattys Comicverfilmung "Dick Tracy"1)
verkörperte Pacino unter der Maske kaum erkennbar 1990 den
Gangsterboss " Big Boy Caprice" in einer ungewohnt komödiantischen Rolle.
Noch im gleichen Jahr spielte er die
Titelrolle im dritten Teil von "Der Pate" und wurde von Kritik
und Publikum hoch
gelobt. Zwei Jahre später erhielt er nach insgesamt 8 Oscar-Nominierungen
endlich den begehrten Oscar für seine brillant gespielte Figur des blinden Colonel Frank Slade
in Martin Brests Literaturverfilmung "Scent of a Woman"1)
(Der Duft der
Frauen2)).
Nach der Tragikomödie "Glengarry
Glen Ross"1) (1992, Glengarry
Glen Ross2)) mit Jack Lemmon als
Partner und einer weiteren Oscar-Nominierung, mimte er 1993 in Brian De Palmas intelligent
gemachten Streifen "Carlito's Way"1)
(Carlito's Way2))
den Gangster Carlito Briganti,
dem der Weg in den Ruhestand durch den Anwalt David Kleinfeld alias Sean Penn verbaut wird,
zwei Jahre später lieferte er sich in Michael Manns Meister-Thriller "Heat"1)
(Heat2))
als fanatischer Kamikaze-Cop Lt. Vincent Hanna ein mörderisches Gefecht mit dem
hartgesottenen Profigangster Neil McCauley alias Robert De Niro.
Nach dem Politthriller "City Hall"1)
(City Hall"2))
ebenfalls 1995, war er im folgenden Jahr mit der Produktion von
"Looking For Richard" beschäftigt einer dokumentarischen
und künstlerischen Film-Studie über den Charakter von Shakespeares Richard III., in der
Al Pacino nicht nur als Darsteller
mitwirkte, sondern auch sein Debüt als Filmregisseur gab und das Drehbuch
schrieb.
Weitere Filme der 90er Jahre mit Al Pacino in der Hauptrolle waren unter
anderem das Mafia-Drama "Donnie
Brasco"1) (1997), die Thriller "The
Devil's Advocate"1) (1997, Im Auftrag des
Teufels2)) und "The
Insider"1) (1999, The
Insider2)) sowie das Sport-Drama "Any
Given Sunday" (1999, An jedem verdammten
Sonntag2)).
Das neue Jahrtausend zeigt den Hollywoodstar beispielsweise als
Großstadtdetektiv, der in dem ungewöhnlichen Thriller "Insomnia"1) (2002, Insomnia Schlaflos2))
nach Alaska reist, um bei der Aufklärung eines
Mordfalls behilflich zu sein. Nach der Satire "S1m0ne"1) (2002) lieferte Al Pacino in
dem Thriller "People I Know"1) (2002, Im inneren Kreis) als
drogensüchtiger PR-Berater Eli Wurman erneut eine herausragende
darstellerische Leistung ab. Ein Jahr später folgte mit "The
Recruit"1) (2003, Der
Einsatz2)) und der Rolle
des CIA-Scouts Walter Burke ein weiterer, exzellent gemachter Thriller.
Ebenfalls hervorragende Kritiken sowie mehrere Preise erhielt Al Pacino für seine Darstellung des Aids-kranken
Schwulenhassers Roy Cohn
in dem preisgekrönten TV-Mehrteiler "Angels
in America"2) (2003, Engel in Amerika), in dem mit religiösem Fanatismus, der
aufkommende Aids-Hysterie, Diskriminierungen verschiedenster Arten und
zwischenmenschlichen Verhaltensmustern abgerechnet wird. (Quelle: Wikipedia)
In Michael Radfords Shakespeare-Verfilmung "The Merchant of Venice"2) (2004, Der Kaufmann von
Venedig3)) gab Pacino eine glänzende Interpretation des jüdischen
Geldverleihers Shylock ab, ein Jahr später erlebte man ihn mit der Hauptrolle des Walter Abrams in
dem Sportler-Krimi "Two for the Money" (Das schnelle
Geld). Zu Pacinos jüngeren Arbeiten vor der Kamera zählt der
Thriller "88 Minutes"1) (2007, 88 Minuten) sowie die
Rolle des Casinobesitzers Willie Bank in Steven Soderberghs Krimikomödie "Ocean's
Thirteen"1) (2007, Ocean’s
Thirteen), neben George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon.
Danach stand der Charakterdarsteller gemeinsam mit Robert De Niro für "Righteous Kill"1) (2008,
Kurzer Prozess Righteous Kill) vor der Kamera,
beide agieren als Polizisten, die einen Serienkiller
verfolgen.
Erneut für Michael Radford hat er in dessen Shakespeare-Adaption "King Lear" (2012)
die Titelrolle übernommen, eine weitere aktuelle Arbeit ist der
Action-Thriller "Son of No One" (2011) und seine Rolle des Detective Stanford,
eine Figur, die ursprünglich mit Robert De Niro besetzt werden sollte. In der
Produktionsphase befindet sich außerdem James Foleys Bibel-Drama
"Mary Mother of Christ", in dem er neben Camilla Belle
als Maria, Peter O'Toole als Prophet Simeon und Diogo Morgado als Josef
in die Maske des Königs Herodes schlüpft; als Kinostart wird 2011
genannt.
Im Laufe seiner Karriere wirkte Pacino regelmäßig und mit großer Leidenschaft
als Schauspieler und Regisseur auf der Bühne, was ihm alle wichtigen Preise
der Theaterbranche einbrachte.
Er erhielt zweimal den "Tony Award" für seine Rollen in den Bühneninszenierungen von
"The Basic Training Of Pavlo Hummel" und "Does A Tiger Wear A
Necktie?". Als langjähriges Mitglied von David Wheelers "Experimental
Theatre Company" in Boston stand er u. a. in
"Richard III." und Berthold Brechts "Aufstieg und Fall des Arturo Ui"
auf der Bühne. In New York und London spielte Pacino in David Mamets
"American Buffalo", in New York war er Titelheld in "Richard III."
und spielte den Marc Anton in
"Julius Cäsar". 1992 stand er im Square Theatre in New York in Oscar Wildes
"Salome" auf der Bühne und wirkte in der Premieren-Inszenierung von Ira Levins Theaterstück
"Chinese Coffee" mit.
Aktuell tritt der inzwischen 70-Jährige in der Shakespeare-Inszenierung
"Der Kaufmann von Venedig" im New Yorker "Central Park"
als Shylock auf. Die erfolgreiche Produktion von Regisseur Daniel Sullivan (70) wird ab dem 19. Oktober
am Broadway-Theater wieder aufgenommen, wie das
Public Theater bekannt gab. Al Pacino wird bis zum 9. Januar als Shylock auf
der Bühne stehen. Die Namen seiner Mitspieler wurden zunächst nicht
verraten. (Quelle: www.zeit.de)
Pacino hat früh an sich gearbeitet, um langsam aber sicher den Weg
nach oben zu schaffen, und das ist ihm gelungen. Dank einer
intensiven Theaterarbeit und sorgfältiger Auswahl bei Filmrollen,
nach der Devise, möglichst nicht mehr als einen Film pro Jahr zu drehen. Al Pacino ist
noch immer neben Dustin Hoffman und Robert De Niro einer der stärksten Typen
des gegenwärtigen
Hollywood-Kinos, der sicher auch in Zukunft noch von sich hören lassen wird.
Am 16.Oktober 1997 bekam Pacino seinen Stern auf dem "Walk of Fame" in
Hollywood und 2001 wurde der Schauspieler auf der "Golden-Globe"-Verleihung mit
dem "Cecil B. DeMille-Award" für sein Lebenswerk
ausgezeichnet, eine weitere Ehrung für sein Gesamtwerk war am 21. Juli 2007
der "Life Achievement Award" des "American Film Institute" (AFI).
Im Privatleben ist Pacino einer der wenigen "notorischen"
Junggesellen Hollywoods und war nie verheiratet. Er hat eine Tochter Julie Marie
(geb. 1989) mit der Schauspiellehrerin Jan Tarrant sowie die Zwillinge
Anton und Olivia (geb. 2001) mit seiner langjährigen
Freundin Beverly D'Angelo1), von der er sich 2001 trennte. Zu seinen langjährigen Verbindungen zählt auch
seine Partnerin aus "Der Pate" Diane Keaton, von 1970 bis 1975
lebte er mit der Schauspielerin Jill Clayburgh zusammen.
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