| Jane Russell | ||||||||||||||||||||||||||
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Jane Russell (Ernestine Jane Geraldine Russell) wurde am 21. Juni 1921 als
Tochter eines ehemaligen Armeeoffiziers in Bemidji, Minnesota (USA)
geboren; ihre Mutter, Geraldine Jacobi, hatte vor der Ehe mit Roy William Russell
als Schauspielerin mit einer Theatertruppe auf der Bühne gestanden.
Im südkalifornischen San Fernando Valley als
einziges Mädchen mit vier jüngeren Brüdern aufgewachsen, absolvierte
die junge Jane zunächst die "Van Nuys High School", war dann eine
Zeit lang als Sekretärin und Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis tätig. Nebenbei
arbeitete sie als Model, machte bei der russischen Emigrantin und Charakterschauspielerin Maria Ospenskaya
am Max-Reinhardt-Theater-Workshop eine solide
Ausbildung als Schauspielerin. Dort entdeckte sie der Hollywood-Regisseur Howard Hawks, der
auf die dunkelhaarige Schönheit durch ein Foto aufmerksam geworden war und
stellte sie seinem Produzenten, dem millionenschweren Exzentriker
Howard Hughes1) (1905 1976), vor. Dieser nahm Jane Russell wegen ihrer (96 cm)
Oberweite
gleich unter Vertrag und baute sie zu einem neuen Sexsymbol auf, indem er eine
beispiellose Werbekampagne
startete. In dem Western "The Outlaw"1) (Geächtet) gab Jane Russell 1943 ihr sensationelles und vielbeachtetes Leinwanddebüt. Filmgeschichte hat "Geächtet" mit seinen jahrelangen Rechtsstreitigkeiten, verzögerten Kinostarts und vor allem mit einer geschmacklosen Publicity-Kampagne geschrieben, die das Sternchen Jane Russell zum bekannten Covergirl und Pin-up aufbaute, ehe es überhaupt auf der Leinwand erschien. Der gewagteste Ausschnitt der stets im Heu hingeräkelten Rio war aber nicht im Kino, sondern auf zahlreichen freizügigen Werbefotos zu sehen zu jenen Zeiten reichte schon die Ablichtung eines Brustansatzes aus, um die Verantwortlichen des "Production Code", dem damaligen amerikanischen Zensurorgan, auf den Plan zu rufen. Der Streifen wurde in vielen Städten der USA verboten, weil er angeblich zu pornographisch war. In den übrigen Orten sorgten die Bilder der leichtbekleideten Jane Russell für Schlangen an den Kinokassen und ganz Hollywood sprach nur noch von der Oberweite des Starlets: Sie liegt im Heu und blickt mit halb geöffneten Augen in die Kamera, die eine Hand hat sie hinter dem Kopf, die andere hält einen Grashalm, den Stiel im halb geöffneten Mund. Das Kleid ist tief dekolletiert, ein Träger etwas heruntergerutscht. Mehr sieht man nicht von Jane Russell, einen ganzen Film lang bis auf die letzte Einstellung, wo sie sich auf galoppierendem Pferd ganz nach vorne neigt, halbnah. Und doch ist jeder, der den Film gesehen hat, von dieser Frau fasziniert.2) Unter dem Druck der Öffentlichkeit nahm Hughes den Film sieben Wochen nach der Premiere zunächst wieder aus den Kinos, offiziell wurde eine zensierte Version ohne einige leidenschaftlichen Szenen erst 1950 gezeigt. Nach dem zweiten, von Edwin L. Marin in Szene gesetzten Melodram "Young Widow" (1946, Der junge Löwe) sah es zunächst so aus, als würde die eben erstandene Sexgöttin wieder in der Versenkung verschwinden. Der Film kam zunächst nicht in den Verleih, geriet später zum Flop an den Kinokassen. Außerdem hatte ihr Gönner Howard Hughes eine neue Leinwandschönheit entdeckt, und Jane Russell wartete vergeblich auf passende Rollen. Erst Bob Hope holte sie 1948 für "The Paleface"3) (Sein Engel mit den zwei Pistolen) wieder vor die Kamera. Die Story vom ängstlichen, schüchternen Zahnarzt Peter Potter (Bob Hope), der sich nach allerlei Neckereien mit der legendären schießfesten Spezialagentin "Calamity" Jane1) (etwa um 1852 1903) zusammentut, geriet zu einer der amüsantesten Western-Parodien. Damit begann eine Wendung in Jane Russells Karriere, immer häufiger wurde sie nun mit humorvollen Rollen besetzt, so etwa erneut mit Bob Hope in Frank Tashlins Westernkomödie "Son of Paleface" (1952, Bleichgesicht Junior) oder in Hal Walkers amüsanten Geschichte "Road to Bali" (1953, Der Weg nach Bali). Weitere, wenn auch nicht ganz so bemerkenswerte Streifen waren "Montana Belle" (1948, Die Schönste aus Montana, "Double Dynamite" (1951, Doppeltes Dynamit) sowie "His Kind of Woman" (1951, Ein Satansweib) mit Robert Mitchum als Partner; eine weitere Zusammenarbeit mit Robert Mitchum ergab sich in Josef von Sternbergs "Macao" (1952).
Dann zeigte Jane Russell 1953 in der
von Howard Hawks gedrehten, inzwischen zum Klassiker avancierten Musikkomödie
"Gentlemen Prefer Blondes"1)
(Blondinen
bevorzugt3)) neben Marilyn Monroe wohl ihre beste darstellerische
Leistung: Zwei Showgirls sammeln, die eine Männer, die andere Diamanten, und am Ende
marschieren beide reich und glücklich mit Mann und Moneten zum Standesamt. Die
dünne Trivialgeschichte voller Banalitäten und Klischees hatte Howard Hawks nach dem
Drehbuch von Charles Lederer locker und phantasievoll inszeniert. Wie
Marilyn Monroe das naive Blondchen Lorelei Lee und Jane Russell die
raffinierte Freundin Dorothy
spielten das erst macht die Meisterschaft dieses schwungvollen
Hollywood-Films aus. In nachhaltiger Erinnerung ist wohl der Hit
"Diamonds are a Girl's best Friend" geblieben, den die beiden
Sex-Ikonen in diesem Film trällerten.
Jane Russell hatte sich schon früh andere Betätigungsfelder
gesucht, seit den 1940er und 1950er Jahren produzierte die Schauspielerin mehrere
Schallplatten unter anderem mit Balladen und Spirituals, die durchaus
erfolgreich waren. Nachdem ihr Stern am Filmhimmel zu sinken begann, stand sie
in Las Vegas als Sängerin auf der Bühne, am New Yorker Broadway trat sie in Musicals auf und
auch in der TV-Werbung war sie als Model für eine Büstenhalterfirma (Playtex)
gefragt. Die Hollywood-Legende, die 2006 ihren 85. Geburtstag feierte,
stand bis zuletzt noch gerne im Rampenlicht, auch wenn sie altersbedingt an einer
Seh- und Hörschwäche litt. In der Show-Revue "The Swinging Forties"
im kalifornischen Santa Maria erinnerte sie mit anderen Senioren zwei Mal im
Monat an die vergangenen Glamour-Zeiten. "Mit üppigen Kurven im türkisen Abendkleid ist sie immer noch die
flotte, kecke Jane Russell vergangener Jahre" war vor einigen Jahren in der
"Los Angeles Times" zu lesen. Anlässlich des 85. Geburtstages der
Diva zeigte der Bayerische Rundfunk die Dokumentation "Jane Russell Der Star aus dem Heu".
Eckhart Schmidt hatte für das 60-minütige Portrait mehrere aktuelle Interviews mit
der Hollywood-Legende geführt: "Jane war dabei vital wie immer, hell im Kopf und sie
kann phantastisch erzählen über ihre Karriere, ihre Regisseure und ihre Partner und Partnerinnen, über das Hollywood der 50er Jahre und
die Welt des Pin-Up und der Sex-Bomben." (Quelle: www.br-online.de) |
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Link: 1) Wikipedia, 3) prisma-online.de Quelle: 2) www.prisma-online.de, 4) Wikipedia |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de; Siehe auch Wikipedia; Fotos bei film.virtual-history.com |
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