Ladykillers
Originaltitel: The Ladykillers
Genre: Gaunerkomödie
Großbritannien 1955
Regie: Alexander Mackendrick
Drehbuch: William Rose, Jimmy O'Connor
Musik: Tristram Cary
Kamera: Otto Heller
Schnitt: Jack Harris
Produktion: Michael Balcon, Seth Holt
Darsteller:
Katie Johnson: Louisa Wilberforce Alec Guinness: Professor Marcus
Cecil Parker: Major Courtney Herbert Lom: Louis –Mr. Harvey
Peter Sellers: Harry – Mr. Robinson Danny Green: "Pfannkuchen" Mr. Knoten
Jack L. Warner: Police Superintendent Dixon,
und anderen
 (Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurzportrait innerhalb dieser HP
Kurzinhalt:
Mrs. Wilberforce (Katie Johnson) ist eine alte, freundliche Dame und Witwe eines Admirals, die allein mit ihren Papageien in einem kleinen, baufälligen viktorianischen Haus in der Nähe des St. Pancras-Bahnhofs lebt. In ihrem Wohnzimmer hängt das Bild ihres vor mehr als 30 Jahren verstorbenen Gatten, ein Papagei hört auf den Namen General Gordon, der später noch in einer köstliche Szene zu sehen sein wird.
Mrs. Wilberforce vermietet nun zwei Zimmer an einen gewissen Professor Marcus (Alec Guinness). Dieser empfängt jeden Abend vier Herren, mit denen er angeblich ein "Streichquintett" probt. Für Marcus ist das ruhige Zimmer ideal, die alte Lady ahnt nicht, was sich in ihren Mauern wirklich abspielt. Boccerinis "Menuett", dass sie von nun an öfter hören wird, kommt nämlich von einer Schallplatte, da die Herren allesamt völlig unmusikalisch sind; in Wirklichkeit planen sie den Überfall auf einen Geldtransport.
Sie wollen Mrs. Wilberforce für ihre Pläne zu benutzen: sie soll das geklaute und dann deponierte Geld aus der von Polizisten streng überwachten Zone herausholen – denn wer würde schon eine alte Dame wie sie verdächtigen?

Anführer der seltsamen Bande und Erfinder des verhängnisvollen Plans ist der smarte aber verschlagene Professor Marcus, ein seltsamer Charakter mit einer Tendenz zum Wahnsinn. Er ist stets um seine Autorität bemüht, schafft es allerdings nicht immer im ausbrechenden Chaos die Ruhe zu bewahren. Dann ist da der nervöse und scheinbar naive Mr. Robinson (Peter Sellers) und der zurückhaltende und gutmütige "Major". Mr. Knoten, genannt "Pfannkuchen" (Danny Green), ist ein schwerfälliger und einfältiger Typ. Und schließlich ist da noch der skrupellose Louis (Herbert Lom), ein ehemaliger Ganove aus Soho, stets in schwarz gekleidet und mit schwarzem Hut; er entspricht am ehesten dem Bild eines Gangsters.
Der Coup gelingt auch ganz in der Nähe des Bahnhofs; die Bande gibt ihre stattliche Beute in einem Koffer an der Gepäckaufbewahrung auf und lässt sie kurz später von der ahnungslosen Mrs. Wilberforce abholen, die keiner der inzwischen zahlreichen Polizisten auch nur ansatzweise verdächtigt. Mit einigen Umwegen bringt sie das wertvolle Gepäckstück dann nach Hause. Die Herren bedanken sich artig und wollen entschwinden. Fast hätte der "geniale" Plan auch hingehauen, doch im letzten Moment bekommt Mrs. Wilberforce Wind von der Sache.
Zu ihrem Unglück verklemmt sich nämlich der Gurt des Cello-Kastens in der Haustür und bald ist die Bande in Erklärungsnot. Die Ganoven stehen nun vor dem Problem, dass sie die Mitwisserin aus dem Weg räumen müssen. Aber so skrupellos und kaltblütig ist die Bande nun doch wieder nicht und keiner will die liebenswürdige "Lady" auf dem Gewissen haben.
Sie streiten sich "mörderisch" und am Ende segnen sie alle auf kuriose Art das Zeitliche; der Letzte von ihnen wird durch den Arm eines Haltesignals erschlagen. Die alte Dame ist nun Besitzerin der geraubten Banknoten, geht zur örtlichen Polizei, um den Vorfall zu melden, aber der freundliche Police Superintendent Dixon (Jack L. Warner), der ihre Phantasie kennt, schickt sie wieder nach Hause. Der Film endet damit, dass Mrs. Wilberforce sich auf den Heimweg macht, darüber nachdenkt, was sie nun mit dem vielen Geld tun soll und zerstreut eine Pfund-Note in den Hut eines Straßenmalers wirft, der grade Winston Churchill zeichnet.
 
Quelle: u.a.  www.moviemaster.de
 
Lexikon des internationalen Films:
Kriminallustspiel der besten britischen Art, mit makabrem Witz, geist- und einfallsreich inszeniert und brillant gespielt: ein Meilenstein des britischen Unterhaltungsfilms.

Anmerkungen:
Alexander Mackendrick, der schon 1951 mit Alec Guinness den Film "Der Mann im weißen Anzug"1) (The man in the white suit) gedreht hatte, schuf mit "The Ladykillers" einen zeitlosen Klassiker der englischen Krimikomödie, der rundum perfekt ist. Neben dem Klassiker "Arsen und Spitzenhäubchen"2) (1944, Arsenic and Old Lace) von Frank Capra2) und dem ebenfalls mit Guinness (in acht Rollen!) inszenierten  Streifen "Adel verpflichtet"2)  (1949, Kind Hearts and Coronets) von Regisseur Robert Hamer2) gehört der Film zu den absoluten "Highlights" der Komödien des "schwarzen" Humors.

Die Geschichte ist nicht zuletzt wegen des Kontrasts zwischen den Ganoven und der reizenden, altmodischen Dame so amüsant und eine der besten Szenen ist wohl jene, als die fünf Männer nicht darum herumkommen, mit den Freunden von Mrs. Wilberforce Tee zu trinken. Zum Erfolg dieses Filmes trugen alle fünf Schauspieler des "Streichquintetts erstklassig bei und Katie Johnson alias Mrs. Wilberforce ist einfach hinreißend; unvergessen, wenn sie in ihrer Küche "Komm in meine Liebeslaube" trällert. Die britische Theater-Schauspielerin wurde für den Part der schrulligen, aber vertrauensseligen alten Dame 1956 mit dem Preis der "British Film Academy" als "Beste britische Darstellerin", konnte sich damit unter anderem gegen Deborah Kerr3) (1955, "Das Ende einer Affäre") behaupten. Ein Jahr nach diesem Erfolg verstarb Johnson im Alter von 78 Jahren, nachdem sie zuvor eine größere Nebenrolle in Nigel Patricks Spielfilm "Onkel George und seine Mörder" (1956, How to Murder a Rich Uncle), erneut eine Krimikomödie, bekleidet hatte.4)
Dazu kam ein gutes Drehbuch, das William Rose nach einem eigenen Roman verfasst hatte, und für das er eine Oscar-Nominierung erhielt. Für Mackendrick war es übrigens der letzte Film, den er für die Londoner "Ealing Studios"2) drehte; nach Beendigung des Films ging der Regisseur nach Amerika, konnte dort jedoch nicht an die Erfolge seiner britischen Filme anknüpfen.

Siehe auch Wikipedia, www.prisma.de, Dirk JasperFilmlexikon

  
Link: 1) prisma.de, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
4) Quelle: Wikipedia
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