Gene Pitney wurde am 17. Februar 1940 als Gene Francis Allan Pitney und drittes von fünf Kindern in Hartford1) im US-Bundesstaat Connecticut1) geboren. Der Sohn von Harold Frederick Pitney (1908 – 1982) und Anna Orlowski Pitney (1911 – 1981) – sie hatte polnische Wurzeln – wuchs auf der elterlichen Farm in Rockville (heute Teil von Vernon1)) auf, studierte später nach dem Abschluss an der "Rockville High School" kurzzeitig Elektronik an der "University of Connecticut"1), was er jedoch bald wieder aufgab. Bereits während der Zeit auf der "High-School" gründete er seine eigene "Country & Western"1)-Band, die sich "Gene Pitney & The Genials" nannte. Gemeinsam mit Ginny Arnell (→ Wikipedia (englisch)) nahm er 1958 als Duo "Jamie & Jane" seine erste Schallplatte auf, veröffentlichte als Solist Patten unter dem Namen "Billy Bryan" und sang dann seit Anfang der 1960er Jahre mit seiner markanten Tenor-Stimme unter seinem wirklichen Namen.
  
1961 gelang ihm mit dem beim Label "Musicor Records"1) aufgenommenen und von ihm geschriebenen Titel "(I Wanna) Love My Life Away" (→ Wikipedia (englisch)) der Durchbruch als Singer/Songwriter, gelangte damit in den "Billboard Hot 100"1) auf Platz 39. Mit dem Soundtrack "Town Without Pity"1) zu dem von Gottfried Reinhardt1) nach dem Roman "Das Urteil"1) von Manfred Gregor1) mit Kirk Dougla gedrehten, gleichnamigen Kinofilm1) (1961, dt. "Stadt ohne Mitleid") festigte er seine Position. Das Lied hielt sich 19 Wochen in den "US Billboard Charts", wurde im Folgejahr auf Platz 39 der erfolgreichsten Songs gelistet; die deutschsprachige Version "Bleibe bei mir" nahm er ebenfalls auf. Durch die Zusammenarbeit mit den Songschreibern Burt Bacharach1) und Hal David1) entstanden weitere Hits. Im Mai 1962 verzeichnete er mit "(The Man Who Shot) Liberty Valance" seinen ersten "Top-10"-Erfolg, konnte sich in den "Billboard Hot 100" 13 Wochen lang behaupten und kletterte dort bis auf Platz 4 → Wikipedia (englisch). Ob der Song ursprünglich als Titellied für den von John Ford1) mit John Wayne, James Stewart, Vera Miles1) und Lee Marvin in Szene gesetzten, gleichnamigen Western1)  gedacht war, bleibt umstritten; das Lied wurde in dem Film nicht verwendet. So notiert Wikipedia: "Pitney selbst beharrte gegenüber der "Chicago Sun-Times"1) darauf, dass die Aufnahme von der Filmproduktionsfirma "Paramount Pictures"1) in Auftrag gegeben worden war. Ihm sei eine "ungeheure Summe" dafür bezahlt worden. Während der Aufnahme-Sessions in den "Bell Sound Studios"1) in New York City1) habe Bacharach ihn informiert, dass der Western zwischenzeitlich ohne den Song in den Kinos gestartet war. Über die Gründe dafür gibt es unterschiedliche Angaben: Regisseur John Ford soll das Lied nicht gemocht haben, zwischen dem Rechteinhaber "Famous Songs" und "Paramount" habe es Streit gegeben. Gleichwohl urteilen Musikkritiker, der Song fasse die Filmhandlung in drei Minuten auf geniale Weise zusammen, möglicherweise habe das John Ford nicht behagt. Auf dem Platten-Cover hieß es bei der Veröffentlichung, das Lied sei vom Film "inspiriert" worden." Von dem Songwriter-Duo "Bacharach & David" entstanden weitere Hits, unter anderem kam Pitney mit dem Titel "Only Love Can Break A Heart" im September 1962 bis auf Platz 2 in den Charts → Wikipedia (englisch), "24 Hours From Tulsa" (1963;  → Wikipedia (englisch)) entwickelte sich vor allem in Großbritannien zu einem Millionen-Seller.
      
Singles wie "Half Heaven – Half Heartache" (1962; → Wikipedia (englisch)), "Mecca"(1963; → Wikipedia (englisch)), "It Hurts to Be in Love" (1964; → Wikipedia (englisch)), "Lookin' Through The Eyes Of Love" (1965;   → Wikipedia (englisch)), das mit Melba Montgomery1) aufgenommene Duett "Baby Ain't That Fine" (1965; → Wikipedia (englisch)), "Just One Smile" (1965;  → Wikipedia (englisch)) oder "Something's Gotten Hold of My Heart" (1967; → Wikipedia (englisch)) bescherten ihm weitere Erfolge. Allein in Großbritannien gelangen dem Sänger zwischen 1963 und 1967 zehn "Top-10"-Hits, fast alle wurden "vergoldet" ("Goldene Schallplatte"1)); die erfolgreichsten waren die Coverversion "I'm Gonna Be Strong" (1964; → Wikipedia (englisch)) sowie "Nobody Needs Your Love" (1966). Bis Mitte der 1970er Jahre blieb Gene Pitney regelmäßig in den Hitparaden vertreten, entschied sich dann zugunsten seiner Familie etwas "kürzer zu treten".
1989 gelang ihm zusammen mit dem Briten Marc Almond1) und einer Neuaufnahme von "Something's Gotten Hold Of My Heart" noch einmal ein Spitzenreiter in Großbritannien und Deutschland. Das folgende Album "Backstage. The Greatest Hits and More" gelangte 1990 in Großbritannien auf Platz 17. 1993 feierte der Künstler in der New Yorker "Carnegie Hall"1) bei einer Gala-Veranstaltung noch einmal einen furiosen Erfolg, seine Konzerte bei der im selben Jahr durchgeführten Tournee durch Großbritannien waren stets ausverkauft.
  
Im Laufe seiner Karriere gab Pitney unzählige Konzerte rund um den Globus, trat im Fernsehen auf, verkaufte seine Singles und Alben millionenfach. Viele seiner englischen Titel nahm der extrem sprachbegabte Künstler zudem in verschiedenen Sprachen der Länder auf, die er besuchte. Mit dem in Italienisch gesungenen Titel "Nessuno mi puo giudicare" ( → Wikipedia (englisch)) belegte er unter anderem 1966 beim "Sanremo-Festival"1) hinter Caterina Caselli1) den zweiten Platz. Verschiedene Alben wurden eigens für bestimmte Länder produziert, wie beispielsweise "Gene Español" oder "Gene Italiano"  → Wikipedia (englisch).
Als Songschreiber für andere Künstler konnte Gene Pitney besonders in den Anfängen seiner musikalischen Laufbahn, Erfolge verbuchen: So schrieb er beispielsweise für Bobby Vee1) (unter dem Geburtsnamen seiner Mutter "Orlowski") den Hit "Rubber Ball" (1960;  → Wikipedia (englisch)), für Ricky Nelson den legendären Song "Hello Mary Lou"1) (1961), für "The Crystals"1) den Spitzenreiter "He's A Rebel"1) (1962) oder für Roy Orbison "Today's Teardrops" (1963).
Bis zuletzt stand Gene Pitney, der sich durch seine Tantiemen-Einnahmen ein Medien-Kartell mit Musikverlagen, Werbeagenturen und Plattenproduktionen aufbaute, auf der Bühne und veröffentlichte seine CDs. Der Sänger mit der charakteristischen hohen Stimme, die immer etwas gequält wirkte, trat auch bei Oldie-Konzerten auf und begeisterte nicht nur die älteren Fans mit seinen legendären Hits. Seit Ende Januar 1967 mit seiner Jugendliebe und langjährigen Freundin Lynne Gayton verheiratet, lebte er mit seiner Familie im US-Bundesstaat Connecticut1) nahe bei Rockville, wo er seine Jugend verbrachte; die beiden kannten sich seit ihrer Kindheit..
  
Gene Pitney, der 2002 in die "Rock and Roll Hall of Fame"1) aufgenommen wurde, starb am 5. April 2006 im Alter von 65 Jahren im britischen Cardiff1) (Wales1)) Er befand sich auf einer Tournee durch Großbritannien, noch am Vorabend stand er in der "St. David’s Hall" auf der Bühne, am nächsten Morgen fand man ihn tot in seinem Hotelzimmer. "Pitney lag nach Angaben seines Tourmanagers James Kelly voll angekleidet auf seinem Bett und sei dem Anschein nach friedlich eingeschlafen." vermerkt Wikipedia. Laut der Polizei gab es keine Indizien für eine unnatürliche Todesursache, vermutlich erlag er einem Herzinfarkt. Pitney hinterließ Ehefrau Lynn sowie die drei gemeinsamen Söhne Todd, Chris und David. Die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof ("Center Cemetery") in Somers1) (Connecticut) → findagrave.com.
 
Einige Textbausteine des Kurzportraits stammen aus Frank Laufenbergs1) "Rock- und Pop-Lexikon".
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
sowie den Nachruf bei spiegel.de
Fotos bei Wikimedia Commons
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