
Harold Lloyd holte seine Konkurrenten Charlie Chaplin und Buster Keaton bald ein, machte mit seinen Filme teilweise mehr Kasse als sie und war zeitweilig der höchstbezahlte Star der Branche. Mehr und mehr verzichtete Harold (der wesentlichen Einfluss auf die Regie nahm, ohne genannt zu werden) auf den Slapstick der frühen Jahre und setzte auf die Entwicklung der Figuren und durchkonstruierte Storys. Sein Markenzeichen waren artistische Höhepunkte auf Wolkenkratzern, die Harold als geübter Sportler immer selbst spielte. Dennoch schreiben Gregor und Patalas in ihrer "Geschichte des Films": "Harold Lloyd war kein kompletter Autor wie Chaplin und Keaton, sondern nur ein Schauspieler mit einer festumrissenen Rolle, auf die die Handlungen und Gags seiner Filme zugeschnitten wurden. Keiner seiner Filme besitzt einen individuellen Stil auch Harold Lloyd verkörperte einen amerikanischen Helden, aber keinen mythischen, sondern einen aktuellen Lloyds spezielle Komik resultierte aus dem Übereifer, den er bei der Beachtung der gesellschaftlichen Spielregeln an den Tag legt, und seiner anfänglichen Unbeholfenheit. Nachdem er zunächst Chaplins äußere Erscheinung imitiert hatte, gab er ab 1917 seiner Gestalt die Kontur des völlig untragischen, auf Anpassung bedachten jungen Kleinbürgers voll guten Willens und absoluten Vertrauens in die Gerechtigkeit der Welt. Bedingungslos ist seine Sucht, es allen recht zu machen. Unempfindlich gegen Erniedrigungen, lässt er sich verhöhnen, quälen, ausnutzen".
Dessen ungeachtet war Lloyd ein Kassenmagnet,
Liebling bei Erwachsenen und Kindern. Seine "Stunts" waren oft nicht
ungefährlich:
1920 explodierte bei den Dreharbeiten zu "Haunted Spooks" ein Zündkörper in seiner rechten
Hand Harold verlor Daumen und Zeigefinger.
Er trug anschließend einen Spezialhandschuh, der das Handicap
nur bei genauem Hinsehen sichtbar machte, und war trotz teilweiser
Lähmung der Hand in der Lage, seine Kunststücke selbst auszuführen.
Regisseur war meist Fred Newmeyer, manchmal gemeinsam mit Sam Taylor. Die langen
Spielfilme waren erfolgreich und Harold wurde begeistert aufgenommen, so 1922 als
fürsorglicher
Landarzt in "Dr. Jack" und vor allem als der Mann,
der am Zeiger einer Turmuhr hängt, zuerst 1923 in "Ausgerechnet Wolkenkratzer"
(Safety Last); insgesamt sechs Mal turnte er in schwindelerregender
Höhe an solchen Fassaden herum.
Während der Tonfilm für viele andere Komiker wie Buster Keaton de facto das Aus
bedeutet und anderen, wie Charlie Chaplin Bauchschmerzen bereitet hatte, gab
es für Lloyd in den 30er Jahren keine Probleme mit dem Wechsel, er schaffte den Übergang zu abendfüllenden Komödien:
Lloyd trennte sich von Roach und
produzierte seine Filme selbst, was ihn zu einem reichen Mann machte. Es zeigte sich
jedoch auch, dass sein Komödienstil
altmodisch geworden war und so reduzierte er seine Filmtätigkeit auf maximal
einen Film pro Jahr. Die Geschichte handelt von einem Studenten, der wegen seines Rugby-Erfolges von einem Sportskollegen einen Job als Buchhalter erhält. Eine Weile altert Harold im Laufe der Dienstjahre vor sich hin, bis er dann doch noch auf Touren kommt. Sturges hat in die locker-lakonische Geschichte wie in all seinen Filmen einiges an Sozialkritik eingebracht, und natürlich turnt Lloyd wieder an der Fassade eines Wolkenkratzers herum. Es war Lloyds letzter Film. 1952 erhielt Harold Lloyd, der zu den 36 Gründern der "American Academy of Motion Pictures" zählt, den Ehren-Oscar; in den 60er Jahren macht er mit der Fernsehvermarktung seiner Filme, für die er die Rechte behalten hatte, ein Vermögen. 1962 wurde in Cannes ein Kompilationsfilm aus alten Lloyd-Filmen unter dem Titel "Harold Lloyd's World of Comedy" (Selten so gelacht) präsentiert; der anwesende Künstler erhielt eine "Standing Ovation". Eine weiterer aus Lloyd-Streifen zusammengesetzter Film erschien 1963 unter dem Titel "The Funny Side of Life" (Spaß muss sein).
Am 8. März 1971 starb Harold Lloyd mit 77 Jahren als reicher Mann in
Hollywood an den Folgen einer Krebserkrankung. Aus seinem Nachlass von
rund 5 Millionen Dollar Vermögen vermachte er 1,5 Millionen für die
Errichtung eines Museums und Film-Forschungsinstitutes in seinem Heim, doch das Museum kam nicht zustande. |
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| 1) Originaltext zum Copyright: "This is a file from the Wikimedia Commons; This file has been released into the public domain by the copyright holder, its copyright has expired, or it is ineligible for copyright. This applies worldwide." |
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Textpassagen der Biografie aus www.prisma-online.de
Viele Informationen zu dem legendären Stummfilm-Star findet man bei "The Harold Lloyd Trust". Siehe auch wikipedia.org, www.cyranos.ch Filmografie bei der german.imdb.com; Fotos bei silentgents.com |
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