Geboren wurde Rudolpho Alfonzo Rafaelo Pierre Filibert Guglielmi di Valentina d'Antonguolla am 6. Mai 1895 in Castellaneta (Tarent – Italien). Sein Vater Giovanni Guglielmi (1853 – 1906), ein italienischer Veterinär und Militärarzt*), war ein eiserner, strikter, rigider Mann und starb früh an Malaria, seine Mutter Beatrice Bardin (1856 – 1918), Tochter eines französischen Chirurgen, war mit ihrem Sohn umso nachgiebiger. Rudolpho hatte hatte drei Geschwister, Bruder Alberto (1892 – 1981) und die Schwestern Maria und Beatrice; Beatrice starb jedoch schon im Kindesalter.
Mit elf Jahren war Rudolpho ein so verzogenes Gör, dass er von mehreren Schulen verwiesen wurde. Am Ende seiner akademischen Laufbahn brachte er es mit Mühe zu einem Diplom in Landwirtschaft. Nach diesem Abschluss verabschiedete er sich 1912 nach Paris. Hier erlernte er das Tanzen, schloss sich einer homosexuellen Truppe, den "Masked Models", an und kehrte pleite in seine Heimat zurück. Mit einem Erbe von 4.000 Dollar segelte er im Dezember 1913 nach New York. Hier arbeitete Rudolpho zunächst als  Wagenwäscher, Zeitungsverkäufer und Gärtner, später als Gogo-Boy und Eintänzer in Nachtclubs und Bars, änderte zu dieser Zeit auch seinen Namen in Rudolph Valentino, da die die Amerikaner Probleme gehabt haben sollen, "Guglielmi" auszusprechen. 

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*) nach anderen Quellen soll der Vater Landarbeiter gewesen sein
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1917 zog es Valentino dann nach Hollywood, wo er anfangs mit winzigen Rollen in stummen Dramen wie "My Official Wife" (1914), "The Foolish Virgin" (1916), "Alimony" (1917 oder "Nobody home" (1918) auftrat. 1919 wurde die Produzentin und Drehbuchautorin June Mathis durch den Streifen "The Eyes of Youth" auf den attraktiven jungen Mann aufmerksam und empfahl ihn dem Regisseur Rex Ingram für eine größere Rolle in "Die vier apokalyptischen Reiter"1) (1921, The Four Horsemen of the Apocalypse). Der Erfolg war für den unbekannten jungen Darsteller eines Tangotänzers durchschlagend. Etwas Unerwartetes geschah: Die Begeisterung der Frauen für den dunklen, geschmeidigen Mann mit den traurigen Augen und dem sinnlichen Mund nahm über Nacht eine Form an, die man nur mit Massenhysterie bezeichnen kann. Valentino war zum Star geworden, die nachfolgenden Filmen und seinen Titelrollen wie beispielsweise in "Der Scheich"1) (1921, The Sheik), "Der junge Rajah" (1922, The Young Rajah), "Monsieur Beaucaire" (1924), "Der Adler" (1925, The Eagle) oder "Der Sohn des Scheichs"1) (1926, The Son of the Sheik) wurden Welterfolge und unvorstellbare Triumphe für den jungen Italiener.
 
Valentino war kein großer Schauspieler, aber er war schön, temperamentvoll und leidenschaftlich, nach heutigen Maßstäben der "Latin-Lover" schlechthin; in einem künstlichen Ambiente erreichte er eine heute kaum nachvollziehbare Anziehungskraft. Trotz des hartnäckigen Gerüchtes, "Rudy", wie er liebevoll genannt wurde, wäre ein exzentrischer Freund schöner Jünglinge, flogen ihm die Herzen der Frauen zu. Er war der erste Hollywoodstar, der seine Faszination vor allem aus seinem guten Aussehen und seinem Sex-Appeal bezog.
Als "Der Scheich" gedreht wurde, war Rudolph Valentino längst kein unbeschriebenes Blatt mehr – in 19 Filmen hatte der Italiener schon mitgespielt. Doch mit mit diesem Film von Regisseur GeorgeMelford wurde er zum Superstar und Sexsymbol für Millionen von Frauen.
Der Inhalt: Die Engländerin Diana Mayo (Agnes Ayres1)) fällt auf einer Arabien-Reise in die Hände des wilden Scheichs Ahmed (Rudolph Valentino). Er bringt sie in sein Lager und versucht, sie zu verführen. Doch Diana widersteht ihm. Der mit Ahmed verfeindete Bandit Omair (Walter Long1)) entführt Diana in die Wüste, wo er sich anschickt, sie zu vergewaltigen. Doch Ahmed kommt rechtzeitig zur Hilfe. Im Kampf auf Leben und Tod mit Omair wird er schwer verletzt. Diana pflegt ihn gesund und wird sich bewusst, dass sie ihn liebt. Als Ahmed wieder gesund ist, heiraten die beiden. Und wer hätte gedacht, dass Valentino in dem Film auch gesungen hat? 1923 nahm er für den Film den "Kashmiri Love Song" auf.
 
Zuletzt erhielt Valentino eine Jahresgage von einer Million Dollar; er führte ein märchenhaftes Leben, umgab sich mit pseudo-orientalischem Prunk, erlebte eine Liebesromanze nach der anderen und ließ sich bereitwilligst vergöttern. Doch je erfolgreicher er auf der Kinoleinwand wurde, desto schlechter lief es privat für Valentino: Bei seiner ersten, 1919 geschlossenen Ehe mit der lesbischen Schauspielerin Jean Acker1) (1892 – 1978) soll es sich um eine reine PR-Angelegenheit gehandelt haben, 1923 erfolgte die Scheidung. Nach seiner Blitzhochzeit in Mexiko mit Natacha Rambova1) (1897 – 1966), der Stieftochter des Kosmetikfabrikanten Richard Hudnut (heute L’Oréal), wurde "Rudy" 1923 in den USA wegen Bigamie festgenommen und für drei Tage inhaftiert, da er nicht das volle Jahr zwischen seiner Scheidung und einer neuen Hochzeit abgewartet hatte, wie es das kalifornische Gesetz vorschrieb; außerdem musste Valentino 10.000 Dollar Strafe zahlen. Kurz darauf heiratete er erneut seine Natacha, welche schon ein Jahr später nach Paris floh. Natacha Rambova, eine herrische Natur, managte anfangs ihren eher schüchternen Mann vollkommen, begann auch, Valentino am Film-Set zu kontrollieren. Die Ehe ging in die Brüche und endete 1926 vor dem Scheidungsrichter. erfolgte. Valentino "tröstete" sich mit Stummfilmstar Pola Negri2) (1894/97 – 1987), auch eine Affäre mit der ungarischen Schauspielerin Vilma Bánky1) (1898 – 1991) wird ihm nachgesagt.
 
Die amerikanische Tageszeitung "Chicago Tribune" beschuldigte ihn, den amerikanischen Mann zu verweiblichen, worauf die "Rosa Puderquaste", wie ihn seine Kritiker nannten, den Schreiber dieses Artikels zu einem Boxkampf herausforderte, um seine Mannesehre zu verteidigen. Zu diesem Duell kam es jedoch nicht mehr, da Rudolph Valentino am 23. August 1926 im Alter von nur 31 Jahren in New York an den Folgen einer Bauchfellentzündung starb.
Eine Woche zuvor war Valentino in einem New Yorker Luxushotel plötzlich zusammengebrochen; der Arzt stellte ein Magengeschwür fest, das eine sofortige Operation erforderlich machte. In den Tagen, in denen der Kranke zwischen Leben und Tod schwebte, musste das Überfallkommando immer wieder eingedrungene Frauen aus dem Krankenhaus entfernen, schließlich riegelte ein starkes Polizeiaufgebot das ganze Gebäude ab. 80.000 Trauernde verursachten auf der Beerdigung des "schönsten Mannes des Films" in New York massive Unruhen bzw. lösten eine Massenhysterie aus. Der Verkehr war tagelang lahmgelegt und einige Verehrerinnen versuchten sogar sich an seinem Grab das Leben zu nehmen; ein zweites Begräbnis folgte in Kalifornien. Valentino hatte zum Zeitpunkt seines Todes rund 100 000 Dollar Schulden. Für seine Beerdigung mussten daher zahlreiche Stücke aus seinem Anwesen "Falcon Lair" sowie das Haus selbst versteigert werden. Sein Begräbnis in New York, dem 100 000 Menschen beiwohnten, war eine Inszenierung. Im offenen Sarg lag nicht Valentino, sondern eine Kopie aus Wachs. Pola Negri, die dem Sarg wie eine Witwe folgte, erklärte, sie und Valentino seien im Begriff gewesen zu heiraten. Bei Drängeleien gab es Dutzende Verletzte, Fensterscheiben wurden eingeworfen. Erst am Abend hatte die Polizei die Situation wieder unter Kontrolle.3)
 
Schon damals wurden Stimmen laut, die behaupteten, Valentino sei eines unnatürlichen Todes gestorben. Verschwörungstheorien wurden kolportiert, die Einen erzählten, Neider aus Hollywood hätten ihm Diamantenpulver in einem Getränk serviert, Andere wollten wissen, er sei bei einer Schlägerei um eine schön Frau schwer verletzt worden. Alberte Guglielmi, älterer Bruder des Stars, erklärte 1961, er wolle Licht in diese dunkle Angelegenheit bringen; ein Film sollte über Valentinos Leben gedreht werden.
Ein Jahr nach Valentinos Tod gab es in Amerika bereits 70 "Memorial Organisations", die das Andenken an den Star pflegten; in einschlägigen Gazetten war zu lesen, dass der Araberhengst "Jadaan", den Valentino als "Sohn des Scheichs" geritten hatte, zehn Jahre lang an weinenden Pilgern vorbeiritt: Gesamteinnahmen 60 000 Dollar. Die jährliche Besucherquote am Grabe des Stars auf dem Friedhof am Santa Monica Boulevard in Hollywood belief sich auf 4 000 Menschen.

Dass der nun seit Jahrzehnten tote Valentino noch immer über einen festen Anhängerstamm verfügt, der sich aus Frauen älterer Jahrgänge rekrutiert, ist bekannt. Zu seinem Todestag werden noch immer Pilgerfahrten an sein Grabe veranstaltet und Blumensendungen kommen von den verschiedenen Valentino-Gedächtnis-Klubs aus der ganzen Welt. Die seltsamste Erscheinung in der Geschichte der Valentine-Verehrung war "die geheimnisvolle Dame in Schwarz", die 28 Jahre lang am Todestag des Stars zu seinem Grabe pilgerte und dort in stummen Gedenken verweilte. Scharen von Fotografen sammelten sich jedes Mal an, um das traditionelle Ereignis der Nachwelt übermitteln zu können. Vergeblich suchte man die Identität der alten Dame zu lüften. Einmal jedoch tauchten sechs geheimnisvolle Damen in Schwarz am Grabe auf – die Lösung: Ein übereifriger Werbefachmann hatte sich den Gag ausgedacht.

Unter anderem erschien von Emily W. Leider die Biografie "Dark Lover: The Life and Death of Rudolph Valentino", in der das Leben von Hollywoods erstem Herzensbrecher detailliert und mit vielen Fotos dokumentiert wird. Im Jahre 1976 wurde das Leben von Ken Russell mit dem russisch-österreichischen Tänzer Rudolf Nurejew 1) (1938 – 1993) in der Titelrolle verfilmt; Mit "Valentino"4) entwickelte Russell die nur teilweise biografische Lebensgeschichte eines großen Hollywood-Künstlers. "In subjektiven, aber sehr phantasievollen Bildern entwickelt Russell die nur teilweise biografische Lebensgeschichte eines großen Hollywood-Künstlers, zeigt seinen ausschweifenden Lebensstil, ohne sich dabei um die Fakten – die sind auch meistens ziemlich langweilig und ernüchternd – zu kümmern." notiert prisma-online.de.  
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4)  www.prisma-online.de.
3) Quelle: Wikipedia
Textpassagen dieser Kurzbiografie aus "Internationales Biografisches Archiv"
Lizenz Foto Rudolph Valentino: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Viele Informationen rund um den legendären Stummfilm-Star findet man bei den englischsprachigen Websites
"The Rudolph Valentino Homepage" und "The Rudolph Valentino Society"; siehe auch Wikipedia
Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei silentgents.com und film.virtual-history.com
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