
Valentino war kein großer Schauspieler, aber er war schön, temperamentvoll und leidenschaftlich, der "Latin-Lover" schlechtin nach heutigen Maßstäben; in einem künstlichen Ambiente erreichte er eine heute kaum nachvollziehbare Anziehungskraft. Trotz des hartnäckigen Gerüchtes, "Rudy", wie er liebevoll genannt wurde, wäre ein exzentrischer Freund schöner Jünglinge, flogen ihm die Herzen der Frauen zu. Er war der erste Hollywoodstar, der seine Faszination vor allem aus seinem guten Aussehen und seinem Sex-Appeal bezog. Als "Der Scheich" gedreht wurde, war Rudolph Valentino längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in 19 Filmen hatte der Italiener schon mitgespielt. Doch mit mit diesem Film von Regisseur GeorgeMelford wurde er zum Superstar und Sexsymbol für Millionen von Frauen. Der Inhalt: Die Engländerin Diana Mayo fällt auf einer Arabien-Reise in die Hände des wilden Scheichs Ahmed. Er bringt sie in sein Lager und versucht, sie zu verführen. Doch Diana widersteht ihm. Der mit Ahmed verfeindete Omair entführt Diana in die Wüste, wo er sich anschickt, sie zu vergewaltigen. Doch Ahmed kommt rechtzeitig zur Hilfe. Im Kampf auf Leben und Tod mit Omair wird er schwer verletzt. Diana pflegt ihn gesund und wird sich bewusst, dass sie ihn liebt. Als Ahmed wieder gesund ist, heiraten die beiden. Und wer hätte gedacht, dass Valentino in dem Film auch gesungen hat? Zuletzt erhielt Valentino eine Jahresgage von einer Million Dollar; er führte ein märchenhaftes Leben, umgab sich mit pseudoorientalischem Prunk, erlebte eine Liebesromanze nach der anderen und ließ sich bereitwilligst vergöttern. Der Star war in erster Ehe mit Jean Acker verheiratet, nach seiner Blitzhochzeit in Mexiko mit Natacha Rambova, der Tochter des Kosmetikfabrikanten Hudnut, wurde "Rudy" 1922 in den USA wegen Bigamie festgenommen. Er hatte sich noch nicht von seiner ersten Frau Jean scheiden lassen. Beide Ehen wurden annulliert, Valentino musste 10.000 Dollar Strafe zahlen und heiratete kurz darauf nochmals seine Natacha, welche schon ein Jahr später nach Paris floh. Natacha, eine herrische Natur, managte anfangs ihren eher schüchternen Mann vollkommen. Weitere Frauen, die Valentino nahe standen, waren die Ungarin Vilma Banky und nicht zuletzt der bekannte Stummfilmstar Pola Negri. Die amerikanische Tageszeitung "Chicago Tribune" beschuldigte ihn, den amerikanischen Mann zu verweiblichen, worauf die "Rosa Puderquaste", wie ihn seine Kritiker nannten, den Schreiber dieses Artikels zu einem Boxkampf herausforderte, um seine Mannesehre zu verteidigen. Zu diesem Duell kam es jedoch nicht mehr, da Rudolph Valentino am 23. August 1926 im Alter von nur 31 Jahren in New York an den Folgen einer Bauchfellentzündung starb. Eine Woche zuvor war Valentino in einem New Yorker Luxushotel plötzlich zusammengebrochen; der Arzt stellte ein Magengeschwür fest, das eine sofortige Operation erforderlich machte. In den Tagen, in denen der Kranke zwischen Leben und Tod schwebte, musste das Überfallkommando immer wieder eingedrungene Frauen aus dem Krankenhaus entfernen, schließlich riegelte ein starkes Polizeiaufgebot das ganze Gebäude ab. 80.000 Trauernde verursachten auf der Beerdigung des "schönsten Mnnes des Films" in New York massive Unruhen bzw. lösten eine Massenhysterie aus. Der Verkehr war tagelang lahmgelegt und einige Verehrerinnen versuchten sogar sich an seinem Grab das Leben zu nehmen; ein zweites Begräbnis folgte in Kalifornien. Schon damals wurden Stimmen laut, die behaupteten, Valentino sei eines unnatürlichen Todes gestorben. Die einen erzählten, Neider aus Hollywood hätten ihm Diamantenpulver in einem Getränk serviert, andere wollten wissen, er sei bei einer Schlägerei um eine schön Frau schwer verletzt worden. Alberte Guglielmi, ein Bruder des Stars, erklärte 1961, er wolle Licht in diese dunkle Angelegenheit bringen; ein Film sollte über Valentinos Leben gedreht werden. Ein Jahr nach seinem Tod gab es in Amerika bereits 70 "Memorial Organisations", die das Andenken an den Star pflegten; in einschlägigen Gazetten war zu lesen, dass der Araberhengst "Jadaan", den Valentino als "Sohn des Scheichs" geritten hatte, zehn Jahre lang an weinenden Pilgern vorbeiritt: Gesamteinnahmen 60 000 Dollar. Die jährliche Besucherquote am Grabe des Stars auf dem Friedhof am Santa Monica Boulevard in Hollywood belief sich auf 4 000 Menschen. Dass der nun seit jahrzehnten tote Valentino noch immer über einen festen Anhängerstamm verfügt, der sich aus Frauen älterer Jahrgänge rekrutiert, ist bekannt. Zu seinem Todestag werden noch immer Pilgerfahrten an sein Grabe veranstaltet und Blumensendungen kommen von den verschiedenen Valentino-Gedächtnis-Klubs aus der ganzen Welt. Die seltsamste Erscheinung in der Geschichte der Valentine-Verehrung war "die geheimnisvolle Dame in Schwarz", die 28 Jahre lang am Todestag des Stars zu seinem Grabe pilgerte und dort in stummen Gedenken verweilte. Scharen von Fotografen sammelten sich jedes Mal an, um das traditionelle Ereignis der Nachwelt übermitteln zu können. Vergeblich suchte man die Identität der alten Dame zu lüften. Einmal jedoch tauchten sechs geheimnisvolle Damen in Schwarz am Grabe auf. Die Lösung: Ein übereifriger Werbefachmann hatte sich den Gag ausgedacht, aber diesmal falsch disponiert. Unter anderem erschien von Emily W. Leider die Biografie "Dark Lover: The Life and Death of Rudolph Valentino", in der das Leben von Hollywoods erstem Herzensbrecher detailliert und mit vielen Fotos dokumentiert wird. Im Jahre 1976 wurde das Leben von Ken Russell mit Rudolf Nurejew in der Titelrolle verfilmt; "Valentino"1) entwickelt Russell die nur teilweise biografische Lebensgeschichte eines großen Hollywood-Künstlers.1) Der Link führt zu www.prisma-online.de. Textpassagen dieser Kurzbiografie aus "Internationales Biografisches Archiv" |
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Viele Informationen zu dem legendären Stummfilm-Star findet man bei
der englischsprachigen Website "The Rudolph Valentino Homepage". Siehe auch wikipedia.org Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei silentgents.com und film.virtual-history.com |
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