Immer, wenn er Pillen nahm
(Stanley Beamish/Mr. Terrific)
Die Ende der 60er gedrehte amerikanische TV-Serie "Mr. Terrific" lief bei uns unter dem Titel "Immer, wenn er Pillen nahm". Protagonist ist der schüchterne, etwas einfältige Automechaniker Stanley Beamish (Stephen Strimpell), der mit seinem Freund und Partner Hal Walters (Dick Gautier) eine kleine Tankstelle betreibt. So weit, so gut, wäre da nicht der Wissenschaftler Dr. Reynolds vom "Bureau of Secret Projects" (BSP) in Washington, der sich grade den unscheinbaren Beamish als Testperson für eine neue Wunderpille ausgesucht hat. Die neue Mixtur wirkt nur bei Beamish und ist phänomenal, lässt den bisher nichtssagenden Mann zum Superhelden mutieren. Immer, wenn er diese Pillen nimmt, entwickelt Beamish ungeahnte Kräfte, bald wird "Mr. Terrific" von den Chefs der Spezialabteilung Barton J. Reed (John McGiver) und Harley Trent (Paul Smith) mit Geheimaufträgen beauftragt. Das ganze hat mehr als nur einen Haken: Die durch die "Power Pill" hervorgerufenen Kräfte sind nur von begrenzter Dauer und wirken knapp eine Stunde lang, bei Bedarf kann eine zweite Dosis die übernatürlichen Kräfte zwar um 20 Minuten verlängern, doch dann ist erst einmal Schluss. Beamish selbst kann zwar fliegen oder sonstige körperliche Wunderdinge vollbringen, auf sein Gehirn haben die Pillen jedoch keine Auswirkung, auch mit der Droge bleibt er der naive, schüchterne Kerl, dessen Gutgläubigkeit und Freundlichkeit die Verantwortlichen des BSP zur Verzweiflung treibt. Ein weiteres Problem ist, dass Beamish die zeitliche Wirkung der Pille nicht beachtet und so stets im ungünstigsten Moment seine Kräfte verliert. Man kann sich denken, welche verwirrenden Situationen, gepaart mit der unvermeidlichen Komik, dadurch entstehen.

Die Serie "Mr. Terrific" wurde in den USA vom Sender CBS erstmals Anfang Januar 1967 ausgestrahlt und brachte es bis Mai 1967 auf 17 Folgen. Ausgedacht hatten sich die Drehbuchautoren R. S. Allen und Harvey Bullock die Persiflage auf das in den USA ausgebrochene "Batman"-Fieber, das den unbesiegbaren Helden der Comic-Welt feierte. Eine andere Serie, die sich den Batman-Boom satirisch zunutze machte, waren die Geschichten um "Captain Nice" (gespielt von William Daniels), die etwa zeitgleich bei NBC lief und bei uns Mitte der 70er unter dem Titel "Das Geheimnis der blauen Tropfen" ausgestrahlt wurde. (Links siehe www.wunschliste.de). 
"Stanley Beamish" und die deutsche Fassung des Titelsongs "Er konnte wie ein Adler fliegen und jeden Bösewicht besiegen. Denn seine große Stunde kam, immer wenn er Pillen nahm…" erreichten auch bei uns eine Art Kult-Status. Das ZDF brachte die Reihe erstmals am 20. Januar 1970, die letzte Episode "Das Geschenk des Sultans" (The Sultan has five wives) flimmerte im April des gleichen Jahres über die Bildschirme. 
Fans der witzigen Agenten- und Superhelden-Parodie können sich nun freuen, ab 17. Juli 2009 gibt es die komplette Serie (Folgen 1 bis 17) auf DVD.
  

Siehe auch www.tvder60er.de, www.fernsehserien.de, Wikipedia;
mehr Links bei www.wunschliste.de

 

Die Hauptdarsteller:
Stephen Strimpell … spielte den verhinderten Superhelden Stanley Beamish.
 
Geboren am 17. Januar 1937 in New York City,
gestorben am 10. April 2006 in New York City.
 
Der Theaterschauspieler Stephen Strimpell stand im Verlaufe seiner Karriere nur für wenige Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, die Rolle des "Stanley Beamish" ist wohl eine seiner größten TV-Erfolge. Außer als renommierter Bühnendarsteller hat sich Stephen Strimpell auch einen Namen als Schauspiellehrer an Herbert Berghofs renommierter Schauspielschule in New York gemacht.
 
Strimpell, ein studierter Jurist, der 1956 seine Ausbildung an der Columbia Law School beendete, war zunächst Mitglied der New Yorker Anwaltschaft, bevor er die künstlerische Laufbahn einschlug. Er war vorwiegend als Theaterschauspieler tätig. Einem breiten Publikum wurde er erst im Alter von 30 Jahren bekannt, als er die Hauptrolle der CBS-Fernsehserie "Immer wenn er Pillen nahm" übernahm. (…) Nach der Einstellung der Serie trat Strimpell nur noch sporadisch in Film- und Fernsehproduktionen auf. Er spielte neben Dick van Dyke in der Komödie "Fitzwilly", neben Alan Alda im Drama "Jenny", neben Zero Mostel und Harry Belafonte in "The Angel Levine", im Thriller "Unheimlich" (nach Mary Higgins Clark) und neben Roy Scheider in "Hinter dem Rampenlicht", Bob Fosses kritischem Drama über die Produktion von Musicals. Seine letzte Filmrolle spielte er als Börsenmakler in Robin Williams' Drama "Seize the Day". 
(
Quelle: Wikipedia, Stand Juli 2009)
 
Weitere Filme1) mit Stephen Strimpell
Dick Gautier … spielte den Tankstellenbesitzer Hal Walters.
 
Geboren am 30. Oktober 1931 als Richard Gautier im kalifornischen Culver City.

Der Schauspieler, der seit Anfang der 60er Jahre für Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera steht, hat sich außerdem einen Namen als Sänger, Autor und vor allem Karikaturist gemacht.
Das Allroundtalent schrieb schon während seiner Zeit bei der Armee Shows für die US Navy, nach seiner Entlassung ging er zunächst nach New York, später nach Hollywood und startete eine außerordentlich erfolgreiche Karriere als Schauspieler. Seither hat Gautier in zahlreichen Produktionen mitgewirkt, arbeitete darüber hinaus als Synchronsprecher für verschiedene Zeichentrickfilme. Bühnenstücke wie "There's a Lady in my Shower" stammen aus seiner Feder, seine Karikaturen veröffentlichte er in inzwischen mehr als zehn Büchern wie "The Art of Caricature" oder "Drawing & Cartooning 1001 Faces"; außerdem schrieb und illustrierte der Vater von drei Kindern auch das Kinderbuch "A Child's Garden of Weirdness".
 
Siehe auch www.dickgautier.com mit einer Kurzbiografie (in englisch) sowie vielen Fotos.
 
Weitere Filme1) mit Dick Gautier
John McGiver … spielte den Regierungsbeamten Barton J. Reed.
 
Geboren am 5. November 1912 als John Irwin McGiver in New York,
gestorben am 9. September 1975 in West Fulton (New York) an einem Herzinfarkt.
  
Nach der Schule besuchte John McGiver die Fordham University, die er mit einem Bachelor-Examen abschloss. Anschließend war er zunächst als Lehrer tätig, wurde während des 2. Weltkrieges zur US Army eingezogen und entschloss sich nach Kriegsende, Schauspieler zu werden. Sowohl in Bühnenproduktionen als auch im Film machte er sich rasch einen Namen als verlässlicher Nebendarsteller, der vor allem mit seinem komödiantischen Talent überzeugte. Zu einer seiner ersten Leinwandrollen zählt die des "Monsieur X" in der Romanze "Love in the Afternoon" (1957, Ariane – Liebe am Nachmittag) mit Gary Cooper und Audrey Hepburn, im Verlaufe der Jahre sollten zahlreiche weitere Kinohits wie "Breakfast at Tiffany's" (1961, Frühstück bei Tiffany), "Man's Favorite Sport?" (1964, Ein Goldfisch an der Leine), "The Glass Bottom Boat" (1966, Spion in Spitzenhöschen) oder "Midnight Cowboy" (1969, Asphalt-Cowboy) folgen.
Das Fernsehen bot dem Schauspieler ein weiteres Betätigungsfeld, "Mr. Terrific" ist nur eine der zahllosen populären Serien, in denen McGiver auftauchte.
Als John McGiver wenige Wochen vor seinem 63. Geburtstag starb, hinterließ er seine Ehefrau Ruth Schmigelsky sowie zehn Kinder.
 
Siehe auch Wikipedia

Weitere Filme1) mit John McGiver

Paul Smith … spielte den Regierungsbeamten Harley Trent.
 
Geboren am 5. Februar 1929 in Pittsburgh (Pennsylvania).
 
Weitere Filme1) mit Paul Smith
1) Der Link führt zur "german.imdb.com".
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