Black Beauty
Die 1972 gedrehte britische Abenteuerserie "Black Beauty" basierte in groben Zügen auf dem Roman "Black Beauty – The Autobiography of a Horse" von der britischen Schriftstellerin Anna Sewell (1820 – 1878). Mit diesem, ihrem einzigen Werk, wollte sie auf das Schicksal von Gebrauchspferden im im England des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen. Das Pferd "Black Beauty", ein schwarzer Hengst mit einem weißen Fuß und einem weißen Stern auf der Stirn, erzählt von seinem Leidensweg bei verschiedenen Besitzern, die es schinden und quälen. Schließlich hat die Geschichte doch noch ein "Happy End", als der Hengst zu Leuten kommt, die es gut behandeln und ihm versprechen, es niemals mehr zu verkaufen.
Der Roman wurde zwar ein Bestseller und in viele Sprachen übersetzt, doch an der Situation der "geschundenen Kreatur" änderte sich nicht viel; erst mit Sensibilisierung für die Umwelt und dem daraus folgernden Tierschutz verbesserte sich auch das Leben der Pferde auf Englands Straßen. In der ersten, 1891 veröffentlichten deutschen Fassung trug das Pferd "Black Beauty" übrigens den sinnigen Namen "Schön Schwarzhärchen".

Schon vor Erscheinen der Serie hatte es einige Kinostreifen gegeben: 1921 drehten die Hollywoodregisseure David Smith und Edward H. Griffith1) jeweils einen Stummfilm nach der Romanvorlage mit dem Titel "Balck Beauty", 1933 folgte ein Tonfilm von Phil Rosen1) und 1946 kam Max Nossecks1) Version in die Kinos, die nicht zuletzt wegen der Musik von Dimitri Tiomkin1) von Vielen als die gelungenste Interpretation der Romanvorlage angesehen wird. James Hill verfilmte das Thema Anfang der 1970er Jahre unter anderem mit Mark Lester, Uschi Glas und Walter Slezak, das 1971 mit dem Titel "Black Beauty – Auf der Suche nach dem Glück"1) in die deutschen Kinos kam. Iim "Lexikon des Internationalen Films" kann man hierzu nachlesen "Einfallslos inszenierte sentimentale Tiergeschichte mit plakativer Zeichnung der Charaktere"; siehe auch filmportal.de.
 
Ein Jahr später ging dann "Black Beauty" (The Adventures of Black Beauty) in Serie, 52 Folgen Ó 25 Minuten lang konnten die Fernsehzuschauer so manches Abenteuer des schwarzen Hengstes, der mit der Romanvorlage von Anna Sewell nur am Rande etwas gemein hatte, verfolgen; in Deutschland wurden die ersten 26 Folgen ab September 1974 am Sonntagnachmittags in der ARD ausgestrahlt: Der schwarze Hengst "Black Beauty" lebt im Haushalt des verwitweten viktorianischen Landarztes Dr. James Gordon (William Lucas), nachdem dessen Kinder Vicky (Judi Bowker) und Kevin (Roderick Shaw) es krank in einem nahen Wald gefunden und gesund gepflegt haben. In diesen ersten 26 Folgen ist neben "Black Beauty" Vicky die Heldin, die mit ihrem tierischen Freund so manches Abenteuer und gefährliche Situationen meistern muss. Danach wurde aus Vicky Gordon plötzlich ohne jegliche Erklärung Jenny Gordon (Stacy Dorning), das "Strickmuster der jeweiligen Episoden blieb unverändert. Mit dem Wechsel von "Vicky" zu "Jenny" wechselte die Serie ins Samstagsprogramm des ZDF. Dort lief 15 Jahre später auch eine Fortsetzung unter dem Titel "Neue Abenteuer mit Black Beauty"2) (GB/NZ 1990–1991: The New Adventures of Black Beauty).3).
 
In den USA wurden 1978, ebenfalls unter dem Titeln "Black Beauty", fünf neue Folgen mit jeweils 45 Minuten gezeigt, in denen Geschichten um die Freundschaft zwischen dem Farmersohn Lucas Gray (Kristoffer Tabori4)) und seinem schwarzen Hengst erzählt werden. Eine weitere Fortsetzung, die australische Produktion "The New Adventures of Black Beauty" (1991/92) wurde in Deutschland 1997 bei "DF1 Clubhouse" unter dem Titel "Black Beauty in Australien" ausgestrahlt. D
iesmal ist die menschliche Heldin das kleine Mädchen Bella (Rebecca Gooden), das aus einem Waisenhaus ausgerissen ist, als blinder Passagier auf einem Schiff nach Australien schippert und als Schiffbrüchige an der Küste von einem schwarzen Hengst gefunden wird. So können nun neue Abenteuer ihren Lauf nehmen … 
Als weitere "Black Beauty"-Version ist noch der amerikanische Zeichentrickfilm "Black Beauty – Der schwarze Hengst" (1994, Black Beauty) zu erwähnen, sowie der US-Spielfilm "Black Beauty"1) (1994) mit Sean Bean1) in der Hauptrolle des Bauern Grey.
 
Die 1972er-Serie wurde erstmals am 2. Juli 2007 im Rahmen der DVD-Serie "TV Kult in Deutschland" auf DVD veröffentlicht. Die erste DVD-Ausgabe beginnt mit Folge 27 der Serie, in der Stacy Dorning die weibliche Hauptrolle übernahm, während die ursprünglich erste Folge mit Judi Bowker in der siebten DVD-Box zu finden ist.5)
 
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) www.fernsehserien.de, 4) Wikipedia (englisch)
Quelle: 3) www.fernsehserien.de aus "Fernsehlexikon"  von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier, 5) Wikipedia

Siehe auch Wikipedia, www.fernsehserien.de sowie www.tv-nostalgie.de;
weitere Links bei www.wunschliste.de

 

Die menschlichen Hauptdarsteller der 1972 gedrehten Serie:
William Lucas … spielte den Dr. James Gordon.
 
Geboren am 14. April 1925 im britischen Manchester.
 
Der britische Schauspieler kam erst mit 30 Jahren zum Film, nachdem er sich bereits als Charakterdarsteller auf der Bühne einen Namen gemacht hatte. Seine erste bedeutende Leinwandrolle hatte er 1955 in dem Streifen "X the Unknown". Danach folgten weitere Arbeiten für das Kino sowie regelmä▀ige Auftritte im britischen Fernsehsender BBC.
 
Siehe auch Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit William Lucas
Judi Bowker … spielte 1972/73 die Vicky Gordon.
 
Geboren am 6. April 1954 in Shawford (Hampshire).
 
Siehe auch Wikipedia
 
Weitere Filme*) mit Judi Bowker 
Stacy Dorning … spielte 1973/74 die Jenny Gordon.
 
Geboren am 11. Mai 1958 in London.
 
Siehe auch Wikipedia (englisch)
 
Weitere Filme*) mit Stacy Dorning
Roderick Shaw … spielte den Kevin Gordon.
 
Weitere Filme*) mit Roderick Shaw
  
Die Schriftstellerin Anna Sewell
Anna Sewell wurde am 30. März 1820 im britischen Yarmouth (Norfolk) geboren. Ihre Mutter war eine bekannte Jugendbuch-Autorin, ihr Vater Bankier, beide waren überzeugte Quäker. Im Alter von 14 Jahren erlitt Anna aufgrund eines Unfalls eine Knieverletzung, die nie ausheilte und sie ihr ganzes Leben lang so behinderte, dass sie auf Krücken gehen musste oder sich nur in der Kutsche fortbewegen konnte. So kam sie schon früh mit dem Schicksal der geschundenen Kutschenpferde in Berührung, welches sie später veranlasste, ihre Erfahrungen schriftlich zu verarbeiten. 1877 schrieb sie das Jugendbuch "Black Beauty", in welchem ein Hengst seine qualvolle Lebensgeschichte erzählt, und welches drei Monate nach ihrem Tod veröffentlicht wurde. Der Roman wurde weltweit ein Bestseller und zählt heute zu den Klassikern der Jugendliteratur, ein Erfolg, den die Schriftstellerin nicht mehr erlebte.
Anna Sewell starb am 25. April 1878 mit nur 58 Jahren in Old Catton (Norfolk); ihr Geburtshaus in Yarmouth wurde später in ein Museum umgewandelt.
 
Mehr bei Wikipedia
*) Link: Internet Movie Database
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