Billy Vaughn wurde am 12. April 1919 als Richard Smith Vaughn und Sohn eines Friseurs in Glasgow1) im US-Bundesstaat  Kentucky1) geboren. Sein Vater Alvis Radford Vaughn (1888 – 1944) liebte die Musik und ermunterte seinen Sohn schon als kleines Kind, sich selbst das Mandoline spielen beizubringen; später lernte er noch weitere Instrumente, darunter Gitarre und Alt-Saxophon. 1941 trat er als Freiwilliger der "Nationalgarde der Vereinigten Staaten"1) ("National Guard") bei, doch die von Vaughn für ein Jahr geplante Dienstzeit verlängerte sich durch den Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg. Stationiert bei der "38th Infantry Division" (→ Wikipedia (englisch)) in "Camp Shelby" (Mississippi1)), wurde er dort vom Generalmajor Daniel I. Sultan bis Kriegsende in der "Big Band" eingesetzt. Nach der Entlassung beschloss Vaughn, die Musik zu seinem Beruf zu machen, besuchte in Bowling Green1) das "Western Kentucky State College" (heute: "Western Kentucky University"1)) und studierte Komposition. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er unter anderem als Pianist in lokalen Nachtclubs und Bars. Zudem trat er mit der von drei Kommilitonen gegründeten Vokalgruppe "The Hilltoppers" zunächst am Klavier, dann mitunter als Sänger auf → Wikipedia (englisch). Als Band-Mitglied komponierte/performte er den Titel "Trying", der nach der Veröffentlichung (Mai 1952) recht erfolgreich war und auf Platz 7 in den "Billboard Hot 100" sowie in den "Cashbox"1)-Charts auf Platz 5 kletterte → Wikipedia (englisch). Die Formation landete noch etliche weitere Hits, unter anderem die Coversion "P.S. I Love You" 1953), die zum Millionenseller geriet und in den "Billboard Hot 100" Platz 4 erreichte  → Wikipedia (englisch).
  
1954 verließ Vaughn die "Hilltoppers" und nahm beim Label "Dot Records"1) in Gallatin1) (Tennessee1)) den Posten als Musikdirektor an. Das von ihm geleitete Orchester begleitete fast alle großen Hits von Pat Boone, Gale Storm1) (1922 – 2009) oder den "Fontane Sisters"1). Nebenher veröffentlichte Vaughn mit seinen Musikern auch Instrumental-Titel – "Melody Of Love", ein Stück, das bereits 1903 von dem in Berlin geborenen Hans Engelmann (1872 – 1914: → Wikipedia (englisch)) komponiert wurde, kam im Dezember 1954 heraus und schaffte es bis auf Platz 2 der US-Charts → Wikipedia (englisch). Im Folgejahr wurde Ein Jahr später wurde die Nummer "The Shifting Whispering Sands" (1955;  → Wikipedia (englisch)) ebenfalls ein Hit, seine Orchesterversion von "Sail Along Silv'ry Moon" (1957; → Wikipedia (englisch)) belegte in den US-Charts mit Platz 5 erneut eine der vorderen Positionen. Dieses Stück, das in der "Billboard"1)-Rangliste der "erfolgreichsten Singles des Jahres 1958" den 6. Platz belegte, bedeutete Vaughns internationalen Durchbruch, es geriet in Kanada, Australien, Norwegen und auch in Deutschland zum Spitzenreiter, wo sein Erfolg mit einer seiner ersten "Goldenen Schallplatten"1) gekrönt wurde.
  
Während Vaughn und sein Orchester in den USA letztmalig Ende 1957 mit dem Titel "Raunchy"1) in der Hitparade unter den ersten zehn auftauchte und seine Popularität nachließ, ging es in Deutschland erst richtig los: 1958 wurde seine Version von "La Paloma"1) vergoldet, 1959 folgten "Goldene Schallplatten" für die Melodien "Blue Hawaii" (→ Wikipedia (englisch)), "Aloha-Oe" und "Morgen" sowie 1961 für den absoluten Spitzenreiter "Wheels"1), der sich in Deutschland 14 Wochen lang auf Platz 1 halten konnte.
Vaughn hatte es geschafft, mit seinen mehrstimmigen "schmalzigen" Alt-Saxophonen einen eigenen Sound zu kreieren, der über Jahrzehnte erfolgreich blieb und auch während der "Rock’n’Roll"-Ära verzeichnete kein Orchester mehr Hits als Billy Vaughn. Mitte der 1960er gab er im Rahmen etlicher Tourneen mit dem "Billy Vaughn Orchestra" stets ausverkaufte Konzerte unter andere auch in Japan, Brasilien und Südkorea. Von 1958 bis 1970 war er mit 36 Alben in den US-Albumcharts vertreten, einen seiner letzten großen Erfolge feierte er in Deutschland 1978 mit dem Album "Moonlight Melodies", welches zwanzig seiner schönsten Melodien enthielt, auf Platz 1 der Album-Charts stand und sich vieri Wochen lang dort hielt. Noch in den 1980er Jahren war er mit "Magic Moments" oder "Italian Memories" in der deutschen LP-Hitparade vertreten und immer wieder ein gern gesehener bzw. gehörter Gast in zahlreichen deutschen Fernseh-Shows.
  
Billy Vaughn, der zu den erfolgreichsten Instrumental-Künstlern der 1950/60er Jahre gehörte, erlag am 26. September 1991 im Alter von 72 Jahren im "Palomar Hospital" im kalifornischen Escondido1) (San Diego County1)) seinem Krebsleiden; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen "Oak Hill Memorial Park" (Abschnitt 11, Parzelle 437, Grab 3); seine 2009 verstorbene Ehefrau Marion (* 1927) wurde ebenfalls dort beigesetzt → Foto der Grabstelle bei knerger.de, findagrave.com.
 
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