Buddy Holly wurde am 7. September 1936 als Charles Hardin Holley, jüngstes von vier Kindern des Zimmermanns Odell Holley (1901 – 1985) und dessen Ehefrau Ella (1902 – 1990), im texanischen Lubbock1) geboren, wo er auch aufwuchs. Seine sehr religiösen Eltern führten ihn schon früh an die Musik heran und wie seine drei älteren Geschwistern Larry (1925 – 2022), Travis (1927 – 2016) und Patricia Lou (1929 – 2008) beherrschte er bereits als kleines Kind ein Instrument. Mit fünf Jahren gewann "Buddy", wie er liebevoll genannt wurde,  mit seinem Geigenspiel einen Musikwettbewerb und mit acht Jahren spielte er Klavier und Gitarre. Sein musikalisches Gehör war sehr ausgeprägt und selbst komplizierte Lieder konnte er nach einmaligem Hören nachspielen. Seine musikalisch Vorbilder waren Country1)-Stars wie Hank Williams1), Jimmie Rodgers1), Moon Mullican1), Bill Monroe1), Hank Snow1), Bob Wills1) und "The Carter Family"1). Bereits während der Zeit an der "Lubbock High School" zeichnete sich Buddy Holleys spätere Karriere als Musiker ab, schon in den frühen 1950er Jahren bildete er mit seinem Klassenkameraden Bob Montgomery (1937 – 2014; → Wikipedia (englisch)) ein Duo, die beiden nahmen etliche Demo-Bänder im Stil der "Louvin Brothers"1) und "Johnnie & Jack"1) bzw. im Western-Stil auch mit eigener Kompositionen auf und schon bald waren "Buddy and Bob" Lubbocks bekannteste Musiker. "1954 und 1955 hielten sie Sessions im "Nesman Recording Studio" im texanischen Wichita Falls1) ab, wo sie unter anderem die Montgomery-Kompositionen "Gotta Get You Near Me Blues", "Soft Place in My Heart" und "Door to My Heart" einspielten. Anfang des Jahres 1955 trat das Duo als Vorgruppe von Elvis Presley1) und Bill Haley auf, was einen bleibenden Eindruck auf den jungen Holley hinterließ. In dieser Zeit wurde er stark vom "Blues"1) und "R&B"1) beeinflusst und war der Meinung, dass diese beiden Genres mit "Country-Musik"1) vereinbar seien; Holley und Montgomery nannten ihre Musik auch "Western & Bop".2)
   
Nach seinem "High School"-Abschluss (1955) entschied er sich endgültig für eine Profi-Karriere als Musiker, es folgten Experimente mit anderen Gruppen und im Februar 1956 erhielt Holley mit seiner Band "Buddy Holley & The Three Tunes" einen Vertrag beim Label "Decca Records"1), fälschlicherweise auf den Namen "Holly" ausgestellt, und spielte in Nashville1) erste Titel ein. Die "Three Tunes" waren der Gitarrist Sonny Curtis1), der Bassist Don Guess und der Schlagzeuger Jerry Allison1). Da sich der Erfolg nicht so recht einstellen wollte, gründete Holly Ende 1956 mit "The Crickets"1) eine neue Formation, die aus dem Bassisten Joe B. Mauldin1) und wieder Jerry Allison am Schlagzeug bestand, Holly selbst spielte Gitarre und sang. Später stieß Nick Sullivan (1937 – 2004;  → Wikipedia (englisch)) an der Rhythmusgitarre zu der Gruppe, der jedoch 1958 wegen Differenzen durch Tommy Allsup (→ Wikipedia (englisch)) ersetzt wurde. Bereits im Herbst 1957 konnte Buddy Holly mit seinen "Crickets" den ersten großen Hit landen, der Titel "That'll Be the Day" wurde in den USA ("Billboard Hot 100"1)) und in Großbritannien ("UK Singles Chart") zur Nummer 1 in den Hitparaden, in der kanadischen "CHUM Chart" landete er auf Platz 2 → Wikipedia (englisch).

In den nachfolgenden Monaten veröffentlichte Buddy Holly mit seiner Band Spitzenreiter wie "Oh Boy!" (1957; → Wikipedia (englisch)) oder "Maybe Baby" (1958;  → Wikipedia (englisch)) sowie als Solist/Songwriter unter anderem "Mailman, Bring Me No More Blues"1) (1957) mit der B-Seite "Words of Love"1), "Peggy Sue"1) (1957),  "Rave On" (1958;  → Wikipedia (englisch)) oder "Crying, Waiting, Hoping"1) (1959). Die Gruppe tourte durch die USA, war im März 1958 auch in Großbritannien auf einer dreiwöchigen erfolgreichen Gastspielreise und absolvierte mehrere Fernsehauftritte → Diskografie bei Wikipedia.
Bereits im Herbst 1958 hatte sich der junge Mann mit der für ihn so typischen schwarzen FAOSA1)-Brille wegen aufkommender Unstimmigkeiten von den "Crickets" getrennt und trat während seiner letzten Tournee, der "Winter Dance Party", mit Carl Bunch (Schlagzeug; 1939 – 2011;
→ Wikipedia (englisch)) und Waylon Jennings1) (Bass; 1937 – 2002) sowie erneut mit Tommy Allsup (Gitarre), auf; neben Hollys Gruppe nahmen unter anderem auch Ritchie Valens1) (1941 – 1959), J. P. "The Big Bopper" Richardson1) (1930 – 1959), Frankie Sardo (1936 – 2014;  → Wikipedia (englisch)) sowie "Dion & the Belmonts"1) an der Tour teil.
Die Bedingungen der Reise waren für die Künstler nicht grade komfortabel, nach einem Auftritt fuhr der schlecht beheizte Tournee-Bus, der schon mehrfach im Schnee liegengeblieben war, bis zu 600 Meilen durch die Nacht zum nächsten Auftrittsort. Am 2. Februar 1959 befand sich die Tour-Karawane in Clear Lake1), einem kleinen Ort westlich von Mason City1) (Iowa1)). Am nächsten Tag sollte die Gruppe im 430 Meilen entfernten Moorhead1) (Minnesota1)) spielen. Wohl aus diesem Grund entschloss sich Buddy Holly, ebenso wie Valens und Richardson, in einer kleinen Chartermaschine nach Fargo1) (North Dakota1)) zu fliegen, welches nur wenige Meilen von Moorhead entfernt lag. Wenige Minuten später, kaum fümf Meilen nach dem Start stürzte die rote "Beechcraft Bonanza"1) bei starkem Schneetreiben am 3. Februar 1959 auf ein Getreidefeld in der Nähe von Mason City ab, alle Insassen kamen ums Leben – Buddy Holly wurde nur 22 Jahre alt. "Es wird vermutet, dass der Pilot Roger Peterson1) direkt in einen Blizzard1) flog, und aufgrund der mangelnden Flugerfahrung im Instrumentenflug1) mit diesem Muster die räumliche Orientierung verlor. Beim Aufprall überschlug sich das Flugzeug, und drei der Insassen wurden herausgeschleudert. Nur Peterson blieb eingeklemmt im Wrack zurück. Aufgrund des schlechten Wetters konnte die Unfallstelle erst zehn Stunden später erreicht und die Leichen geborgen werden.", vermerkt Wikipedia.
  
Buddy Holly, der erst am 15. August 1958 in seinem Geburtsort Lubbock1) die aus Puerto-Rico1) stammende María Elena Santiago (→ Wikipedia (englisch)) geheiratet hatte, wurde auf dem Friedhof von Lubbock beigesetzt und sein Grab ist auch heute noch für Fans eine Pilgerstätte → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Es gibt dort ein Museum ("Buddy Holly Center"; → Wikipedia (englisch)), eine "Buddy Holly"-Statue (→ Foto), einen Park und eine Straße mit seinem Namen. An der Absturzstelle des Flugzeuges ließ Holly-Fan Ken Paquette ein Edelstahlmonument aufstellen, das aus einer Gitarre und drei Schallplatten besteht → Foto bei Wikimedia Commons. Jedes Jahr finden zahlreiche Gedächtnisveranstaltungen statt, wie beispielsweise die "Buddy Holly Week", die Paul McCartney1) organisiert hatte oder die "Winter Dance Party", die alle Stationen Hollys letzter Tournee einbezieht und im "Surf Ballroom" in Clear Lake1) (Iowa) endet, wo sein letzter Auftritt stattfand. Auch das "Clovis Music Festival" und die "Fifties in February" erinnern an Buddy Holly.2)
"Stern" für Buddy Holly auf dem "Hollywood  Walk of Fame"; Urheber des Fotos: Copyright Dietmar Rabich; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons Am 7. September 2011 erhielt der US-amerikanische Rock-'n'-Roll-Pionier und Songwriter Buddy Holly postum einen "Stern" auf dem "Hollywood  Walk of Fame"1) (Adr.: 1750 N. Vine Street) in der Kategorie "Musikaufnahmen"1) ("Recording"). Die Zeremonie fand im Beisein seiner Witwe Maria Elena Holly und Musikerfreunden wie Phil Everly von den "Everly Brothers" statt.
Das Musikmagazin "Rolling Stone"1) listete Holly auf Rang 13 der "100 größten Musiker"1), auf Rang 29 der "100 der größten Songwriter"1), auf Rang 48 der "100 größten Sänger"1) und auf Rang 80 der "100 größten Gitarristen"1) aller Zeiten. Damit ist er einer von acht Künstlern, die (derzeit) in allen diesen vier Listen vertreten sind.2) Auch in Deutschland ehrte man den Musiker, 1988 gab die "Deutsche Bundespost"1) eine "Buddy Holly"-50-Pfennig-Briefmarke mit seinem Konterfei in der Serie "Jugend: Idole der Rock- und Popmusik" heraus.

"Stern" für Buddy Holly auf dem "Hollywood  Walk of Fame"
Urheber des Fotos: © Dietmar Rabich; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

Trotz seiner kurzen Karriere als Musiker avancierte Buddy Holly durch seinen innovativen Stil zum populärsten Sänger in der Geschichte der "Rockmusik"1) und seine über 100 Songs beeinflussten viele Stars dieses Genres. Künstler wie Paul McCartney1) betonen seinen Einfluss auf ihre Arbeit und die "Rolling Stones"1) ehrten ihn mit einer Coverversion von "Not Fade Away" → Wikipedia (englisch). Die Verlagsrechte an allen Kompositionen von Buddy Holly erwarb Paul McCartney → siehe auch die Abschnitte "Reminiszenzen anderer Künstler" sowie "Werk" bei Wikipedia. Die "Crickets"1) traten bis in jüngere Zeit noch zuweilen gemeinsam auf, tourten im fortgeschrittenen Alter durch die Clubs und spielten die alten Hits. Als letzte Besetzung nennt Wikipedia Sonny Curtis1) (Gesang, Gitarre; 1937 – 2025), Joe B. Mauldin1) (Bass; 1940 – 2015) und Jerry Allison1) (Schlagzeug; 1939 – 2022)
Das Leben von Buddy Holly bzw. seine letzten drei Jahre wurde von Regisseur Steve Rash mit Gary Busey1) in der Titelrolle als "The Buddy Holly Story"1) (1978) verfilmt, basierend auf der Biografie "Buddy Holly: His Life and Music" von John Goldrosen. "Unterhaltsamer Musikfilm, der nicht idealisiert, sondern in sympathischer Weise ein Stück Lebens- und Musikgeschichte porträtiert." urteilt filmdienst.de. Das Jukebox-Musical1) "Buddy: The Buddy Holly Story"1) mit dem Script von Alan Janes und Rob Bettinson befasst sich ebenfalls mit dem Leben des Musikers, gelangte am 12. Oktober 1989 am "Victoria Palace Theatre" im Londoner West End1) mit Paul Hipp1) als Buddy Holly zur Uraufführung und stand dort bis 2002 rund zwölf Jahre lang auf dem Spielplan. Die "Broadway"1)-Premiere am New Yorker "Shubert Theatre"1), ebenfalls mit Paul Hipp, fand am 4. November 1990 statt, die deutschsprachige Erstaufführung von "Buddy – Das Musical" am 17. Januar 1993 unter der Regie von Georg Mittendrein1) sowie musikalischen Leitung von Olav Kröger1) im "Landestheater Altenburg"1) mit Rainer Koschorz (→ koschorz.de) in der Rolle des Buddy Holly → weitere Beteiligte bei Musicallexikon. Das Musical feierte rund um den Globus Erfolge, andere erfolgreiche Aufführungen in Deutschland gab es unter anderem am "Theater im Hafen Hamburg"1), wo es seit dem 16. Dezember 1994 über sechs Jahre lang rund drei Millionen Zuschauer/-innen faszinierte (anfangs 1994–1996 mit Thomas Borchert1), später unter anderem bis 2001 mit Martin Pasching1)), sowie zwischen Oktober 2009 und Juli 2010 im "Colosseum Theater"1) in Essen1), alternierend mit Dominik Hees1) und Matthias Bollwerk1). Übrigens präsentierte "Stage Entertainment"1) eine 7 Meter große Statue von Buddy Holly werbewirksam für sechs Monate auf dem "Berliner Platz" in Essener Stadtkern, direkt vor dem "Colosseum Theater" → Foto bei Wikimedia Commons; siehe auch Infos zum Musical Wikipedia (englisch). Überdies erinnern Produktionen bzw. Shows wie "A Tribute to Buddy" oder die "Buddy Holly Rock'n' Roll Show" an einen Künstler, der viel zu früh so tragisch ums Leben kam.
Neben der genannten Biografie "Buddy Holly: His Life and Music" erschien von John Goldrosen und John Beecher zudem das Werk "Remembering Buddy: The Definitive Biography" (1996) → mehr Literatur bei Wikipedia.
   
Siehe auch Wikipedia (deutsch; mit Diskografie), Wikipedia (englisch; mit Diskografie)
sowie www.laut.de
Fotos bei Wikimedia Commons
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quelle: 2) Wikipedia (abgerufen 07.01.2012/02.02.2026)
Um zur Seite der Oldie-Stars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de