| Adolf Wohlbrück (Anton Walbrook) | ||||
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Adolf Wohlbrück (Adolf Wilhelm Anton Wohlbrück) wurde am 19. November 1896 in Wien als
Spross einer berühmten Theaterfamilie bzw. Sohn des berühmten
Zirkus-Clowns Adolf II. Wohlbrück, der später auch als Lehrer erfolgreich den
Zirkus-Nachwuchs ausbildete, geboren; schon sein Ururgroßvater (geb. 1770) arbeitete als Schauspieler.
Wohlbrück erhielt eine Schulausbildung auf einer Klosterschule in Wien und
einem Gymnasium in Berlin, machte dort nach dem Abitur eine Schauspielausbildung
an der Schule von Max Reinhardt1) (1873 1943).
Während des 1. Weltkrieges musste Wohlbrück seine beginnende Schauspielerkarriere
unterbrechen, geriet als Soldat in französische Kriegsgefangenschaft und
gründete während dieser Zeit in Auch (Gascogne) ein Theater für die
Gefangenen. Nach seiner Entlassung hatte er erste Bühnenengagements in Wien und München, ging dann nach Dresden an die "Komödie", nach zwei Jahren wurde er Mitglied des Dresdner Staatsschauspielhauses; im Jahre 1930 kam Wohlbrück nach Berlin. Im Stummfilm war der Schauspieler seit 1925 in den populären "Stuart-Webb"-Krimiserien aufgetreten, Karriere machte er aber erst im Tonfilm, seit er in Duponts "Salto Mortale" (1931) eine tragende Rolle bekam. Bald gehörte er zu den führenden Ufa-Stars, der sich durch seine Eleganz bzw. als weltmännischer Gentleman und Herzensbrecher auszeichnete. Seine bekanntesten Filme aus dieser Zeit sind "Walzerkrieg" (1933), "Maskerade"1) (1934), "Die Englische Heirat" (1934), "Regine" (1935), "Ich war Jack Mortimer"2) (1935), "Der Student von Prag" (1935), "Allotria"1) (1936) und "Der Kurier des Zaren" (1936). 1936 emigrierte der Halbjude und vehemente Gegner der Nazis auch aufgrund seiner Homosexualität während der Olympischen Spiele über Frankreich zunächst nach Hollywood, reiste dann ein Jahr später nach England. Im Exil änderte er aus politischen Gründen seinen Namen und begann als "Anton Walbrook" eine zweite Karriere, "Adolf war nicht sehr populär, so hieß ich Anton Walbrook.", ließ er in einem Interview wissen. Im britischen Film konnte er nahtlos an seine früheren Leinwanderfolge anknüpfen, stand für Streifen wie "The Soldier and the Lady" (1937), "Königin Viktoria" (1937, Victoria the Great) oder "Sixty Glorious Years" (1938) vor der Kamera. In dem legendären Psychothriller "Gaslicht" (1940, Gaslight) nach dem erfolgreichen Bühnenstück von Patrick Hamilton mimte er die männliche Hauptrolle des skrupellosen Paul Mallen, der mit seiner jungen Frau ein teuflisches Spiel spielt, in dem Antikriegsdrama "Leben und Sterben des Colonel Blimp"1) (1943, The Life and Death of Colonel Blimp) den sensiblen preußischen Offizier Theo Kretschmar-Schuldorff. Es folgten Produktionen wie "Der Mann aus Marokko" (1945, The Man from Morocco), "Die roten Schuhe"1) (1948, The Red Shoes) sowie "Der Spieler" (1948, The Queen of Spades) und auch auf der Theaterbühne konnte Wohlbrück im Londoner Exil Erfolge feiern. Während seiner Zeit in England setzte sich Wohlbrück aktiv für jüdische Schauspieler und "nichtarische" Angehörige deutscher Schauspieler ein, finanziell oder indem er ihnen die Wege zur Flucht ebnen half. 1947 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an.3)
1951 kehrte der Schauspieler auf Drängen des mit ihm befreundeten Gustaf Gründgens4)
(1890 1963) nach Deutschland zurück und stand in Düsseldorf auf der Bühne. Dort
glänzte er unter anderem mit Titelrollen in dem Curt Götz-Stück
"Dr. med. Hiob Prätorius" und Ferenc Molnárs "Der
Gardeoffizier", machte als Lord Bolingbroke in dem Lustspiel "Das
Glas Wasser"1) von Eugène Scribe eine glänzende Figur. Weitere Verpflichtungen führten den Schauspieler
unter anderem nach Stuttgart sowie nach Berlin an das
"Renaissance-Theater". Welche schauspielerischen Qualitäten
in ihm steckten bewies er noch im Frühjahr 1967 als eitler
Schriftsteller Sir Hugo Latymer in der Noel Coward-Komödie "Duett
im Zwielicht" an der Seite von Hilde Krahl und Heli Finkenzeller in der
Münchener "Kleinen Komödie". Es war seine letzte und
vielleicht beste Rolle während der Vorstellung war er aufgrund einer
Herzattacke zusammengebrochen.
Adolf Wohlbrück, dem 1967 das "Filmband in Gold" für
"langjähriges und
hervorragendes Wirken im deutschen Film" verliehen worden war, starb am 9. August 1967
im bayerischen Garatshausen (bei Starnberg) an den Folgen eines Herzinfarktes. Seine Urne wurde nach
England überführt und auf dem Londoner Friedhof St. John's Church (Hampstead, Church Road)
beigesetzt; dies hatte er so testamentarisch verfügt. |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau-Stiftung,
4) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 5) Die Krimihomepage Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 19.01.2011) nach "Deutsches Bühnenjahrbuch", 1968 S. 149 6) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 396 |
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| Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, www.exil-archiv.de | ||||
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