 |
Der Bassbariton Hans Hotter wurde am 19. Januar 1909 als Sohn
eines Lehrers in Offenbach/M.1) geboren und wuchs in München auf, wo
sein Vater Karl an einer Kunstgewerbeschule unterrichtete. Bevor der Sohn
zu einem der renommiertesten Sänger der Werke von Richard Wagner1) avancierte,
studierte er in München
parallel an der "Ludwig-Maximilians-Universität"1) Philosophie und Musikwissenschaften
sowie an der
"Hochschule für Musik"1) Orgel und Gesang, ohne jedoch
ernsthafte Pläne zu haben, ein Helden-Bariton zu werden; vielmehr
strebte er den Beruf eines Organisten und Chorleiters an. Die
Bekanntschaft mit dem Jean de Reszke-Schüler
Matthäus Römer1) (1871 1954), der
bereits 1909 bei den "Bayreuther Festspielen"1) die Titelpartie in
Wagners Spätwerk "Parsifal"1)
interpretierte, führte
dann zu einer Wende, da dieser Hotters enormes sängerisches Potenzial
erkannte und ihn mit dem Lied und der Oper vertraut machte.
Der erste öffentliche Auftritt Hotters als Sänger geriet 1929 bei
einem Konzert in München auf Anhieb zu einem großen Erfolg und so wandte er sich ganz der
Bühne zu.
Hans Hotter 1947 während der "Salzburger Festspiele"
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen
Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: United
States Information Service (USIS)1)
© United States Information Service (USIS) / ÖNB
Wien
Datierung: 31.07.1947
Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 20.211) |
Bereits ein Jahr später trat er mit dem Bass-Solo in
"Messias"1)
von Georg Friedrich Händel1)
erstmals in einem Oratorium auf, wenig später gab er 1930 sein Debüt am
"Schlesischen Theater Troppau"1) in Troppau1)
(heute Opava, Tschechien1)) mit der Partie des "Sprechers"
in der Oper "Die Zauberflöte"1)
von Wolfgang Amadeus Mozart1),
Über Breslau1) (heute Wrocław,
Polen1)), wo er die großen italienischen Partien gestaltete, kam
Hotter 1932 nach Prag1)
an das "Neue Deutsche Theater" (heute "Staatsoper"1)), blieb dort zwei Jahre lang
und lernte während dieser Zeit den berühmten russischen Bassbariton
Fjodor Iwanowitsch Schaljapin
(1873 1938) kennen, der sein künstlerisches Vorbild wurde und der
auch seine spätere Darstellung des Boris Godunow1) in der
gleichnamigen Oper1) von Modest Mussorgski1) maßgeblich beeinflusste.
Nach seiner Prager Zeit ging Hotter bis 1937 an die "Hamburgische Staatsoper1), wo er unter anderem
als Giulio Cesare1)
(Julius Caesar) in
der Oper "Giulio Cesare in Egitto"1)
von Georg Friedrich Händel brillierte sowie am 12. November 1937 in der Uraufführung der
von der NS1)-Presse verrissenen
Oper "Das Opfer" von Winfried Zillig1)
mitwirkte → Wikipedia (englisch); während
seiner Zeit in Hamburg wurde er 1936 zum "Hamburgischen Kammersänger" ernannt. Eine weitere Station
seiner grandiosen Karriere als Sänger wurde anschließend in München die
"Bayerischen Staatsoper"1),
an der Hotter in fast allen großen Heldenrollen seines Fachs glänzte und
als Endzwanziger bereits das Fundament für seine einzigartigen
Wagner-Interpretationen legte.
|
In München arbeitete Hotter mit so renommierten
Dirigenten jener Ära wie Clemens Krauss1)
oder Hans Knappertsbusch1)
zusammen, prägte beispielsweise auch zwei Uraufführungen der Opern von
Richard Strauss1) maßgeblich:
Am 24. Juli 1938 gab er am "Nationaltheater"1) den
Stadt-Kommandanten in "Friedenstag"1) und am
28. Oktober 1942, ebenfalls am "Nationaltheater", den Dichter Olivier in "Capriccio"1),
die letzte Oper, die Strauss komponierte → Wikipedia.
1944 war anlässlich der "Salzburger Festspiele"1)
mit "Die Liebe der Danae"1) die Uraufführung einer
weiteren Strauss-Oper geplant, doch dazu kam es nicht mehr, nach
dem Attentat
vom 20. Juli 19441)
auf Adolf Hitler1)
wurden die Festspiele abgesagt. Die Inszenierung von
Rudolf Hartmann1)
unter der musikalischen Leitung von Clemens Krauss1)
mit Hotter als Göttervater Jupiter1)
wurde lediglich in Form einer Generalprobe vor geladenen Gästen gezeigt,
zur weiteren Besetzung gehörten unter anderem Viorica Ursuleac1) in
der Partie der Titelheldin Danaë1),
Franz Klarwein1)
als Gott Merkur1)
und Horst Taubmann1)
als Goldkönig Midas1)
alias der Bote Chrysopher. Die offizielle Uraufführung, an der
Hotter nicht beteiligt war, fand erst am 14. August 1952 nach dem Tod des
Komponisten während
der "Salzburger Festspiele" statt.
Hans Hotter als der Stadt-Kommandant in der Oper
"Friedenstag"1)
von Richard Strauss am 10.06.1939
an der "Wiener Staatsoper"1)
(Dirigent: Clemens
Krauss1))
anlässlich der
"VI. Reichstheaterfestwoche 1939"
→ Besetzung;
Quelle: geschichtewiki.wien.gv.at
von
"Österreichische
Nationalbibliothek"1)/Bildarchiv- und Grafiksammlung (P
865)
Urheber: "Weltbild"-Fotoagentur; Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
|
|
Parallel zu seinem Wirken in München gab der Sänger mit der imponierenden Gestalt er war
über 1,90 m groß regelmäßig zahlreiche Gastspiele an der
"Wiener Staatsoper"1), der er bis in
die 1980er verbunden blieb. Hier debütierte er am 4. Juni 1939 einmal mehr
mit der Titelpartie des Giulio Cesare1)
in Händels "Giulio Cesare in Egitto"1)
mit Hans Schmidt-Isserstedt1) am
Dirigentenpult und Gertrude Rünger1)
als Cleopatra1).
Während des 2. Weltkrieges konzentrierte er sich vermehrt auf
Liederabende, sang er beispielsweise 1941 in Hamburg zum ersten Mal den
von Franz Schubert1)
komponierten Liedezyklus "Winterreise"1), mit der er in späteren Jahren weltweit das Publikum
begeisterte. So brachte er beispielsweise im Rahmen einer Japan-Tournee auch
dieses Werk zu Gehör.
Nach Kriegsende schloss Hotter 1946 einen Vertrag mit dem britischen
Platten-Label "Columbia"1),
trat 1947 erstmals am Londoner "Royal Opera House"1)
auf, wo er bis Ende der 1960er Triumphe feierte, sei es als Mozart-Interpret
in "Die Hochzeit des Figaro"1)
und in "Don Giovanni"1), aber auch als
Hans Sachs1) in Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg"1).
Er wirkte nach wie vor bei den "Salzburger Festspielen", mit
seiner Präsenz beispielsweise in Mailand und New York gehörte er zu
den international anerkannten Bass-Baritonen.
1952 holte Wieland Wagner1)
den Künstler für
die Partie des Gottes Wotan1) in
"Die Walküre"1),
dem zweiten Teil des aus vier Teilen bestehenden, monumentalen Opern-Zyklus
"Der Ring des Nibelungen"1),
erstmals zu den "Bayreuther Festspielen"1).
Für Hotter bedeutete dies
einen entscheidenden Umbruch. Des Öfteren äußerte er in Interviews, wie
schwer er sich zunächst mit dem neuen "Bayreuther Stil" tat: Allein auf der
unendlich weiten, leer geräumten Szene, angehalten, den gesanglichen Vortrag
nicht wie gelernt gestisch zu begleiten, sondern mit kleinsten Zeichen und
Bewegungen die jeweilige dramatische Figur aus der Zusammenführung von Musik,
Gebärde, Mimik und Körperhaltungen als Einheit zu formen. Aus dieser
strengen Formung und Bewusstheit des Gestaltens konnte Hotter dann auch wieder
etwas gewinnen, was zu diesem Zeitpunkt eher verpönt war ein neues Pathos,
nicht als hohle, aufgesetzte Gebärde, sondern als gesteigerte, von innen nach
außen dringende Expression. Diese emotionale Bewegtheit verwandelte den
Sing-Schauspieler Hans Hotter in einen großen Menschendarsteller. Der
"Wotan" wurde zu seiner Paraderolle und er gestaltete sie mehr als ein
Jahrzehnt.
Hotters "Wotan" sowohl in "Die Walküre" als auch in
"Das Rheingold"1) war überdimensioniert in
Stimme und Gestalt, gehört anscheinend einer bereits versunkenen Bühnenwelt
an. Er war ein resignierter Gott von archetypischer Größe, ohne dabei in das
wabernde Pathos früherer Bayreuther Jahre zu verfallen, insofern mit Wieland Wagners Interpretation
durchaus übereinstimmend. Stimmlich war Hotter kein
typischer Heldenbariton, für den ja der stark metallische Beiklang
charakteristisch ist, seine Stimme war zwar voluminös, aber eher weich mit
einer weichen Konsonantenbehandlung, die im Kontrast zur damals üblichen
Sprachbehandlung im Wagner-Gesang stand, manchmal aber auch zur
deklamatorischen Undeutlichkeit führte, immer jedoch das belcantistische
Element betonte.2)
Zu Hotters herausragendem Wagner-Repertoire zählten der
Gralskönig Amfortas, dessen Vater Titurel und auch der Gralsritter Gurnemanz im "Parsifal"1), er
brillierte als Tristans Gefolgsmann Kurwenal erstmals 1952 unter
der musikalischen Leitung von Herbert von Karajan1)
und als König Marke
in "Tristan und Isolde"1)
gab den Hans Sachs1)
und den Goldschmied Veit Pogner in
"Die Meistersinger von Nürnberg"1), unvergessen bleibt er als
"Der Holländer "in "Der fliegende Holländer"1) → Wirken in Bayreuth.
Hotter betrachtete sich jedoch keineswegs als "Wagner"-Spezialist oder als Nur-Opernsänger,
ebenso wichtig war ihm sein Lied- Repertoire, in dem Franz
Schuberts1) "Winterreise"1)
oder dessen "Die schöne Müllerin"1) das geliebte Zentrum bildete.
Er präsentierte unter anderem Lieder/Werke von Robert Schumann1),
Johannes Brahms1),
Carl Loewe1) oder Hugo Wolf1), zahlreiche
Schallplattenaufnahmen/Tonträger zeugen von Hotters unverwechselbarem Ausdruck sowie
seiner Klangschönheit und Stimmgewalt.
Zudem war er als Regisseur gefragr, unter anderem übernahm er nach dem Tod von Wieland Wagner1) (1917 1966)
1968 und 1969 in Bayreuth die szenische Betreuung und
Spielleitung von Wielands Inszenierungen des Opern-Zyklus "Der
Ring des Nibelungen"1). Bereits in den Jahren 1961 bis 1964 setzte er am
Londoner "Royal Opera House"1) den "Ring"-Zyklus
in Szene. An der
"Wiener Staatsoper"1)
trugen die Opern-Aufführungen "Palestrina"1)
von Hans Pfitzner1) (25
Vorstellungen: 16.12.196426.10.1977, davon in 8 Vorstellungen zudem die Partie des
Kardinals Carlo Borromeo1))
und "Die
schweigsame Frau"1) von Richard Strauss1)
(15 Vorstellungen: 01.03.196817.05.1973) seine Handschrift
→ Übersicht Wirken (Auszug).
Erwähnenswert ist seine Beteiligung an einigen Filmproduktionen, in
dem von Gustav Ucicky1)
mit Käthe Dorsch in
der Hauptrolle der treusorgenden Mutter Marthe Pirlinger gedrehten Melodram "Mutterliebe"1) (1939)
mimte er deren später vom Blitz erschlagenen Ehemann Josef, in
dem von Hans Thimig
in Szene gesetzten Biopic "Brüderlein fein"1) (1942)
über den von Hans Holt dargestellten
österreichischen Schauspieler/Dichter Ferdinand Raimund1)
den Schriftsteller Nikolaus Lenau1).
In der amüsanten Geschichte "Seine beste Rolle"3) (1943/44;
Regie: Vladimir Slavínský3)) tauchte er als der
berühmte Kammersänger Matthias Morland auf, der sich als dessen Kammerdiener ausgibt,
um die reizende Telefonistin Barbara Pohl (Marina von Ditmar) näher kennen zu lernen.
Im Nachkriegsfilm wirkte er als Sänger (Opernpartie) in dem
Kriminallustspiel "Großstadtnacht"1) (1950)
mit, gab in dem auf dem Roman "D-Zug, 517" von Maria von Peteani1)
basierenden Streifen "Die Sehnsucht des Herzens" (1951) unter der Regie
von Paul Martin den gefeierten Kammersänger
Lindner, in den sich die junge Ebba (Linda Caroll; 1929?) verliebt. "Die lebensfremd konstruierte
Kolportage gibt dem seinerzeit populären Sänger Hans Hotter reichlich Gelegenheit, seinen
sonoren Heldenbariton ertönen zu lassen."
vermerkt filmdienst.de
→ Wikipedia (englisch).
Im Fernsehen konnte man Hotter in Aufzeichnungen von Opern-Aufführungen
bewundern, unter anderem 1959 in der am Münchener "Cuvilliés-Theater"1)
gezeigten Opera buffa1) "Der Barbier von Sevilla"1) von
Gioacchino Rossini1),
in der er unter der musikalischen Leitung von Joseph Keilberth1) neben Hermann Prey (Barbier Figaro),
Fritz Wunderlich (Graf Almaviva),
Max Proebst1) (Arzt Bartolol
und Erika Köth (dessen Mündel Rosina) Rosinas Musikmeister Basilio gestaltete.
1974 beendete Hotter zwar offiziell seine Gesangslaufbahn, trat jedoch
vereinzelt immer noch einmal auf der Bühne in Erscheinung. Noch im fortgeschrittenen Alter
wurde seine ausdrucksvolle Stimme bewundert, an der "Oper Frankfurt"1) übernahm er in dem
von Václav Kašlík1) inszenierten Opernfragment "Moses und Aron"1)
von Arnold Schönberg1)
(Premiere: 15.11.1970) die Sprechrolle des Moses1)
"in einer subtilen, gleichsam gestischen Deklamation, die durch ihre Vergeistigung faszinierte.",
wie der Musikkritiker Gerhard Rohde1) in einem Nachruf schrieb. (Quelle: operundtanz.de).
1986 feierte der über 75-Jährige bei den "Münchner Opernfestspielen"1) als
Greis Schigolch
in dem Werk "Lulu"1)
von Alban Berg1),
basierend
auf den Tragödien
"Erdgeist"1)
und "Die
Büchse der Pandora"1) von Frank Wedekind1),
noch einmal Triumphe eine Rolle, mit der er die
Opernbesucher/-innen überraschte. Bereits an der "Wiener Staatsoper" gab er diese Figur
in 23 Vorstellungen (16.12.196821.10.1984). Letztmalig trat der inzwischen über 90-jährige Hotter
im Februar 2001 in München am "Prinzregententheater"1) in einer
"Münchner Fassung" der Operette "Der Opernball"1) von
Richard Heuberger1) in Erscheinung und verabschiedete sich
mit der Rolle des Prinzregenten endgültig von der Bühne.
Hotter arbeitete nach dem Ende seiner Solisten-Karriere als international
gefragter Gesangspädagoge und gab mit großem Engagement seine Erfahrungen
bei vielen Meisterkursen an die nächste Generation weiter. Auch als Berater
war er unverzichtbar, so holte ihn unter anderem James Levine1) für die Einstudierung von Wagners
"Der Ring des Nibelungen"1)
an die New Yorker "Metropolitan Opera"1).
Hans Hotter, der rund 120 Partien beherrschte, darunter nicht nur Werke
von Richard Wagner1),
Wolfgang Amadeus Mozart1)
und Richars Strauss1), sondern auch von Giuseppe Verdi1),
Ruggero Leoncavallo1),
"Ludwig van Beethoven"1),
Georges Bizet1),
Alexander Borodin1)
oder Gottfried von Einem1), wurde während seiner
langen, erfolgreichen Karriere mehrfach ausgezeichnet. Außer dem 1936 erliehenen Titel
"Hamburgischer Kammersänger" war er
"Bayerischer Kammersänger" (1955)
und "Österreichischer Kammersänger"1) (1997) sowie seit 1971 Ehrenmitglied der
"Wiener Staatsoper"1), 1977
ernannte
ihn die " Wiener Musikakademie" (heute "Universität
für Musik und darstellende Kunst Wien"1)) zum Professor. Hotter
war Träger des "Großen Bundesverdienstkreuzes"1) (1975),
der "Ehrenmedaille
der Bundeshauptstadt Wien" in Gold (1979) und des "Bayerischen
Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst"1) (1984).
Eine weitere Auszeichnung war 1985 der "Bayerische Poetentaler"1),
verliehen von der süddeutschen Literatenvereinigung
"Müchner Turmschreiber"1). Ende April 1994 würdigte man seine künstlerischen Leistungen in Frankreich mit dem
"L'ordre des Arts et des Lettres"1)
(im Range eines "Commandeurs"1)),
1996 überreichte man ihm den
"Ehrenring der Stadt Wien"1),
Zuletzt erhielt er 2003 für
seine Verdienste um das deutsche Operntheater und die Gesangspädagogik den "Wilhelm-Pitz-Preis",
der Neu-Bayreuths erstem Chorleiter gewidmet ist → Dankesrede von Hans Hotter
anlässlich der Preisverleihung.
Kurze Zeit später
starb Hans Hotter unerwartet am 6. Dezember 2003 in München1) wenige Wochen
vor seinem 95. Geburtstag. Die letzte Ruhe fand er auf dem Münchner
"Waldfriedhof Solln" →: Foto
der Grabstelle bei knerger.de.
Der Künstler war seit 1936 mit der ehemaligen Schauspielerin Helga Fischer
(† 1998) verheiratet,
der gemeinsame Sohn Peter erblickte ein Jahr später das Licht der Welt.
Die 1939 geborene Tochter Maria Gabriele († 2020) ließ sich zur Bibliothekarin
ausbilden, heiratete später (1962) nach dessen Scheidung den Enkel des
Komponisten Richard Strauss1), den
zum Opernregisseur ausgebildeten Richard (Max Emanuel Hermann) Strauss (01.11.1927 02.06.2007).
Seine Erinnerungen veröffentlichte der gefeierte Wagner- und Kunstliedsänger 1996
im "Kindler Verlag"1) unter dem
Titel "Der Mai war mir gewogen
", eine Zeile aus dem Gedicht
"Gute Nacht"1) von Wilhelm Müller1), das Franz Schubert im Liederzyklus
"Winterreise"1) vertonte.
In diesem Buch erzählt er von seiner Jugend in den zwanziger und dreißiger Jahren, von den
Anfängen an den Opernhäusern in Prag und Hamburg und von den Schwierigkeiten
eines Künstlers während des "Dritten
Reichs"1). Hotter, der zu den
herausragenden Künstlerpersönlichkeiten dieses Jahrhunderts zählt,
ist im Laufe seiner Karriere vielen großen Künstlern begegnet: Otto Klemperer1)
und Erich Kleiber1), den Komponisten Richard Strauss und
Hans Pfitzner1),
dem scheuen Herbert von Karajan1) und dem legendären
Wilhelm Furtwängler1).4)
Am 19. Januar 2009 wäre Hans Hotter, einer der ganz großen Sänger der
Nachkriegszeit, 100 Jahre alt geworden. Von vielen als
"Jahrhundertsänger" bezeichnet, war er von Stimme und Erscheinung her
ein Gigant im wahrsten Sinne des Wortes, als Konzert- und Liedersänger beeindruckte er hingegen
vor allem durch seine Natürlichkeit und überraschte immer wieder auch mit leisen Tönen.
Ohne Zweifel gehört Hans Hotter zu den absoluten Phänomenen der Gesangskunst und
galt gleich für mehrere Generationen als quasi zeitlose Erscheinung des europäischen Kulturlebens.5)
|
|
|
Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia, geschichtewiki.wien.gv.at, musiklexikon.ac.at; R = Regie (Inszenierung))
|
"Wiener Staatsoper"
→ archiv.wiener-staatsoper.at
- Festvorstellung anlässlich der "VI. Reichs-Theaterfestwoche 1939"
- 03.06.193910.02.1961 (18 Vorstellungen): Prophet Jochanaan
(Johannes der Täufer) in "Salome"
von Richard
Strauss
- 30.12.193905.05.1948 (6 Vorstellungen): Fähnrich Jago in
"Otello"
von Giuseppe
Verdi, basierend auf der Tragödie
"Othello"
von William
Shakespeare
- 17.10.194013.04.1966 (40 Vorstellungen); Der Holländer in "Der fliegende Holländer" von
Richard Wagner
- 30.04.194126.01.1969 (35 Vorstellungen): Polizeichef
Baron Scarpia
in "Tosca"
von Giacomo
Puccini
- 04.06.194111.05.1950 (8 Vorstellungen): Tonio /
Taddeo in "Pagliacci"
("Der Bajazzo") von Ruggero
Leoncavallo
- 05.06.194125.12.1962 (25 Vorstellungen): Amonasro,
König von Äthiopien und Vater von Aida in "Aida"
von Giuseppe
Verdi
- 23.09.194101.01.1969 / 06.12.1968–2201.1969:
"Fidelio"
von Ludwig
van Beethoven
- 23.09.194101.01.1969 (49 Vorstellungen) als Don Pizarro,
Gouverneur eines Staatsgefängnisses
- 06.12.1968–22.01.1969: als Minister Don Fernando (nach einer Inszenierung von Herbert von
Karajan)
- 12.10.194108.06.1966 (14 Vorstellungen): Der Wanderer in
"Siegfried" von
Richard Wagner
- 17.01.194203.06.1966 (21 Vorstellungen): Gottt Wotan
in "Das
Rheingold" von Richard
Wagner
- 05.05.194212.05.1970 (29 Vorstellungen): Kardinal Carlo Borromeo
in "Palestrina"
von Hans
Pfitzner
- 10.11.1942: Gralskönig Amfortas in "Parsifal"
von Richard
Wagner (R: Lothar
Wallerstein,
Dirigent: Hans Knappertsbusch
(mit Max
Lorenz in der Titelpartie des Parsifal) → Besetzung
- 28.12.1943: Titelpartie des Feldherrn Macbeth in "Macbeth"
von Giuseppe
Verdi, basierend auf der Trgödie "Macbeth"
von William
Shakespeare (R: Oscar Fritz
Schuh, Dirigent. Karl Böhm)
→ Besetzung
- 25.01.194617.05.1953 (5 Vorstellungen):
Lindorf, Coppélius, Dapertutto, Dr. Miracle in "Les
contes d'Hoffmann"
("Hoffmanns Erzählungen") von Jacques
Offenbach, basierend auf Erzählungen von E.
T. A. Hoffmann;
Inszenierung: Oscar Fritz
Schuh
- 04.04.194608.10.1953 (9 Vorstellungen): Stierkämpfer Escamillo
in "Carmen"
von Georges
Bizet
- 08.09.194615.09.1953 (18 Vorstellungen): Graf Almaviva in "Le nozze di Figaro"
("Die Hochzeit des Figaro")
von Wolfgang
Amadeus Mozart
- 27.10.194609.01.1953 (19 Vorstellungen):
Titelpartie in "Don Giovanni" von Wolfgang
Amadeus Mozart
- 26.06.194823.03.1957 / 03.02.196015.02.1970: "Tristan und Isolde" von
Richard Wagner
- 26.06.194823.03.1957: (6 Vorstellungen) als
Tristans Gefolgsmann Kurwenal
- 03.02.196015.02.1970 (8 Vorstellungen) als König Marke
- 30.12.194801.05.1989 (37 Vorstellungen): Der
Sprecher in "Die
Zauberflöte" von Wolfgang
Amadeus Mozart
- 1. Vorstellung 30.12.1948: R: Oscar Fritz
Schuh, Dirigent: Meinhard
von Zallinger-Thurn
(mit u. a. Endre Koréh (Fürst Sarastro),
Julius Patzak (Tamino), Wlma Lipp (Königin der Nacht),
Judith Hellwig (Pamina),
Alfred Poell
(Papageno),
Emmy Loose (Papagena)) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 01.05.1989: R: Otto
Schenk, Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
(mit u. a. Jaakko Ryhänen (→ Wikipedia (englisch); Fürst
Sarastro), Deon van der Walt (Tamino),
Luciana Serra (Königin der Nacht),
Sylvia McNair (Pamina), Manfred Hemm (→ Wikipedia (englisch);
Papageno),
Elżbieta Szmytka (Papagena))
→ Besetzung
- 16.02.194907.10.1953 (4 Vorstellungen): Der Heerrufer in "Lohengrin" von
Richard Wagner
- 23.03.1949 (Gastspie am Pariser "Théatre des Champs Elyséesl"):
Graf Almaviva in "Le nozze di Figaro"
("Die Hochzeit des Figaro")
von Wolfgang
Amadeus Mozart (R: ?, Dirigent: Karl Böhm;
mit u. a. Maria Reining (Gräfin Almaviva),
Erich Kunz (Figaro),
Elisabeth Schwarzkopf (Susanna)) → Besetzung
- 22.10.194929.03.1963 (9 Vorstellungen): Orest,
Elektras Bruder, in
"Elektra"
von Richard
Strauss
- 08.01.195014.05.1950 / 30.12.1958–0812.1969: "Die Meistersinger von Nürnberg"
von Richard Wagner
- 08.01.1950/14.05.1950: als Schuster Hans
Sachs
- 30.12.195808.12.1969 (21 Vorstellungen): als Goldschmied
Veit Pogner
- 08.01.195315.05.1954 (4 Vorstellungen): Graf von Monterone
in "Rigoletto"
von Giuseppe
Verdi;
(Inszenierung: Josef
Witt, Dirigent: John
Pritchard)
- 1. Vorstellung 08.01.1953: mit Theo Baylé (19121971) als Rigoletto,
Hofnarr des
Herzogs von Mantua (Anton
Dermota))→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 15.05.1954: mit Jovan Gligor (19141979)
als
Rigoletto, Hofnarr des
Herzogs von Mantua (Karl
Friedrich))
→ Besetzung
- 10.01.1953: Der Herold in "Aceste"
von Christoph
Willibald Gluck (R: Oscar Fritz
Schuh, Dirigent: Heinrich Hollreiser;
mit Christel Goltz
als Alceste/Alkestis,
Gattin des Königs Admeto/Admetos
(Anton Dermota))
→ Besetzung
- 29.05.195310.12.1978 (58 Vorstellungen): Der Großinquisitor
in "Don Carlos"
von Giuseppe
Verdi
- 06.02.196022.02.1960 (3 Vorstellungen): Wladimir Fürst Galizky, Bruder
der Fürstin Jaroslawna (Hilde
Zadek),
Gattin in 2. Ehe des Fürsten Igor (Eberhard
Waechter), in "Fürst Igor"
von Alexander
Borodin
(R: Paul
Hager, Dirigent: Lovro von Matačić) → Besetzung
- 09.03.196029.05.1960 (5 Vorstellungen): Der Erzbischof
Thomas Becket
in "Assassinio
nella cattedrale"
("Mord in der Kathedrale") von Ildebrando
Pizzetti, basierend auf dem Versdrama "Murder
in the Cathedral"
(Mord im Dom") von T.
S. Eliot; Inszenierung: Margarethe
Wallmann, Dirigent: Herbert von
Karajan
(außer 3. Vorstellung 16.03.1960:
Heinrich Hollreiser)
- 1. Vorstellung 09.03.1960 (erstmals in deutscher Sprache)
→ Besetzung
- Letzte Vorstellung 29.05.1960: → Besetzung
- 10.01.196108.06.1968 (4 Vorstellungen):
Gunther in "Göttedämmerung" von
Richard Wagner
- 01.04.196128.03.1970: Gralsritter Gurnemanz in "Parsifal"
von Richard
Wagner
- 1. Vorstellung 01.04.1961: R/Dirigent: Herbert von Karajan
(mit
Fritz Uhl in der Titelpartie des Parsifal) → Besetzung
- Letzte Vorstellung 28.03.1970: nach einer Inszenierung von Herbert von
Karajan, Dirigent; Robert Heger
(mit Hans Beirer in der Titelpartie des
Parsifal) → Besetzung
- 16.12.196426.10.1977: Inszenierung (25 Vorstellungen)
der Oper "Palestrina"
von Hans
Pfitzner
(davon in 8 Vorstellungen zudem die Partie des Kardinals Carlo
Borromeo)
- 01.03.196817.05.1973 (15 Vorstellungen);
Inszenierung der Oper "Die schweigsame Frau"
von Richard
Strauss
- 16.12.196821.10.1984 (23 Vorstellungen): Der Greis
Schigolch
in "Lulu"
von Alban
Berg, basierend auf den Tragödien
"Erdgeist"
und "Die
Büchse der Pandora" von Frank
Wedekind
- 02.05.196925.10.1973 (14 Vorstellungen):
Neueinstudierung der Oper "Arabella"
von Richard
Strauss,
in der Inszenierung von Rudolf
Hartmann
- 23.05.197103.05.1972 (8 Vorstellungen); Der Lehrer
in "Der Besuch der alten Dame"
von Gottfried
von Einem
mit dem Libretto von Friedrich
Dürrenmatt, basierend auf dessen gleichnamigen Tragikomödie;
Inszenierung Otto
Schenk, Dirigent: Horst Stein
- 1. Vorstellung (Uraufführung) 23.05.1971: mit Christa Ludwig als Claire Zachanassian → Besetzung
- Letzte Vorstellung 03.05.1972: ebenfalls mit Christa Ludwig als Claire Zachanassian → Besetzung
"Bayreuther Festspiele" in Werken von Richard Wagner;
(Quelle: bayreuther-festspiele.de)
"Salzburger Festspiele"
- 1943/1959: Der Sprecher in "Die
Zauberflöte" von Wolfgang
Amadeus Mozart
- 1943: Inszenierung/Dirigent: Clemens Krauss
(mit u. a. Georg Hann (Fürst Sarastro),
Julius Patzak (Tamino),
Hildegard Kapferer (1917?; Königin der Nacht), Irma Beilke (Pamina),
Paul Hörbiger
(Papageno),
Gusti Huber (Papagena))
→ salzburgerfestspiele.at
- 1959: Inszenierung: Günther
Rennert,
Dirigent: George Szell
(mit u. a.
Kurt Böhme (Fürst Sarastro),
Léopold
Simoneau (Tamino), Erika Köth (Königin der Nacht),
Lisa Della Casa (Pamina), Walter Berry (Papageno),
Graziella Sciutti (Papagena)) → salzburgerfestspiele.at
- 1942: Graf Almaviva in "Le nozze di Figaro"
("Die Hochzeit des Figaro")
von Wolfgang
Amadeus Mozart
(Inszenierung: Walter
Felsenstein, Dirigent: Clemens
Krauss; mit u. a.
Helena Braun → Wikipedia (englisch)) (Gräfin Almaviva),
Erich Kunz (Figaro), Irma Beilke (Susanna)) → salzburgerfestspiele.at
- 16.08.1944: Jupiter
in "Die Liebe der Danae" von
Richard Strauss
(Inszenierung: Rudolf
Hartmann,
Musikalische Leitung: Clemens
Krauss; erste Aufführung in Form einer Generalprobe vor
geladenen Gästen;
die im Rahmen; die bei den
der "Salzburger Festspielen" 1944 geplante Uraufführung
fand nicht astatt, nach
dem
Attentat
vom 20. Juli 1944
auf Hitler
wurden die Festspiele abgesagt. Besettzung unter anderem:
Viorica
Ursuleac (Danaë),
Franz Klarwein
(Merkur),
Horst Taubmann
(Midas
alias Chrysopher)) → Wikipedia
- 1946: Titelpartie des Don Giovanni in "Don Giovanni" von Wolfgang
Amadeus Mozart (Musikalische Leitung: Josef Krips)
→ salzburgerfestspiele.at
- 1947: Der reiche slawische AdligeMandryka in "Arabella"
von Richard
Strauss (Inszenierung: Günther
Rennert,
Dirigent: Karl Böhm;
mit Maria Reining in der Titelpartie der Arabella)
→ salzburgerfestspiele.at
- 1959: Sir Morosus in "Die schweigsame Frau"
von Richard
Strauss (Inszenierung: Günther
Rennert, Dirigent: Karl Böhm)
→ salzburgerfestspiele.at
- 1968: Minister Don Fernando in "Fidelio"
von Ludwig
van Beethoven (Inszenierung: Günther Rennert, Dirigent: Karl Böhm;
mit Christa Ludwig als Leonore alias Fidelio) → salzburgerfestspiele.at
|
|
|