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Tilli Breidenbach wurde am 2. August 1910 in Völklingen an der Saar
geboren und wuchs in Belgien und Köln auf. Nach der Schule, welche sie an einem Kölner Gymnasium
mit dem Abitur abschloss, studierte sie zunächst Germanistik, Romanistik und
Kunstgeschichte, entschloss sich dann für den Beruf der Schauspielerin und
ließ sich an der Schauspielschule der Kölner Bühnen
dementsprechend ausbilden. Über ihre frühen Jahre als Darstellerin ist
nichts bekannt, nach Ende des 2. Weltkrieges gehörte sie zur Spielzeit 1947/48 zum Ensemble
des "Staatstheaters Darmstadt", am "Schleswig-Holsteinischen Landestheater"
in Kiel war sie zwischen 1948 und 1950 verpflichtet, im darauffolgenden Jahr
wechselte sie nach Essen. Ab 1952 war sie am "Stadttheater Luzern" engagiert, dem ihr damaliger Mann als Direktor
vorstand, außerdem gab sie Gastspiele unter anderem an der Berliner "Freien Volksbühne", am
Hamburger "Ernst-Deutsch-Theater", am Schauspielhaus in Zürich,
am "Stadttheater" und "Ateliertheater" in Bern sowie in Kassel am
"Staatstheater".
Das Foto zeigt die Schauspielerin mit ihrem Mann Hans Wehrl und
dem gemeinsamen Sohn Mathias.
Das Foto stammt aus dem Privatarchiv von Mathias Wehrl und wurde mir
freundlicherweise zur Verfügung gestellt. |
Tilli Breidenbach interpretierte Titelrollen wie beispielsweise Goethes "Iphigenie auf
Tauris", gab in über 120 Aufführungen eindrucksvoll Giraudoux' "Die Irre von Chaillot"
oder glänzte über hundert Mal als Mathilde in Dürrenmatts
"Die Physiker". Zu ihren weiteren bedeutenden Bühnenrollen
zählen die Arkadia in Tschechows "Die Möwe", die Marie in Bahrs "Das Konzert", die
Elisabeth in Schillers
"Maria Stuart", die Königin in Shakespeares "Hamlet"
oder die Großmutter in Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald".
Seit Mitte der 1960er Jahre übernahm Tilli Breidenbach Aufgaben für das
Fernsehen, spielte meist prägnante, mütterliche Frauenfiguren in Stücken
wie Johannes Schaafs Drama "Hotel Iphigenie" (1964), Rainer Wolffhardts
"Septembergewitter" (1968) und "Schulzeit" (1977)
oder Peter Zadeks Tankred Dorst-Adaption "Der Pott" (1970).
Man erlebte sie in Verfilmungen wie "Haus ohne Hüter" (1975)
nach Heinrich Böll, Lutz Büschers "Pseudonym Hans Fallada"
(1981, mit Dieter Borsche) und "Titanic" (1984, mit Hans Korte),
oder an der Seite von Judy Winter und Dietmar Schönherr in Hartmut Griesmayrs
"Die Stunde des Löwen" (1982). Darüber hinaus war
sie mit Gastrollen in Serien wie "St. Pauli Landungsbrücken",
"Krimistunde", "Tiere und Menschen" und "Unsere Hagenbecks"
auf dem Bildschirm präsent.
Selbst zum Serienstar wurde sie ab Ende Dezember 1985 mit der Rolle der
"Lydia Nolte,
geb. von Schemnitz" in Hans W. Geißendörfers Dauerbrenner
"Lindenstraße"1), wo sie
bis 1993 in den Folgen 4 370 die resolute Mutter
der Berta Griese alias Ute Mora1) (1945 2003) mimte und rasch zum
Publikumsliebling avancierte. Wegen einer schweren Krankheit musste Tilli Breidenbach dann pausieren,
wollte 1993 nach ihrer Genesung wieder ins
"Lindenstraßen"-Team zurückkehren. Kurz vor ihrem ersten Drehtag erlitt sie
im Mai 1993 einen schweren Rückfall, von dem sie sich nicht mehr erholte.
Das Foto stammt aus dem Privatarchiv von Mathias Wehrl
und wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
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Die sympathische Schauspielerin Tilli Breidenbach starb am 23. Oktober 1994 im Alter von 84 Jahren in München;
ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem dortigen Westfriedhof.
Tilli Breidenbach war von März 1942 bis August 1949 mit dem Schauspieler
Hans Wehrl2)
(1905 1995) verheiratet,
aus der Verbindung stammt der gemeinsame Sohn Mathias. Im Mai 1950 ehelichte sie den Schauspieler Ernst Dietz
(1916 1989),
von dem sie im Mai 1957 scheiden ließ.
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