Die Welt der Suzie Wong
Titel USA: The World Of Suzie Wong
USA, 1960
Regie: Richard Quine
Drehbuch: Paul Osborn,
nach dem Roman "
Suzie Wong" (1957) von Richard Mason
Musik: George Duning
Kamera: Russel Metty
Darsteller:
William Holden: Richard Lomax, Nancy Kwan: Suzie Wong,
Sylvia Syms: Kay O'Neill, Michael Wilding: Ben Marlowe,
Laurence Naismith: O'Neill, und andere
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Inhalt:
Vom bunten Treiben des malerischen Hongkong, dem Hasten der Kulis und Rikschas, den halbnackten Kindern, abenteuerlichen Straßenhausierern und mystischen chinesischen Schriftzeichen trennt sich der amerikanische Künstler Robert Lomax (William Holden) fast nur widerwillig, um mit seinem Skizzenbuch unter dem Arm die Fähre nach Wanchai zu besteigen. Von der Schönheit einer blutjungen Chinesin angezogen, beginnt er sie zu zeichnen. Die hübsche Suzie Wong (Nancy Kwan) erzählt, dass sie aus vornehmem Hause stamme und dass ihrem Vater mehrere Häuser gehören. Hochmütig widersetzt sich das attraktive Chinesenmädchen, skizziert zu werden, und als das Fährboot anlegt, verschwindet die zierliche Gestalt schnell im Gewimmel der Menge.
Robert quartiert sich in dem zweitklassigen Nam-Kok-Hotel ein – in der Absicht, hier ein ganzes Jahr zuzubringen und sich selbst zu beweisen, dass er trotz chronischen Geldmangels als Künstler etwas taugt. 
Sehr bald entdeckt der Amerikaner, dass er im Hause der einzige Dauermieter ist. Das Hotel ist in Wahrheit der zweifelhafte Treffpunkt für amüsierfreudige Yum-Yum-Mädchen - und eines von ihnen ist, zu Roberts größtem Erstaunen, die kleine Suzie Wong…
Das hübsche junge Ding vom Fährboot schämt sich durchaus nicht, den amerikanischen Maler mit seinen Aufschneidereien an der Nase herumgeführt zu haben. Suzie schlägt ihm sogar unverblümt vor, sie wolle seine ständige Freundin werden. Robert weicht dem Angebot diplomatisch aus. 

Nachdem er auf der Bank seine finanziellen Angelegenheiten geregelt und O'Neills (Laurence Naismith) reizende Tochter Kay (Sylvia Syms) kennen gelernt hat, kehrt er in die Nam-Kok-Bar zurück, wo sich die Yum-Yum-Girls mit ihrer Kundschaft vergnügen. Robert schickt nach Suzie. Sie kommt außerordentlich bereitwillig. Groß ist ihre Enttäuschung allerdings, als er ihr erklärt, sie solle ihm nur Modell stehen. Suzie entspricht seinem Wunsche unter der Voraussetzung, dass sie ausstreuen dürfe, sie sei seine Geliebte. Unterbrochen wird das eigenartige Gespräch durch das Auftauchen eines Mannes namens Ben (Michael Wilding), der seine ehelichen Schwierigkeiten im Nam-Kok-Hotel und im Alkohol zu vergessen sucht. Robert nimmt sein ungewöhnliches Modell zum Abendessen mit, und in der Stadt treffen sie auf O'Neill und die hübsche Kay.
Suzie wittert Gefahr. Mit List trennt sie Robert von Kay, und im Hotel gelingt es der kleinen Chinesin sogar, dass der Amerikaner sie auf sein Zimmer mitnimmt. Dort erklärt Suzie ihm, dass sie sich nicht mehr mit anderen Männern einlassen würde, wenn sie endlich seine ständige Freundin sein dürfe. "Mit dir ist es anders. Ich fühle etwas im Herzen." Als Robert noch zögert, taucht ein Matrose auf. Rau erklärt er, dass er Suzie in der Bar erwarte. Angewidert schickt Robert das Mädchen weg. Suzie setzt alle ihre Verführungskünste ein. Beharrlich weigert sie sich, Roberts Zimmer zu verlassen, als er sich für ein Essen mit Kay umzieht. Eifersüchtig besteht sie auch darauf, auf seine Rück kehr warten zu wollen. Der Amerikaner duldet Suzies Trotz und begibt sich zu seinem Rendezvous mit Kay, in deren Gesellschaft sich auch Ben und dessen Frau befinden. Mit keinem Wort verrät der Maler, wo er den Ehemann kurz zuvor einmal getroffen hat.
Als Kay nach dem Essen Robert ins Nam-Kok-Hotel begleitet, wo er ihr seine Zeichnungen und Aquarelle zeigen will, erfasst Suzie blitzschnell ihre Chance. Zynisch schlägt sie der verhassten Rivalin vor, sie könne auch bleiben, wenn sie wolle. Kay ist zutiefst empört. Wütend schickt Robert das kleine Luder weg. Doch schon wenig später lenkt der Amerikaner wieder ein. Als Suzie von einem betrunkenen Matrosen brutal misshandelt wird, greift Robert energisch ein und wirft den fremden Kavalier kurzerhand auf die Straße. Voller eigenartigem Stolz erzählt Suzie im Kreise der Yum-Yum-Mädchen, ihre davongetragenen Verletzungen stammten von Robert, der sie in blinder Eifersucht geschlagen habe. In den folgenden Monaten widmet sich Robert Lomax ganz seiner Malerei. Kay, die sich in ihn verliebt hat, versucht alles, um in London seine Bilder zu verkaufen.

Über seiner Arbeit hat Robert indessen die kleine Suzie nicht vergessen. Unwiderstehlich fühlt er sich zu ihr hingezogen. Ihren als Liebesbeweis gedachten Vorschlag, auf ihre Weise für beide den notwendigen Lebensunterhalt zu verdienen, lehnt der Amerikaner entsetzt ab. Enttäuscht zieht Suzie schließlich mit Ben, der ihr angeblich die Heirat versprochen hat, von dannen. Doch nicht für lange Zeit. Als die kleine Chinesin zurückkehrt, schließt der Maler die Geliebte glücklich in die Arme. Mit seinem letzten Geld, das eigentlich für seine Studien bestimmt war, unterstützt Robert die zärtliche Suzie. Tage voller Seligkeit folgen. Doch eines Morgens ist Suzie urplötzlich verschwunden. Nach langem Suchen findet Robert die kleine Chinesin in den Slums. Sie hat ein Kind…
Nun hat Robert zwei Modelle und zwei Münder zu ernähren. Er will eine praktische Arbeit annehmen und die Kunst an den Nagel hängen. Wieder will sich Suzie opfern. In seiner Verzweiflung beleidigt Robert die Geliebte, ja, er wirft sie sogar hinaus. Suzie geht. Der Maler weiß, wie sehr ihm die geliebte Suzie fehlt. Tag für Tag geht er durch den schweren Regen, um sie zu suchen. Mit zitterndem Herzen verfolgt er jede Spur. Längst ist er entschlossen, das einstige Yum-Yum-Mädchen zu heiraten…
Da geschieht das Wunder: er findet Suzie wieder, die bei einer Naturkatastrophe ihr Kind verlor. Wortlos und stumm vor Glück schließen sie sich in die Arme.

Quelle: Illustrierte Filmbühne Nr. 05657

Filmkritik von www.kabeleins.de
Glatt inszenierte, psychologisch schwache Romanverfilmung mit teurem fernöstlichem Dekor, vielen Sentimentalitäten und einem naiven Moralkodex jenseits christlicher Auffassungen.
 
DER SPIEGEL 12/1961:
Der Film kann als Beispiel dafür gelten, was –- Amerikaner nicht nur an Geld (13 Millionen Mark), sondern auch an Fleiß, Sorgfalt und handwerklichem Können investieren, um ein Thema von so geringem spezifischen Gewicht aufzubereiten: Das Stück gehört zum derzeit üppigen Sortiment der Dirnendramen (SPIEGEL 6/1961) … → www.spiegel.de
  
Siehe auch Wikipedia

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